Bucheggberg
Nach Kritik: Spitex-Präsident Jürg Krebs demissioniert

Jürg Krebs hat die Kritik der Gemeindepräsidenten persönlich genommen und tritt deshalb nun von seinem Amt als Spitex-Präsident zurück.

Urs Byland
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Vor wenigen Wochen glaubte Spitex-Präsident Jürg Krebs noch, das Budget 2015 ohne Probleme durchzubringen. Nun hat er seine Demission mitgeteilt.

Vor wenigen Wochen glaubte Spitex-Präsident Jürg Krebs noch, das Budget 2015 ohne Probleme durchzubringen. Nun hat er seine Demission mitgeteilt.

Urs Byland

Die Spitex Bucheggberg kommt nicht zur Ruhe. Während der Betrieb selber in geordneten Bahnen läuft, wirft nun Präsident Jürg Krebs das Handtuch. Die an der Konferenz der Bucheggberger Gemeindepräsidenten (VGGB) geäusserte Kritik am Budget 2015 und an den Zusammenarbeitsabsichten mit Lohn-Ammannsegg habe ihn persönlich tief getroffen. In einer Mail schreibt er: «Seit der gestrigen Diskussion an der VGGB ist mir klar, dass ich nicht der richtige Präsident für den Spitexverein Bucheggberg bin. Ich werde von meinem Amt zurücktreten. Aber ich werde meinen eingeschlagenen Weg noch zu Ende gehen und für die vorgelegten Budgetzahlen geradestehen.» Die hohen Spitexkosten im Bucheggberg stünden in keinem Zusammenhang mit betriebswirtschaftlichen Fehlleistungen oder Misswirtschaft. «Wer sparen will, wird Leistungen kürzen müssen.»

Lohn-Ammannsegg: Der Spitexverein hat die Auflösung auf Ende 2014 bereits beschlossen

Die ausserordentliche Generalversammlung des Spitexvereins von Lohn-Ammannsegg hat das erwartete Ende gefunden. Der Verein wird aufgelöst. Die Gemeindeverantwortlichen haben die Aufgabe gefasst, eine neue Spitex-Organisation zu finden, welche die Spitex für Lohn-Ammannsegg erledigt. Mit dem Spitexverein Bucheggberg liegt bereits ein Zusammenarbeitsvertrag unterschriftsreif vor. Die Gründe für die Auflösung des Vereins sind schnell erzählt. «Für kleine Spitex-Organisationen wird es immer schwieriger, die Vorgaben des kantonalen Spitex-Verbandes erfüllen zu können», sagt Madeleine Kocher, Präsidentin Spitexverein Lohn-Ammannsegg. Als Beispiel erwähnt sie den 24-Stunden-Dienst, der ab Januar 2015 eingeführt werden müsse. «Wir hätten die Leistung für die Nacht schon einkaufen können.» Das Problem sei aber, tagsüber zu jeder Zeit eine diplomierte Pflegerin im Einsatz zu haben. «Das ist in der heutigen Besetzung unseres Dienstes gar nicht möglich. Wir haben nur zwei diplomierte Pflegerinnen, die nach Bedarf arbeiten.» Ein anderes Beispiel seien die Vorgaben im EDV-Bereich. «Es ist nur eine Frage der Zeit, dass auch andere kleine Spitexorganisationen aufgelöst werden müssen», spricht sie die mit den Vorgaben höheren Kosten an. Der Auflösungsentscheid des Spitexvereins fiel einstimmig aus. (uby)

Und die Ausarbeitung des Leistungsvertrages mit der Gemeinde Lohn-Ammannsegg sei eine wohlüberlegte Angelegenheit gewesen, «die sich ausschliesslich positiv auf die finanzielle Situation des Vereins auswirken wird, da sich die Fixkosten entsprechend auf mehr Gemeinden verteilen werden». Es liege sehr wohl in der Kompetenz des Vorstandes, solche Geschäfte abzuschliessen, zumal sie den Verein finanziell weiterbringen, so Krebs in seinem Demissionsmail. «Für mich ist es deshalb unverständlich und nicht akzeptabel, dass sich gewisse Gemeindevertreter in die Zuständigkeiten des Präsidenten bzw. des Vorstandes einmischen, ohne entsprechende Sachkompetenz. Ich empfand die Reaktionen als klares Misstrauensvotum.»

Bedauern wegen der Demission

Die Reaktionen aus den Gemeinden sind eindeutig. Auch wenn ihm das politische Gespür abgehe, was er selber immer wieder betonte, wird der angekündigte Abgang bedauert. «Das war nicht die Idee. Wir haben nicht ihn persönlich kritisiert, sondern das unglückliche Vorgehen im Budgetverfahren», sagt Marianne Meister, Gemeindepräsidentin von Messen. «Ich persönlich bedaure die Demission von Jürg Krebs. Die Spitex macht eine gute Arbeit», sagt Verena Meyer, Gemeindepräsidentin von Buchegg. Vielleicht sei die Kritik zu heftig vorgetragen worden, «aber wir Gemeindepräsidenten wollten einen konstruktiven Lösungsweg beschreiten». Roger Siegenthaler, Gemeindepräsident von Lüterkofen-Ichertswil, dankt Jürg Krebs für die geleistete Arbeit.

Mit viel Herzblut

Jürg Krebs ist überzeugt, innerhalb der Spitex Bucheggberg viel bewegt zu haben. «Das will ich noch zu Ende bringen.» In den nächsten Tagen werde er die Einladungen für die ausserordentliche Budget-Versammlung verschicken, an der das Budget 2015 sowie die Zusammenarbeit mit Lohn-Ammannsegg bereinigt werden sollen. Die ausserordentliche Versammlung sei seine letzte. Danach will er einzig noch seiner Nachfolge den Weg ebnen. «Ich persönlich bedaure diese Entwicklung sehr. Ich habe viel Herzblut in den
Verein gesteckt.» Er hoffe, er sei das berühmte Bauernopfer gewesen. «In ein, zwei Jahren ist das gegessen. Die Kosten werden in den Gemeinden verdaut sein und niemand spricht mehr davon.»

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