Biberist
Nachwuchsjournalisten schreiben über Torten, Tanzen und Religion

Schüler der 3. bis 6. Klasse der Primarschule Biberist veröffentlichten im März ihre ersten Artikel in der Dorfzeitung «Biberister Kurier». Nun erscheinen die ersten Artikel der Nachwuchsjournalisten in der Solothurner Zeitung.

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Lehrer und Journalist Christoph Neuenschwander steht den Schülerinnen mit Rat und Tat zur Seite.

Lehrer und Journalist Christoph Neuenschwander steht den Schülerinnen mit Rat und Tat zur Seite.

Beatrice Kaufmann

Die Begabtenförderung an der Primarschule Biberist steht dieses Jahr ganz im Zeichen der Medien. Unser Redaktor Christoph Neuenschwander unterrichtet jeden Mittwochmorgen interessierte Schülerinnen und Schüler. Bevor kommenden Dienstag die Redaktion besuchen, publizieren wir an dieser Stelle einige ihrer Texte.

Die Torte ohne Ursprung

Eine selbst gemachte Torte

Eine selbst gemachte Torte

Zur Verfügung gestellt

Von Tobias Gnägi

Sie kommt wahrscheinlich aus dem Schwarzwald, es gibt aber noch eine andere Theorie, in der ihr Vorgänger aus der Schweiz kommt: Der genaue Ursprung der Schwarzwäldertorte ist unbekannt. Die Torte muss nicht zwangsläufig aus dem Schwarzwald kommen. Sie gehört heute zu den beliebtesten Torten in ganz Deutschland und in der Schweiz. Es ist eine Torte, die man in einer Stunde gemacht hat. Sie eignet sich also hervorragend, wenn man kurzfristig ein Dessert machen möchte. Mein Nachbar wünschte sich zu seinem elften Geburtstag eine sechsstöckige Torte.

Wenig Aufwand

Man kann sie in allen möglichen Formen zubereiten. Ich selber bevorzuge die übliche Tortenform, weil man diese super mit Rahm verzieren kann. Der Aufwand ist sehr gering und die Zutaten sind einfach zu bekommen. Es benötigt auch nicht besonderes Können in der Küche, wenn man ein gut erklärendes Rezept hat. Die originale Torte unterscheidet sich sehr von der, die ich immer mache. Die Kirschen für die originale Torte werden eine Nacht in Kirsch eingelegt und ich verwende nur sehr selten Kirsch. Ein anderer Punkt ist, dass ich nur die Hälfte an Rahm verwende wie im Original. Die letzte Sache ist, dass noch diverse kleine Zutaten dazukommen, wie Stärke, warmes Zimtwasser und Gelatine oder ein anderes Geliermittel. Es sind einige Unterschiede auszumachen, wobei das Grundrezept gleich bleibt.

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«Tanzen ist mein Traum, ich liebe es»

