Günsberg

Neubau ohne Tierhaltung in einer Landwirtschaftszone - das geht nicht

Hans Henzi hofft auf einen baldigen Bau des ausgesteckten Hauses.

Hans Henzi hofft auf einen baldigen Bau des ausgesteckten Hauses.

Die Pläne und das Konzept für einen Neubau des im September 2013 abgebrannten Hofes in Günsberg stehen – offen bleibt aber, ob sie zonenkonform sind. Denn was die Henzis bauen wollen, entspricht nur einem Teil des alten Hofes.

Ganz dem Erdboden gleich ist der Bauernhof der Familie Henzi noch nicht. Hier und da gibt es Unebenheiten – die Jauchegrube hat ein metertiefes Loch hinterlassen, wo sich Regenwasser sammelt. Die Pflastersteine auf dem Vorplatz haben sich von ihrem geometrischen Muster gelöst und liegen verstreut.

Seit das Günsberger Bauernhaus am 15. September 2013 von den Flammen verwüstet wurde, ist alles anders. Der Stall, in dem einst die Kühe untergebracht waren, ist vollständig verbrannt; die Sanierung der Wohnung wäre theoretisch möglich gewesen, jedoch teurer als ein Neubau. Und so hat man die Überreste des Hofes abgerissen.

Hans Henzi freut sich auf den Tag, an dem der Boden geebnet wird, die Pflastersteine weggeräumt und die Jauchegrube mit Aushub gefüllt. Ein neues zweistöckiges Wohnhaus soll her. «Es wird eigentlich ähnlich aussehen wie das alte», sagt Henzi, während er und Architekt Markus Sterki die Pläne ausbreiten. «Das gibt ein schönes Landhaus», fügt Henzi noch an. Vor dem Haus ist ein Freisitz geplant. Der gepflasterte Vorplatz soll einem Garten weichen.

Doch erst müssen einige Hürden juristischer Natur überwunden werden. «Wir dachten, das wird ganz einfach», erzählt Henzi. Einsprachen aus dem Dorf gegen den Neubau waren nicht zu erwarten – und sind auch nicht eingetroffen. Die Solidarität, welche die Günsberger dem Bauernehepaar Henzi entgegenbringen, ist gross. Wer sollte den beiden schon verwehren wollen, sich wieder aufzubauen, was sie verloren haben? Zumindest einen Teil davon?

Kühe verkauft

Genau in diesem Detail jedoch liegt der Hund begraben: Was die Henzis bauen wollen, entspricht nur einem Teil des alten Hofes. Die Kühe, die nach dem Brand auf verschiedene Bauernbetriebe verteilt wurden, wurden verkauft. Im Moment beschränkt Henzi sich auf die Bewirtschaftung seines Landes, und dabei wollte er es auch belassen. Einen Kuhstall zu bauen, wäre daher überflüssig gewesen. Alles, was das Bauernpaar wollte, war ein neues Wohnhaus.

«Als wir mit dieser Idee zum ersten Mal aufs Amt für Raumplanung gingen, hat man uns gesagt: So geht das nicht», erinnert sich Henzi. Denn das Grundstück befindet sich in der Landwirtschaftszone – und ein simples Wohnhaus, auch wenn von einem Bauern bewohnt, wäre nicht zonenkonform. Er hat daraufhin ein neues Betriebskonzept erarbeiten lassen.

Auf dem Hof soll nun weiterhin Platz für Tiere sein: Henzi will 40 bis 50 Schafe anschaffen, die im Winter in den bestehenden Gebäuden untergebracht werden. Dadurch ändert sich zwar baulich nichts am geplanten Wohnhaus. Aber gemeinsam mit dem Konzept, das den landwirtschaftlichen Betrieb sicherstellt, so hofft Henzi, sollte das Baugesuch in Ordnung gehen.

Ende Jahr den Neubau beziehen

Der Bau liegt nun beim Amt für Raumplanung, das die Pläne und das Konzept beurteilen wird. Die Bauphase selbst werde wohl sechs bis sieben Monate dauern, schätzt Henzi. «Es wäre gut, wenn wir auf Ende Jahr einziehen könnten.»

Nach dem Brand waren er und seine Frau bei Henzis Bruder untergekommen. «Nach einer Woche kriegten wir die gereinigten Möbel zurück, die zuvor nach Rauch gestunken hatten, und konnten in eine Mietwohnung ziehen.»

Nicht irgendeine Mietwohnung war es, sondern eine Wohnung direkt neben dem Grundstück der Henzis. Achtzehn Monate lang zahlt die Versicherung einen Beitrag daran.

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