Deitingen

Nach 40 Jahren fuhren in Deitingen die Bagger auf

Bald schon Realität: Der neue Dorfplatz mitten in Deitingen wird von allen Seiten zugänglich sein. zvg

Bald schon Realität: Der neue Dorfplatz mitten in Deitingen wird von allen Seiten zugänglich sein. zvg

Derzeit wird in Deitingen ein neues Dorfzentrum gebaut – die meisten Wohnungen sind bereits vermietet. Bis es aber so weit war, verging viel Zeit. Erst im fünften Anlauf hats mit dem Dorfzentrum geklappt.

Post, Bank, Spitex, Denner, ein Elektrounternehmen, eine Bäckerei mit Tearoom; alles ist in den Finken erreichbar. Dazu in nächster Umgebung eine Metzgerei, Chäsi, Velohändler, Blumengeschäft – gar ein Schuhladen. Wer nächsten Dezember in eine der 18 Wohnungen einzieht und nicht auf grossem Fuss lebt, braucht das neue Dorfzentrum Deitingen nicht mehr zu verlassen. «Publikumsorientierte Nutzung» heisst es im Fachjargon, wenn die Rede von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben ist.

Für Max Wittwer, Verwaltungsratspräsident der Dorfzentrum AG, ein gewichtiger Vorteil der Überbauung im Deitinger Zentrum. Auch Bürgergemeindepräsident Urs Schläfli zeigt sich an einem Rundgang überzeugt: «Die Überbauung kommt einem grossen Zielpublikum zugute.»

Neben Senioren sollen die neuen Wohnungen auch junge Leute anziehen und dem Mangel an Mietwohnungen im Dorf entgegenwirken. Wie es scheint mit Erfolg: «Bereits sind 13 Wohnungen vermietet», weiss Schläfli.

Hoher Anteil an Eigenkapital

Nachdem die Kosten von 12 auf 14,9 Millionen Franken angestiegen waren, mussten Einwohner- und Bürgergemeinde letztes Jahr Kapital einschiessen. Die Aktien der Dorfzentrum AG befinden sich hälftig im Besitz von Einwohner- und Bürgergemeinde. Beide haben Eigenkapital von 3,5 Millionen eingebracht. Die Bürger haben zudem ein Darlehen von einer Million gesprochen. Der Eigenkapitalanteil von 50 Prozent sei ein Vorteil, da man bei den Banken besser zu Geld kommt.

Während etwa in Kriegstetten sehr verdichtet gebaut wird, legen die Zürcher Architekten der Arge Hardstrasse (Krayer und Solenicky/Schmid Schärer) in Deitingen Wert auf ein «lockeres Ensemble». Der neue Dorfplatz zwischen den Gebäuden solle Platz bieten für die Ausbreitung des öffentlichen Lebens. Das ist ganz im Sinne von Gemeindepräsident Hans Frei (CVP). «Hier soll ein Ort der Begegnung entstehen.» Vor allem solle die Bevölkerung mithelfen, den Platz zu gestalten. Deshalb wird die Erweiterung des «Place de Hilari», wie dieser angelehnt ans vorfasnächtliche Treiben genannt wird, erst später fertiggestellt.

Potenzial sieht Hans Frei zudem in einer Erweiterung: Wenn die Nachfrage da ist, könne schon bald ein dritter Block angebaut werden. Dafür hat die Gemeinde bereits eine angrenzende Liegenschaft gekauft. Vorerst freut sich Frei aber auf die Einweihung der beiden Gebäude im Dezember. Es sei eine sinnvolle Investition in die Zukunft, und vor allem «ein Bekenntnis zu Deitingen.»

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