Mondaine

Nach Sieg bei «M-Watch»: Mondaine will Verkauf und Produktion hochfahren

Gerichtlich bestätigt: Die Markenrechte an der «M-Watch» gehören der Biberister Mondaine. (Archiv)

Gerichtlich bestätigt: Die Markenrechte an der «M-Watch» gehören der Biberister Mondaine. (Archiv)

Die Biberister Mondaine ist sehr erleichtert über den Entscheid des Zürcher Handelsgerichtes. Nun kann man Produktion und Verkauf erhöhen. Dies könnte sich auch positiv auf die Zahl der Arbeitsplätze auswirken.

«Wir sind sehr, sehr erleichtert über den Entscheid des Zürcher Handelsgerichtes», erklärt André Bernheim, der zusammen mit seinem Bruder Ronnie Bernheim die Uhrenfirma Mondaine in Biberist führt. Demnach gehört die Marke «M-Watch» der Uhrenfirma und nicht dem Grossverteiler Migros. Der juristische Streit um das Markenrecht war bereits im Frühling 2010 ausgebrochen, als die beiden Kontrahenten ihre zuvor langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit Knall auf Fall beendet hatten. Mondaine wie Migros verkauften beide ungeachtet des ausstehenden Gerichtsentscheides Armbanduhren unter der Marke «M-Watch».

Trotz der juristischen Unsicherheiten sei es gelungen, die Marke weiterhin «erfolgreich am Markt zu positionieren», blickt André Bernheim zurück. Man habe sich zwar in Sachen Marketing, Werbeauftritt, Modellpalette und letztlich auch in der Produktion etwas zurückhalten müssen. ««Aber dank dem eindeutig zu unseren Gunsten lautenden Gerichtsurteil können wir nun Vollgas geben.»

Hohe Absatzsteigerungen

Nach dem Verbot an die Migros, Uhren unter der Marke «M-Watch» zu verkaufen, «erwarten wir einen Schub auf dem Schweizer Markt.» Die seit 2010 laufende Zusammenarbeit mit der Warenhausgruppe als neuer Absatzkanal laufe gut. Gegen 70 Modelle der Marke «M-Watch» werden in sämtlichen Filialen der Manor-Gruppe angeboten. Auch der im Herbst gestartete Verkauf der Uhr über die Online-Einkaufsplattform postshop.ch werde weitergeführt.

roduktionszahlen will Bernheim keine nennen. Im vergangenen Jahr habe man den Absatz der Uhr zweistellig erhöhen können und in den ersten beiden Monaten 2013 seien die Verkäufe um 40 Prozent gestiegen. «Für das ganze laufende Jahr erwarten wir insgesamt eine deutliche Steigerung.»

Neue Arbeitsplätze in Sicht?

Die früher gemachte Aussage, wonach dereinst wieder jährlich 200 000 «M-Watch»-Exemplare abgesetzt werden können, bleibe realistisch. Das ist ein hochgestecktes Ziel. Verkaufte Mondaine doch zu den besten Zeiten über den Migros-Kanal jährlich 300 000 «M-Watch»-Uhren, in den beiden letzten Jahren der Zusammenarbeit waren es noch 90 000.

Die neue Ausgangslage werde sich auch auf die Zahl der Arbeitsplätze positiv auswirken - «wenn auch nicht schlagartig, aber mittel- bis langfristig.» Heute beschäftigt Mondaine in Biberist 75 Angestellte. International bekannt ist Mondaine unter anderem für die legendären Bahnhofsuhren für das Handgelenk. Im ebenfalls zur Gruppe gehörenden und im selben Gebäude untergebrachten Distributionscenter Marlox arbeiten weitere 50 Angestellte.

Schritt ans Bundesgericht offen

Auf das Urteil hat Grossverteiler Migros reagiert. «Wir beliefern unsere Filialen ab sofort und bis auf weiteres nicht mehr mit ‹M-Watch›-Uhren», sagt Sprecher Urs-Peter Naef. Seit dem Zerwürfnis mit Mondaine 2010 lässt Migros bei einer Firma im Tessin die «M-Watch» montieren. Noch offen lässt Naef, ob Migros den Entscheid des Handelsgerichtes an das Bundesgericht weiterziehen wird.

Für Bernheim wäre dieser Schritt unverständlich, habe doch das Handelsgericht mehrmals klar festgehalten, wem die Marke gehöre. Mondaine seinerseits könnte versuchen, von der Migros rückwirkend Schadenersatz zu fordern, weil der Grossverteiler seit 2010 Uhren unter der Marke «M-Watch» verkauft. «Da ist noch nichts entschieden», sagt Bernheim.

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