Schwingen
Nach Dopingsperre: Schwinger Gisler übernimmt Leaderstellung

Die Nordwestschweizer werden am Schwingfest in Zuchwil unter Druck stehen. Nach der halbjährigen Dopingsperre hat der Rumisberger Spitzenschwinger schnell die Leaderstellung im Solothurner Lager zurückerobert.

Wolfgang Rytz
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So wünscht Bruno Gisler auch in Zuchwil, den Wettkampf zu beenden: Voller Freude über den gewonnenen Lebendpreis.

So wünscht Bruno Gisler auch in Zuchwil, den Wettkampf zu beenden: Voller Freude über den gewonnenen Lebendpreis.

WR

Beim Nordwestschweizerischen Schwingfest am Sonntag in Zuchwil liegt die Favoritenrolle bei den starken Gästen. Trotzdem glaubt Wettkampfleiter Stefan Strebel an einen eigenen Sieger. Doppelt im Fokus steht Bruno Gisler.

Nach seiner halbjährigen Dopingsperre bis Mitte Mai hat der Rumisberger Spitzenschwinger schnell die Leaderstellung im Solothurner Lager zurückerobert. Er befindet sich auf Augenhöhe mit den Aargauer «Eidgenossen» Christoph Bieri und Mario Thürig. Einziger «Tolggen» in der Saisonbilanz ist der knapp verfehlte Kranzgewinn am Schwarzsee-Schwinget. Deshalb blieb Bruno Gisler auf dem Solothurner Hausberg ein grosser persönlicher Triumph (noch) verwehrt. Er feierte am Weissenstein-Schwinget «erst» seinen 99. Kranzgewinn.

Das Jubiläum will er in Zuchwil nachholen. Am «Nordwestschweizerischen» ist alles gerüstet für das 100. Eichenlaub auf seinem Haupt. «Ja, der Jubiläumskranz mit einer Spezialschleife ist parat», sagt Stephan Strebel, Technischer Leiter im Nordwestschweizer Verband.

Reibungsloses Comeback

Im Schwingerlager erlebte Gisler nach seiner abgesessenen Sperre einen problemlosen Wiedereinstieg. Schwinger wie Zuschauer nahmen ihn wohlwollend wieder auf. Ja, der 31-jährige Landwirt erhielt bei seinem Comeback in Basel mit seiner bekannt offensiven Schwingweise sogar Szenenapplaus. Trotzdem ist er in der Folge seines Dopingfalles nach dem «Eidgenössischen» 2013 in Burgdorf vorsichtig geworden. Medienleuten gegenüber verhält er sich zurückhaltend.

Einmaliges Schwing-Erlebnis: Das ist für den Ansturm gerüstet

Am Sonntag wird beim Sportzentrum Zuchwil den Zuschauern nicht bloss attraktiver Schwingsport geboten, sondern auch eine einmalige Infrastruktur, die dafür sorgen soll, dass der Anlass für die Besucher zu einem einmaligen Erlebnis wird. «Unser Ziel ist es, dass sich die Besucher noch lange an das NWS 2014 erinnern werden», sagt OK-Präsident Hugo Schumacher (Luterbach). Dafür hat das OK grosse Anstrengungen unternommen, auch in den Bereichen Werbung, Gabentempel, Dekoration, Sponsoring und speziellen Angeboten für Besucher.

Vorab ist das Kranzer-Paket zu erwähnen, das Besuchern für 170 Franken pro Person viel Exklusivität bietet. Das OK ist für einen grossen Besucheransturm gerüstet. In der Schwing-Arena beim Sportzentrum werden über 3000 Besucherplätze zur Verfügung stehen. Tickets können im Vorverkauf oder an der Tageskasse bezogen werden (tickets@nws2014.ch). Sehen lassen kann sich auch der beachtliche Gabentempel. Auf den Sieger wartet der stattliche Swiss Fleckvieh-Stier «Benno». Rind «Gasolina» und Fohlen «Bob» sind die beiden andern Lebendpreise. (nch)

Der ehemalige Nordostschweizer, der seit 2005 für die Nordwestschweizer schwingt, freut sich aber auf das Kranzjubiläum. Falls es in Zuchwil klappt, ist er erst der 17. Aktive in der Geschichte des Eidgenössischen Schwingerverbandes, dem ein solcher Erfolg gelingt. Die Mitgliedschaft im erlauchten 100er-Club ist eine grosse Ehre.

Besteht die Gefahr, dass der dreifache Familienvater Ende Saison nach dem Kilchberger Schwinget seine Karriere beendet? Stefan Strebel sieht dies nicht so: «Bruno hat in dieser Saison gute Leistungen gezeigt, wie seine zweiten Plätze an vier Kranzfesten unterstreichen. Ich gehe davon aus, dass er nächste Saison gegen Bieri und Thürig wieder um die Nummer 1 in unserem Verband kämpft.»

Wertvolle Stütze

Ein Blick auf den Nordwestschweizer Bestand mit nur vier «Eidgenossen» zeigt, dass Gisler noch mindestens bis zum «Eidgenössischen» 2016 in Estavayer dringend benötigt wird. Dies gilt auch für das Teilverbandsfest in Zuchwil. Obwohl die Berner (Christian Stucki, Matthias Glarner), Innerschweizer (Christian Schuler, Adi Laimbacher) und die Nordostschweizer (Nöldi Forrer, Michael Bless) erstklassige Gäste entsenden, ist Stefan Strebel zuversichtlich, dass ein Nordwestschweizer das Fest gewinnt.

Dazu brauchts aber auch einen Effort der zweiten Garde, die zurzeit vom Basler Henryc Thoenen angeführt wird. Dahinter sorgt der Kampf um die letzten zwei Kilchberger Startplätze für die nötige Motivation. Anwärter darauf sind Roger Erb, Michael Gschwind, Jürg Mahrer, Patrick Räbmatter, David Schmid, Thomas Stüdeli, Stephan Studinger und Tiago Vieira. Das Anschwingen in Zuchwil beginnt um 8.30 Uhr. Der Schlussgang ist auf 16.30 Uhr angesetzt.

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