Mit dem Osterwochenende gehen für Schüler vielerorts die Ferien los. Drei Wochen Schulferien, also 21 Tage oder insgesamt 504 Stunden sind vor allem eins – eine lange Zeit. Das finden auch viele Jugendliche aus den beiden Gemeinden Biberist und Lohn-Ammannsegg und suchen Arbeit, um nebenbei ihr Taschengeld aufzubessern.

Eine gute Idee, aber ...

Die Jugendarbeit Biberist wollte helfen und konzipierte vor den Winterferien eine Ferienjobbörse auf ihrer Internetseite (www.jugendarbeit-biberist.ch). Das Prinzip sieht vor, dass sich Jugendliche und Arbeitgeber mittels einem Onlineformular anmelden. Die Jugendarbeit dient dazwischen als Bindeglied und leitet das Ferienjobangebot an die Jugendlichen weiter. Diese melden sich selbstständig beim Betrieb.

Nur im Moment herrscht ein starkes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. «Gegen 30 Schreiben von Jugendlichen liegen uns vor», bestätigt Jugendarbeiter Marco Hirter. Aus Erfahrung weiss er, dass den jungen Leuten die Arbeit an sich egal ist. «Sie wollen einfach selbstständig etwas Geld verdienen.» Hirter hat über 130 Gewerbebetriebe in der Region angeschrieben und über die Jobbörse informiert. Er kann die wenigen Rückmeldungen diesbezüglich an einer Hand abzählen, «und das waren allesamt Absagen», stellt Hirter enttäuscht fest.

Was sind mögliche Gründe?

Der Jugendarbeiter schätzt, dass die Gewerbe vielseitig belastet sind und den Informationsbrief nicht wahrgenommen haben. Ausserdem vermutet er, dass die Unternehmen einen Mehraufwand bezüglich Arbeitsvertrag und Versicherung befürchten. Eine Umfrage bei Gewerben in der Region zeigt, dass Hirter mit seiner Einschätzung richtig liegt. «Uns ist der administrative Aufwand zu gross», «das Arbeitsvolumen für einen Ferienjob ist nicht da», «unsere wenigen Ferienjobs vergeben wir intern», «Jugendliche sind sehr anspruchsvoll geworden», tönt es aus verschiedenen Reihen.

Ferienjobs sind spärlich gesät

Unternehmer Paul Büetiger hat in seiner Druckerei manchmal Ferienjobs zu vergeben. «Dann kommen aber Personen zum Zug, die seit Jahren aushelfen und gute Arbeit leisten», erklärt er. Auch die GA-Weissenstein hat gelegentlich Ferienjobs zu vergeben. In diesem Zusammenhang arbeiten sie aber bereits mit der Pro Juventute zusammen, so Geschäftsführer Marcel Eheim. Die Landi Bucheggberg bietet keine Ferienjobs an. Leiter Samuel Marti erklärt, dass sie Lehrlinge ausbilden und diese im ersten Lehrjahr rund 750 Franken verdienen. Auf den Stundenlohn ausgerechnet, verdient der Stift rund vier Franken. «Wenn ich einem Schüler für die gleiche Arbeit 20 Franken auszahle, fühlt sich mein Lehrling ungerecht behandelt», so Marti.

Grundsätzlich schreibt der Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) in der Schweiz keinen gesetzlichen Mindestlohn vor. Theoretisch könnte damit der Arbeitgeber irgendeinen beliebigen Lohn ausbezahlen. Nur welcher Spross arbeite heute noch für fünf Franken die Stunde? Und ganz so einfach ist es dann doch nicht. Der Arbeitgeber muss dennoch Gesamt- und Normalarbeitsverträge in den verschiedenen Branchen respektieren und verschieden Auflagen beachten.

Zu kompliziert

Ein Grund, warum Geschäftsinhaber Peter Steiner von Steiner Metallbau in Biberist keine Ferienjobs mehr anbietet. «Früher hatten wir Schuljungs, die einfach etwas machen wollten», erinnert sich der Unternehmer. Wenn es überhaupt etwas wie ein Anstellungsprozess gegeben hat, war dieser unkompliziert. Und: «Die Jungen waren mit einem Batzen und mit getaner Arbeit zufrieden», fügt Steiner an. Heute sind nicht nur die Lohnansprüche von Jugendlichen gewachsen, sondern auch die Liste an Verordnungen des EVD über gefährliche Arbeiten für Jugendliche.