Ein neu beschafftes Hemd mit passender Krawatte unterstrichen das Ja zur Spielgemeinschaft der beiden Musikgesellschaften Rüttenen und Günsberg. Trittsicher führte sie Claudia Flury im Marschtempo und dem Titel entsprechend «Über d'Fritzeflue» auf der vom Emmentaler-Komponisten Fritz Rickli aufgezeichneten Marschroute ins Frühlingskonzert. Das war durchaus ein erster Fingerzeig auf das Kantonale Musikfest, bei dem die beiden Vereine gemeinsam teilnehmen werden.

Bewusst etwas hoch gegriffen

Die Spielgemeinschaft hat als Selbstwahlstück für das Kantonale Musikfest «High Flyers» ausgewählt. Mit diesem Stück des britischen Heilsarmee-Offiziers Andrew R. Mackereth greift sie bewusst etwas hoch.

Aber die musikalische Leiterin Claudia Flury glaubt, dass ein stetiges Fordern notwendig ist, selbst um nur mindestens seinen momentanen Stand zu wahren. Eigentlich möchte sie ja aber das musikalische Niveau der Gemeinschaft weiter anzuheben versuchen. Deshalb hat sie die rechtzeitige Stückwahl vorangetrieben. Das verschaffte ihr nun ein halbes Jahr Zeit, mit der Gemeinschaft daran zu arbeiten.

Was sie damit bisher erreicht hat, präsentierte die Spielgemeinschaft im Zentrum des ersten Konzertteils. Das klang schon ganz ordentlich. Kleine, nicht eigentlich störende Abstriche gab es natürlich rein besetzungsbedingt. Die Spielgemeinschaft ist keine vollständig besetzte Brass Band, obschon sie aus zwei unabhängigen Vereinen besteht.

Es fehlen eine Tuba, eine Bassposaune, ein Es-Cornet und noch mehr. Dafür hat sie zwei Flügelhörner und - ganz wichtig - eine Truppe motivierter Bläserinnen und Bläser. Die können nötigenfalls sogar auf einer Giesskanne blasen.

Das war allerdings beim Frank Bernaerts Arrangement von «Little Talks» von Monsters and Man noch nicht notwendig. Damit wurde der erste Teil komplettiert.
Der zweite Konzertteil wurde einem Abend zu Hause mit Zappen am Fernseher nachempfunden. Entsprechend den projizierten TV-Sequenzen wurden passende Musiktitel oder Teile daraus gespielt.

Das erlaubte natürlich abrupte Stilwechsel. So konnte «Love and Mariage» von James van Heusen «James Bond Theme» oder «Ds'Hippigschpängschtli» von Peter Reber folgen. «The Bare Necessities» aus dem Dschungelbuch durfte selbstverständlich ohne Bedenken «I Will Allways Love You» folgen.

Den Abend komplettierte ein lustiger Dreiakter. Unter der Regie von Jean Meier einstudiert und von allen sechs Darstellern der Theatergruppe Günsberg gut auf die Bühne gebracht.