Gabi Wartmann freut sich sehr auf die neue Aufgabe im Ort und im Rahmen der grossen Kirchgemeinde Solothurn.

«Wieso eigentlich Bellach», lautet die erste Frage an die jugendliche 47-jährige Gabi Wartmann. Um besser entscheiden zu können, habe sie sich viele der in der Deutschschweiz ausgeschriebenen Pfarrstellen vor Ort angesehen, antwortet sie beim Gespräch am neuen Arbeitsort. «Aber hier in Bellach in der wunderhübschen Kirche habe ich gewusst: Hier möchte ich in Zukunft arbeiten.»

Natürlich habe auch die weite Landschaft mit Jura und Aare zu dieser Eingebung beigetragen. Und noch etwas sei bei dieser Sympathie mit im Spiel gewesen: «Mein Ehemann Christian Bader ist in Solothurn geboren, hat hier sein erstes Lebensjahr verbracht und seine lebenslange Sympathie für Stadt und Umgebung auf mich übertragen.»

Pfarrteam als Pluspunkt

Zudem sei die Mitarbeit im achtköpfigen Pfarrteam der Kirchgemeinde Solothurn ein weiterer Pluspunkt. «Ich bin zwar im Bellacher Kirchenkreis für 1200 Reformierte die zuständige Pfarrerin, bin aber gerne vernetzt mit dem Kollegenkreis und dem Kirchgemeinderat.» Auf die Frage, warum sie denn überhaupt gewechselt habe, zumal sie ja vor lediglich sieben Jahren als später Berufene an ihre erste Stelle in der angesehenen Aarauer Stadtkirche gewählt wurde, bekräftigt sie lächelnd, dass ein neuer Wind allen Beteiligten immer gut tue. «Ich bin inzwischen alt genug, um von Erfahrung zu profitieren und keine Anfängerfehler mehr zu machen, und doch jung genug, um mich voller Energie in eine neue Gemeinde einzubringen.» Zudem studierten ihre beiden Kinder in Zürich und Basel und hätten ihr häusliches Nest in Aarau nicht mehr so nötig.

Da sie aus dem überwiegend reformierten Aargau stamme, freue sie sich ganz besonders auf die hier in Solothurn vorhandene ökumenische Zusammenarbeit. «Nach allem, was ich schon gehört habe, kann ich mir kaum vorstellen, dass es Probleme gibt.» Mit dem örtlichen katholischen Gemeindeleiter habe sie bereits Kontakt gehabt und sei gespannt auf die vielfältigen Signale von der Basis. «Ich möchte gerne wissen, was Bellach wirklich braucht», unterstreicht die neue, in einem 80-Prozent-Pensum tätige Pfarrerin ihren Wunsch nach Offenheit und Unterstützung.

Hellhörig will sie auf Anliegen eingehen, die ihr in unterschiedlichsten Gesprächen benannt werden. «Von allem, was hier funktioniert, will ich mir als motivierter Team-Playerin ein Bild machen und gerne neben den Kasualien wie Beerdigungen, Taufen, Hochzeiten auch auf Hausbesuche gehen», bekennt die leidenschaftliche Velofahrerin. Da sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, der im November als Pfarrer in Aarau pensioniert wird, übergangsweise in der Pfarrwohnung in Langendorf wohnt, bis das Pfarrhaus neben der Bellacher Kirche renoviert ist, hat ihr Büro am Nelkenweg 2 immer offene Türen.

Über die Vorgeschichte im Pfarramt Bellach sei sie nur so weit informiert, «...dass es mich beim Neuanfang nicht belastet.» Die Arbeit mit jungen Menschen liegt ihr besonders am Herzen. An einem von den neuen Konfirmanden mit ihr gemeinsam gestalteten Wochenende hat sie sich Ende August von ihrer bisherigen Gemeinde verabschiedet. Ihr Begrüssungsgottesdienst in Bellach findet am 14. September statt. «Ich wünsche mir, dass unsere Zusammenarbeit hier ganz lebendig wird.»

Mit Otfried Pappe (Selzach-Lommiswil) und Thala Lindner (Solothurn-Rüttenen-Feldbrunnen) haben zwei weitere Pfarrpersonen zum 1. September ihren Dienst in der Reformierten Kirchgemeinde Solothurn begonnen.