Buchegg
Neue Bucheggberger Gemeinde hat einen Namen und ein Wappen

Die erste Gemeindeversammlung der tauft die neue Kommune im Bucheggberg auf den Namen Buchegg. Eine Aufstockung auf zehn Gemeinderäte wurde abgelehnt. Sieben Räte sollen die 10 fusionierten Gemeinden führen.

Christof Ramser
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Die erste Gemeindeversammlung der fusionierten Bucheggberger Gemeinde Buchegg.

Die erste Gemeindeversammlung der fusionierten Bucheggberger Gemeinde Buchegg.

Hanspeter Bärtschi/zvg

Dass sich die Bewohner des unteren Bucheggbergs im höchstgelegenen Dorf des Bezirks versammelten, hatte weder einen politischen noch einen topografischen Grund; die Mehrzweckhalle in Aetigkofen bot schlicht am meisten Platz, um die erste Gemeindeversammlung der fusionierenden Bucheggberger Gemeinde aufzunehmen. Und Aetigkofen war vorbereitet: Die Feuerwehr wies am Montagabend den Verkehr ein, der Abwart und Helfer hatten die Halle hergerichtet, auf Tischen standen Gebäck und Weisswein bereit für den Apéro. 242 Stimmberechtigte aus zehn Dörfern waren gekommen um der neuen Kommune Namen, Wappen und eine Gemeindeordnung, quasi eine neue Verfassung zu geben.

Daran werden sich Aetigkofer, Aetinger, Biberer, Brüggler, Gossliwiler, Hessigkofer, Küttigkofer, Kyburg-Buchegger, Mühledörfer und Tscheppacher gewöhnen müssen: Sie werden künftig nicht mehr jedes Gesicht kennen, wenn über Budgets und Rechnungen debattiert, über Steuerfüsse gestritten oder über Anträge abgestimmt wird. Die Gemeindeversammlungen im Bucheggberg werden grösser und anonymer.

Grossaufmarsch zur ersten Gemeindeversammlung der fusionierten Gemeinde Buchegg
12 Bilder
242 Stimmberechtigte aus 10 Dörfern kamen in die Mehrzweckhalle in Aetikofen
Ab 2014 wird aus den 10 Gemeinden eine mittelgrosse Gemeinde mit rund 2500 Einwohnern.
Beim Namen machte «Buchegg» das Rennen.
Welches Wappen darf es sein? Die Wahl fiel auf das linke.

Grossaufmarsch zur ersten Gemeindeversammlung der fusionierten Gemeinde Buchegg

Hanspeter Bärtschi

Ab 2014 verschmelzen zehn kleine Dörfer zu einer mittelgrossen Gemeinde mit rund 2500 Einwohnern. Obwohl die Kommune noch gar nicht existiert, konnten ihre Bewohner am Dienstag nun erstmals frische Legislativluft schnuppern.

Keine Aufstockung der Ratssitze

Den ersten Beschluss fasste die Gemeindeversammlung im Nu. Die neue Gemeinde brauchte einen Namen. «Wir erhielten 80 Rückmeldungen, fast die Hälfte votierte für Buchegg», eröffnete Christoph Isch, der als Tagespräsident durch die Versammlung führte, das Traktandum. Deshalb schlug die Gemeinderatskonferenz diesen Namen vor. Das stiess auf Anklang: 242 bunte Stimmausweise wurden in die Luft gestreckt. Es dauerte kaum 30 Sekunden, da war die neue Gemeinde getauft - einstimmig.

Mehr Klärungsbedarf gab es bei der Gemeindeordnung. Sie regelt unter anderem den Finanzhaushalt und die Aufgaben der Gemeinde sowie die Zusammensetzung der Exekutive. Die vorgeschlagenen sieben Sitze im Gemeinderat führten zu einem Änderungsantrag. Marius Hafner aus Mühledorf wollte sicherstellen, dass der Gemeinderat auch nach der ersten Legislaturperiode aus zehn Mitgliedern besteht. «Jeder Ortsteil soll einen Rat sowie einen Ersatz erhalten», forderte Hafner. Damit sollen die verschiedenen Kulturen vertreten und die Interessen gerecht verteilt werden. Ausserdem machte Hafner eine Amtszeitbeschränkung auf höchstens zwei Legislaturen beliebt, um die Machtkonzentration zu brechen.

Die Voten blieben erfolglos: Wie der kantonale Koordinator für Gemeindefusionen, Lukas Schönholzer, informierte, sind Amtszeitbeschränkungen nicht mit dem kantonalen Gesetz vereinbar. Der Antrag auf Aufstockung auf zehn Gemeinderäte wurde abgelehnt. Sieben Räte könnten effizienter arbeiten, sagte Christoph Isch, und Vreni Meyer mahnte, dass es schon schwierig sein dürfte, überhaupt zehn Personen zu finden, die für ein Gemeinderatsamt kandidieren.

Das Wappen der Freiherren

Immerhin: Während der ersten Legislatur hat jeder Ortsteil Anrecht auf eine Vertretung. Von 2014 bis 2018 wird Buchegg von mindestens sieben und maximal zehn Gemeinderäten geführt. Dies regelt eine Übergangsbestimmung. Wie viele es sein werden, entscheidet sich am 5. Mai. Dann wird der neue Gemeinderat gewählt. Am 9. Juni folgt das Präsidium.

Klar abgelehnt wurde der Antrag von Göpf Berweger aus Hessigkofen, im Gemeinderat ein zusätzliches Ressort für Kommunikation zu schaffen. Jedes der vorgesehenen zehn Ressorts, so die mehrheitlich Meinung, solle selbstständig kommunizieren.

Nachdem Namen, Gemeindeordnung sowie Dienst- und Gehaltsordnung genehmigt waren, konnten die Anwesenden schliesslich zwischen zwei Wappen ihren Favoriten wählen. Vorgeschlagen waren zwei Sujets: zum einen eine neue Kreation des Berner Heraldikers Martin Halter, die ein golden-grünes Buchenblatt zeigt, das von einem silbernen Sparren durchbrochen wird. Der zweite Vorschlag beruht auf dem existierenden Wappen der Freiherren von Buchegg, einer rot-gold-silbernen Variante des bestehenden Bucheggberger Wappens, in dem drei Rosen prangen. Das gefiel: Mit 187 gegen 49 Stimmen fanden die Rosen eine klare Mehrheit.

Und nun die Generalprobe

Nun ist die Hauptprobe also geglückt. Die Gemeinde hat einen Namen, ein Wappen und eine Ordnung. Es ist ein erster wichtiger Schritt zur Identifikation der Bewohner mit dem neuen kommunalen Konstrukt. Die nächste Chance, einander näherzukommen, haben sie spätestens am 11. Dezember. Dann findet voraussichtlich die zweite Gemeindeversammlung statt, wo Budget und Steuerfuss zur Debatte stehen. Es wird die Generalprobe sein, der letzte Schritt auf dem Weg zur Fusion, die am 1. Januar 2014 in Kraft tritt.