Kyburg-Buchegg
Nach 22 Jahren geht der Blumenhausleiter in Pension

22 Jahre lang hat Heilpädagoge Manfred Lehmann das Blumenhaus in Kyburg-Buchegg geleitet. Nun geht er in den Ruhestand. «Ich empfinde riesige Dankbarkeit», so Lehmann.

Gundi Klemm
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22 Jahre stand Lehmann im Dienste des Blumenhauses.gku

22 Jahre stand Lehmann im Dienste des Blumenhauses.gku

Seit Jahresbeginn 1990 stand Heilpädagoge Manfred Lehmann an der Spitze des Blumenhauses in Kyburg-Buchegg. «Ich war nur der Kapitän, der die Richtung vorgab», relativiert Lehrmann seine Leistung. Als bedeutend wichtiger unterstreicht er das gemeinsame Wirken aller beteiligten Kräfte zur Förderung und Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung. «Dafür, dass mir und allen Mitarbeitenden diese erfüllende Arbeit ermöglicht wurde, dafür empfinde ich riesige Dankbarkeit.»

Auch als Bauleiter gearbeitet

Bei seinem erstmaligen Besuch in Buchegg lernte Lehmann das Heim kennen, das sich um geistig und vielfach behinderte Kinder kümmerte. Vordringlich bei Stellenantritt waren für ihn, der kurz darauf noch einen Nachdiplomlehrgang im Non-Profit-Management absolvierte, bauliche Massnahmen im Haus. Diese begleiteten ihn nebst Sanierungen durch seine gesamte Amtszeit. Zwar verfügte das Blumenhaus damals bereits über einen Neubau mit Schwimmbad und Turnhalle.

Doch dringend nötig war der Ersatz des Bauernhauses, das als altes und zu enges Schulgebäude für Kinder im Rollstuhl gänzlich ungenügend war. «Zu unserem grossen Glück entschied sich der Kantonsrat für den 7,5 Mio. teuren Neubau eines Klassentraktes.» Zur Entwicklung der Institution entwarf Lehmann eine Bauplanung gleich für ein Jahrzehnt und konnte das ursprüngliche Blumenhaus, das neben dem «Buechi-Schlössli» das Ortsbild in Buchegg prägt, renovieren lassen.

Auch Entlastung für Familien externer Schüler

Die Verwaltung stellte schon 1991 ihre Arbeiten auf EDV um. Darauf folgte eine Überprüfung der Strukturen. «In vielerlei Hinsicht erhielten wir einen Pionierstatus, weil unser Blumenhaus seit 1996 über ein Qualitätsmanagement und bereits ab 1991 in einem ersten Leitbild über Aussagen zur Organisationsentwicklung verfügte.» Alljährlich setzten sich die Mitarbeitenden gemeinsam mit wesentlichen Leitgedanken auseinander, die im Blumenhaus eine auch für Aussenstehende spürbar harmonische Kultur des Miteinanders schufen.

Neben Normen und Werten im Zusammenleben und der Überprüfung der Angebote spielte in der pädagogischen Förderplanung die Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Betreuten eine besondere Rolle. Kantonale Konzepte und Leistungsverträge ermöglichten die Gliederung der Institution in Sonderschule, Internat, Kindergarten, geschützte Werkstatt und Wohnheim für erwachsene Menschen mit Beschäftigungsmöglichkeit. Dazu kommen seit Jahren Entlastungsdienste für die Familien externer Schüler.

Mit einer schlanken Organisation

«Für uns im Blumenhaus stand und steht der eigentliche Auftrag als sozialer Dienstleister im Mittelpunkt. Unabdingbar dafür sind hohe Professionalität und ein weit gefasstes Engagement», sagt Lehmann. Sein Ziel habe immer in einer schlanken Organisation bestanden, die ihre Aufgaben in Förderung und Betreuung der anvertrauten Menschen bedürfnisgerecht und wirtschaftlich ohne Verschwendung erfüllen könne.

Einen grossen Einschnitt in die gesamte Heim- und Sonderschullandschaft verursachte die Einführung des Neuen Finanzausgleichs (NFA), gegen den Lehmann anfänglich deutliche Bedenken anmeldete. Nachdem sich Bund, Kantone und der Souverän in einer Volksabstimmung dafür entschieden hatten, suchte er später auf allen Ebenen zur gelingenden NFA-Einführung beizutragen.

Über die Jahre hatte sich Lehmann ein beachtliches Wissenspolster angeeignet, das der zertifizierten Institution (105 Mitarbeitende, 7 Lernende, 12,8 Millionen Franken Umsatz, Verwaltungskosten unter 5 Prozent) in allen Bereichen zugutekommt. Seit seinem Amtsantritt wurde das Angebot entsprechend der Nachfrage verdoppelt. «Im Gegensatz zum Wetter kann das eigentliche Betriebsklima wesentlich beeinflusst werden», lächelt Lehmann.

Aus seiner Sicht gehören dazu: Klarheit und Offenheit in allen Führungsgrundsätzen, eine freundliche Atmosphäre überall in Haus und Umgebung, Vertrauen, Wertschätzung von Arbeit und Persönlichkeit und vor allem Mitmenschlichkeit. Dies alles gibt er seinem Nachfolger Roger Schnellmann, der sich in den letzten Wochen bereits eingearbeitet hat, mit auf den Weg.

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