Von Gioia Padula

Es ist Montag, 17 Uhr, die Mütter sitzen in der Garderobe und reden zusammen. Da wir uns nicht vor den Müttern umziehen wollen, kommen die meisten von uns schon in Tanzkleidern von zu Hause. Am Anfang des Trainings wärmen wir uns immer auf. Nachher machen wir Dehnübungen, damit wir uns nichts zerren. Meistens fangen wir mit Pirouetten an, dann gehen wir zu den Diagonalen, da machen wir etwa Piqués oder Gands Jetés. Danach gehen wir an unsere Choreografie.
Diese können im Tanzen ganz verschieden sein. Die eine Art nennt man Jazz und die andere heisst Show. Es gibt auch andere Arten, doch die machen wir nicht viel, und wenn, dann zum Aufwärmen. Jazz ist eher ruhig und manchmal auch schwieriger, aber es kann sehr fetzig sein. Show - der Name sagt es schon - da spielt man etwas, ob es traurig oder fröhlich, das ist völlig egal.
Es gibt ein Gedicht, an das ich viel denke. Es handelt von der Liebe zum Tanzen und davon, dass einen das Tanzen lebendig macht. Die junge Frau, die das Gedicht geschrieben hat, ist meine Tanzlehrerin, Licia
Piscoppo. Sie trainiert sehr viele Schülerinnen und auch ein paar Schüler, insgesamt über 200. Unter der Woche hat sie jeden Tag zu tun.
Sie sagt immer, man darf nicht sagen, man könne etwas nicht, sondern man kann es noch nicht.
Letztes Jahr waren wir zum dritten Mal an der Schweizermeisterschaft. Wir wurden Meister. Als wir das erste Mal gingen, hatten wir es nicht auf das Podest geschafft. Viele von uns weinten. Doch Licia hat uns gesagt: «Ihr müsst nicht weinen, ihr seid toll gewesen, nächstes Mal schafft ihrs.»
Ein Blick hinter die Kulissen
Im Juni 2013 fingen wir an, für das Musical «Der kleine Prinz» zu üben. Wir hatten Extra-Training, abwechslungsweise am Samstag und am Sonntag. Wir trainierten alle sehr hart für das Musical.
Am 30. November war es endlich so weit. Wir hatten uns alle schon am Morgen beim Solothurner Konzertsaal versammelt. Jeder war sehr nervös, sogar unsere Tanzlehrerin. Ansonsten war die Stimmung sehr gut. Wir spielten das ganze Musical mehrmals durch. Draussen warteten schon sehr viele Leute auf die Eröffnung.
Es war so weit, sie konnten herein kommen, sassen hin. Die ersten Gruppen traten auf und der Applaus war riesig. Endlich waren wir an der Reihe. Für mich war es ein wunderschönes Gefühl, auf der Bühne zu stehen. Tanzen ist mein Traum und ich liebe es. Beim Tanzen kann ich meine Gefühle ausdrücken. Beide Vorführungen verliefen sehr gut, der Applaus war riesig, es war super.
Dieses Jahr gehen wir an die Weltmeisterschaft in Rom. Wir freuen uns alle sehr darauf, wir trainieren auch sehr hart dafür. Wir stellen Kuchenstände auf für die WM und suchen noch Sponsoren, die uns finanziell unterstützen.

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Wettkampf in Biberist

Von Suvethaa Yogeswaran

1. Am Morgen

Es ist 6 Uhr am Morgen, am Samstag, 27. April 2013. Ich muss mich um- ziehen, denn heute habe ich Wettkampf: Ich gehe ins Geräteturnen. Und fast immer im Frühling oder im Winter haben wir Wettkampf. Zuerst muss ich Morgenessen, danach Zähne putzen und anziehen, weil wir um 6.30 Uhr im Bleichmattschulhaus in Biberist sein müssen. Dort wartet meine Leiterin Chantal mit den Kleidern, und meine andere Leiterin Rita ist auch dort. Alle Kinder gehen mit ihren Eltern nach Lohn-Ammannsegg.

2. Am Wettkampf

Dann müssen wir um 7.30 Uhr bereit sein, weil wir bald dran sind. Meistens ist es laut, wenn wir das Gerät wechseln, denn dann wird Musik gespielt und Eltern klatschen und jubeln und kleine Kinder schreien laut. Aber als wieder geturnt wird, werden wieder alle leise. Zuerst turnen wir am Reck und nachher am Sprung. Zuletzt ist der Boden an der Reihe. Um 9 Uhr ist der Wettkampf auch schon wieder fertig. Dann bekommen wir von unserer Leiterin Rita einen Gutschein, um etwas zum Essen und zum Trinken zu holen. Es gibt Pommes mit Ketchup und Hotdog.

3. Rangverkündigung

Ich lande auf dem 27. Platz und bekomme eine Auszeichnung. Ich bleibe noch ein wenig dort und schaue den Älteren von der Kategorie 3 zu. Sie sind sehr gut. Ich bin froh, dass ich wenigstens eine Auszeichnung bekommen habe.

