Der Schock sitzt, nachdem es am frühen Samstagmorgen im Stahlwerk Gerlafingen knallte und die Schlackengrube glühende Brocken ins benachbarte Wohngebiet schleuderte – die grössten so gross wie Medizinbälle. «Wir haben erste Sofortmassnahmen ergriffen», sagt Linda Krenn, Leiterin Personal und Kommunikation der Stahl Gerlafingen AG.

Als Grund für den Vorfall wird der hohe Grundwasserspiegel der Emme vermutet. Von dort soll Wasser von unten in die Schlackengrube eingedrungen sein. Durch die Verpuffung des Wassers bildeten sich die Schlackensteine, die mit so grosser Wucht aus der Grube geschleudert wurden, dass das 2012 erneuerte Sicherheitsnetz nicht standhielt.

Per sofort wird nun die bei der Stahlproduktion anfallende 600 Grad heisse Schlacke zur Abkühlung zwei Stunden länger in den Kübeln belassen, wie Sprecherin Krenn erklärt. Erst danach soll sie in die Grube gekippt werden. «Dies ist eine vorübergehende Vorsichtsmassnahme, bis die Ursachen genau geklärt sind», so Krenn. Zudem beobachtet das Stahlwerk den Pegel der Emme. Sollte er stark ansteigen, wird das Werk die Grube nicht nutzen. Schlimmstenfalls würde dies einen Produktionsstopp bedeuten.

CEO Daniel Aebli und Christoph Zeltner, der Umweltverantwortliche des Stahlwerks, seien am Samstag mehrere Stunden vor Ort gewesen, sagt Krenn. Noch diese Woche will das Stahlwerk externe Ingenieure beiziehen, die das Schutznetz über der Grube nachprüfen. Zudem wird das Unternehmen einen Geologen beiziehen, der den Grundwasserspiegel rund um die Grube abklären soll. (lfh)

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