Luterbach
Nach Misstönen ist im Wohnheim Oasis Ruhe eingekehrt

Das Wohnheim Oasis hat sich bewährt und erhält eine unbefristete Betriebsbewilligung. Negative Vorkommnisse mit Heimbewohnern hatten dazu geführt, dass der Gemeinderat eine Probezeit verhängt hatte. Diese Frist ist nun verstrichen.

Christof Ramser
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Ein Obdach für Randständige: Das Wohnheim Oasis.hanspeter bärtschi

Ein Obdach für Randständige: Das Wohnheim Oasis.hanspeter bärtschi

Hanspeter Bärtschi

Der Ärger über das «Oasis» scheint verflogen. Dabei stand das Wohnheim für Menschen, die von ihrer Drogen- oder Alkoholsucht wegkommen wollen, in Luterbach unter keinem guten Stern. Einige Bewohner missachteten Regeln, brüllten nachts aus dem Fenster, sassen auf dem Boden und tranken Wein oder pinkelten ans Spritzenhaus. Auch die skurrilen Vorkommnisse, als ein betrunkener Mann ein Kind um eine Zigarette gebeten hat oder ein anderer die Nachbarsfrau und Kinder vor Ausserirdischen retten wollte, sorgten für Reklamationen.

Der Tiefpunkt war letzten Sommer erreicht, nachdem sich ein Bewohner zwei Mal in ein Nachbarshaus eingeschlichen hatte. Der Mann wurde schliesslich von der Polizei abgeholt und aus dem Heim verwiesen. Auch in den anderen Fällen griff die Heimleitung durch, ermahnte die Bewohner oder wies sie weg.

«Situation erheblich gebessert»

Gefährlich war es für die Luterbacher indes nie. Trotzdem sorgten die Randständigen mitten im Dorf für Ärger und wurden nicht akzeptiert, sodass der Gemeinderat ein Zeichen setzte. Er verhängte eine Probezeit, und die Vereinbarung zwischen der Gemeinde, dem Eigentümer der Liegenschaft und der Genossenschaft Oasis wurde lediglich befristet. «Nun hat sich die Situation erheblich gebessert», sagt Gemeinderat Patrick Probst (SP), Ressortleiter Soziales. Seit dem Besuch des Heimleiters Marco Zeller im Gemeinderat letzten Herbst gab es kaum mehr Zwischenfälle, Reklamationen blieben aus.

Am Montag hat der Gemeinderat die Probezeit, die am 30. April endete, nun aufgehoben und die Vereinbarung auf unbestimmte Zeit verlängert. Eine Begleitgruppe überwacht den Betrieb weiterhin und kann Massnahmen beschliessen. Das «Oasis» verpflichtet sich, maximal 16 Bewohner zu beherbergen, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten und, soweit möglich, in Luterbach einzukaufen. Damit, so hofft man, finden die Misstöne ums «Oasis» endlich ein Ende.

Fettes Jahr, dann magere Jahre

Gar Freude kommt in Luterbach angesichts der positiven Rechnung auf. Diese schliesst bei einem Aufwand von 15,5 Millionen mit einem Gewinn von 534000 Franken – und damit viel besser als budgetiert. Vor allem Mehreinnahmen bei den Steuern lassen die Kassen klingeln. Zusätzliche Kosten verursachten andererseits die soziale Wohlfahrt und die Bildung. 200000 Franken steckt die Gemeinde in die Vorfinanzierung der neuen Schulbauten für 7 Millionen Franken. 300000 Franken werden auf dem Verwaltungsvermögen abgeschrieben.

Ressortleiter Finanzen, Kurt Hediger (CVP), mahnte mit Blick auf die hohen Investitionen, zum Geld Sorge zu tragen. Schon 2012 werde ein sechsstelliger Betrag wegfallen, den eine Person in Luterbach vergangenes Jahr versteuert hat. Auch die Millionen, die der Kanton in den nächsten Jahren in Luterbach in den Strassenbau steckt, kommen die Gemeinde teuer zu stehen.

Die Luterbacher haben also noch einmal allen Grund zur Freude – bevor dann magere Jahre auf die Gemeinde zukommen dürften.

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