Matzendorf
Neue Sporthalle kostet eine Million mehr als erwartet

Der Kredit von 2,5 Mio. Franken stellt sich als zu knapp berechnet heraus. Der Bau einer neuen Sporthalle in Matzendorf wird voraussichtlich 3,2 bis 3,5 Millionen Franken kosten. Nun haben eine Arbeitsgruppe und der Gemeinderat die Lage beraten.

Alois Winiger
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So präsentiert sich die projektierte Sporthalle. Rechts angedeutet ist die mögliche Kombination mit dem Gemeindesaal.

So präsentiert sich die projektierte Sporthalle. Rechts angedeutet ist die mögliche Kombination mit dem Gemeindesaal.

zvg / Menzi Bürgler Architekten

Böses Erwachen für die Arbeitsgruppe des Projekts Sporthalle Matzendorf: Die bewilligten 2,5 Mio. Franken reichen für die Realisierung nicht aus, es sind 3,2 bis 3,5 Mio. Franken nötig. «Eine bittere Erkenntnis», sagt Patrik Kamber, Leiter der Arbeitsgruppe. «Immerhin haben wir es gemerkt, bevor wir mit dem Bau begonnen haben.»

Die ersten Berechnungen seien wohl zu rudimentär gewesen. Als grösseren Posten für die Teuerung nennt Kamber eine aufwendigere Fundation, da die Halle nicht unterkellert würde.

«Nicht Schuldzuweisung betreiben»

Diese Woche nun haben die Arbeitsgruppe und der Gemeinderat die Lage beraten. «Hauptsache ist, dass man sich jetzt nicht mit Schuldzuweisungen beschäftigt, sondern mit der Suche nach einer Lösung», sagt Gemeindepräsident Marcel Allemann.

Alter Wunsch: Eine richtige halle

Der Wunsch nach einer grösseren Lokalität in Matzendorf, in der die Vereine ihre Unterhaltungsanlässe durchführen könnten, ist schon Jahrzehnte alt. Denn dafür steht einzig der Sternen-Saal zur Verfügung. Einen neuen Lichtblick für den Bau einer Mehrzweckhalle sah man, als 2007 die Pläne für ein Oberstufenschulhaus konkret wurden. Hinzu kam, dass die Zukunft des Sternensaals infolge Besitzerwechsels offen und zudem renovationsbedürftig war. Doch die Pläne für eine Mehrzweckhalle mussten aus finanziellen Gründen begraben werden. Später kam die Idee auf, statt eines Mehrzweckgebäudes je eine Sporthalle und einen Bühnensaal zu bauen, weil dies kostengünstiger sei. Eine neue Situation ergab sich, als der gebürtige Matzendörfer Immobilienunternehmer Guido Fluri den Gasthof Sternen samt Saal kaufte und sanierte. Fluri stellt seither den Saal der Gemeinde praktisch gratis zur Verfügung. Nun ist eben die Sporthalle wieder zum Thema geworden. (wak)

«Es boten sich drei Möglichkeiten an: Aussteigen aus dem Projekt und gar nichts bauen, ein neues Projekt für eine Mehrzweckhalle starten, oder das gestartete Projekt mit der Sporthalle durchziehen.»

Man habe sich klar für das Durchziehen entschieden, und zwar mit demselben Architekturbüro. Dies obwohl das Vertrauen etwas getrübt sei, gibt Allemann zu. Er weist noch auf einen Punkt hin, den man nicht übersehen dürfe: «Bei Projektwettbewerben berufen sich die Architekten darauf, dass Abweichungen bis zu 35 Prozent möglich sind.»

Das würde in diesem Fall 875 000 Franken ausmachen. Das Ziel ist, an der Rechnungsgemeindeversammlung vom 24. Juni einen neuen Kreditantrag zu stellen. «Zuvor aber werden wir der Bevölkerung mit einem Informationsblatt alle Fakten offenlegen», betont Allemann. Somit dauert die Planungsgeschichte der Halle eben noch etwas länger (siehe Kasten).

Keine Anhaltspunkte für Zweifel

Warum aber ist man nicht eher skeptisch geworden, dass 2,5 Mio. Franken für den Bau einer Sporthalle nicht ausreichen könnten? Beim Entscheidungsprozess dabei war der frühere Gemeindepräsident Peter Bühlmann.

«Die Sache überrascht mich schon», erklärt er. «Es gab keine Anhaltspunkte für Zweifel. Wir hatten einen Wettbewerb ausgeschrieben und zwei Architekturbüros gaben an, es sei möglich, eine Halle für diesen Betrag zu bauen.»

Die Rechnung gehe für ihn auch insofern nicht auf, als das neue Oberstufenschulhaus ohne Innenausbau für 3,1 Millionen gebaut wurde. «Dort sind geologische Gutachten gemacht worden, und der Standort der Sporthalle ist in unmittelbarer Nähe.»