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Das Ende der Erde

Von Jeanne Maurhofer

Die Erde explodiert. Warum? Weil die Sonne wächst und wächst. Sie wird grösser und kommt näher. Dazu wird es immer heisser. Die Temperaturen steigen, die Erde schmilzt nach und nach. Aber noch ist sie da, unsere Erde. Andere Planeten in anderen Sonnensystemen sind längst verschwunden. Deren Sonnen haben ihren Treibstoff fast verbraucht. Sie blähen sich auf, rasen auf die Planeten zu, haben sie vielleicht schon verbrannt. Diese Sonnen verwandeln sich zu sogenannten roten Riesen. Ist es wohl spannend so einen roten Riesen zu beobachten?
«Rote Riesen habe ich mehrfach ins Visier genommen. Sehr interessant sind sie allerdings nicht, weil sie in den vorhandenen Fernrohren trotzdem nur Punkte sind», sagt Bernhard Christen, Leiter der Sternwarte Langenthal.
Jeder Stern geht - wie auch Menschen und Tiere - einmal in den Tod. «Rote Sterne, die sich leicht beobachten lassen, sind Antares im Sommer und Beteigeuze im Winter. Beteigeuze ist ein Kandidat, der in den nächsten paar tausend Jahren sterben wird», meint Bernhard Christen.
Es gibt verschieden Arten, wie Sterne sterben können. Je nachdem, wie viel Masse sie haben. Sterne mit mehr Masse werden zu einem roten Überriesen oder sogar zu einem blauen Überriesen. Unsere Sonne wird zum Glück nur ein roter Riese. Trotzdem bläht sie sich in diesem Fall auf, bis sie fast an die Marsbahn heran reicht. Unvorstellbar gross, aber möglich.
Bernhard Christen, der sich täglich mit solchen Sachen beschäftigt, erzählt, wie er in diesen Beruf hineingeraten ist. «Zu diesem Beruf kommt man wie die Jungfrau zum Kind, unverhofft.» Der Chef hat jemanden für die Sternwarte im Schulhaus Kreuzfeld4 gesucht. «Nach einigen Bedenken habe ich zugesagt.»
Sterne können auch durch Supernovas sterben. Eine Supernova ist eine der gewaltigsten Explosionen im Universum. Wie schon gesagt, wird die Energie unserer Erde auch einmal zur Neige gehen. Die Sonne, die immer grösser wird, wird die Erde sozusagen «auffressen».
Der Leiter der Sternwarte Langenthal arbeitet schon seit 2006 da. Er war ein halbes Jahr als «Lehrling» bei seinem Vorgänger, anschliessend wurde er als verantwortlicher Lehrer angestellt. «Mir macht eigentlich fast alles an dem Beruf Spass», erklärt Christen. «Ich bin sehr selbstständig und frei in der Ausübung.»
Ach übrigens: Keine Sorge, die Sonne hält noch 5 bis 6 Milliarden Jahre durch.

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Tamilische Religion

Auch in Trimbach bei Olten gibt es einen Hindu-Tempel.

Auch in Trimbach bei Olten gibt es einen Hindu-Tempel.

Bruno Kissling

Von Thasmija Sritharmarajah

Im Raum drinnen ist es hell. An der Decke sind Löwen und Elefanten zu sehen. Es sind die Tiere von Göttern. Sie wurden 2011 gemalt, als der Tamilische Kulturtempel in Grenchen renoviert wurde. Im Innern hat es zehn verschiedene Statuen. Siwen ist der Gott, der als erstes erschienen ist. Aber im Tempel muss man zuerst vor Pillayar (auch Kanesch genannt) beten und vor Siwan als zweites. Denn einst hat Siwan seinen Kriegern befohlen, einen bösen Mann zu töten. Sie erwischten den Falschen, doch Siwan gab ihm als Entschuldigung einen neuen, göttlichen Elefantenkopf und sagte: «Dich müssen sie als erstes anbeten.» Die Religion der Hindu ist eine der ältesten der Welt, älter als das Christentum.

Es gibt eine Zeremonie, wie jedes tamilische Kind seinen ersten Reis erhält. Das Kind liegt vor dem Gott. Ein Mann aus dem Tempel sagt ein Gebet und erklärt den Eltern, was sie machen sollen. Der Vater zieht seinen Ring ab und mischt den Reis. Nachher legt ein Elternteil Reis auf den Ring und gibt so dem Kind zu Essen.