Tragende Figuren im kontrastreichen Spiel sind die Grüne Fee (Tanja Baumbeger) und Chräze-Lini (Barbara De Pellegrin-Lach), ihr mutiges Pendant. Beiden liebevoll charakterisierten Protagonistinnen hat Autor Franz Walter die Aufgabe übertragen, den kleinen Leuten gegenüber den auftrumpfenden «Mehrbesseren» zu ihrem Recht zu verhelfen.

Zu viel Absinth-Schnaps

Sei es, dass zu viel Genuss von Absinth-Schnaps - als Synonym für die «Grüne Fee» - gewisse wohlhabende Leute umnebelt in den Bach stürzen liess. Oder seien es die Wahrheiten, die Lini den auf ihren Vorteil pochenden «Ehrenmännern» wie Pfarrer Vogelsang (Urs Mühlethaler), Käser Kofmel (Urs Schmassmann), Viktor Studer (Jörg Studer), Ammann Johann Schläfli (Andreas Hubert) und Regierungsrat Wilhelm Vigier (Sven-Olaf Denkinger) entgegenschleudert.

Anklänge an Robin Hood

Im Mittelpunkt des Spiels im faszinierenden Bühnenbild (Oskar Fluri) steht das Liebespaar Felicitas (Marie-Christine Banga) und Urs Affolter, der gerade gewählte revoluzzerhafte Sigrist (Fabian Schneeberg), dessen Rolle ein wenig an Robin Hood erinnert.

Erst als sich die üblen Gerüchte um ihn entkräften, kann das Paar an eine gemeinsame Zukunft in Amerika denken.

Heiter und traurig

Schon die Ouvertüre zum eingängigen Dülu-Dubach Musikpart zeigt, dass diese Bühnen-Burleske neben aller Komik und Heiterkeit eben auch traurige Seiten aufweist.

Die Band (Lisa Wirth-Gubler, Christof Studer, Lee Bohnenblust, Michael Neuenschwander, Michael Leuenberger, Tobi Knuchel) unter Dubachs Leitung führt zu Beginn aus einer Bluesstimmung zu fröhlichen Country-Klängen.

Gesangliche Leistung überzeugt

Während der über drei Stunden dauernden Aufführung unter der Regie von Thomas Dietrich begeistert diese situativ-begleitende Musik mit unmittelbarem Freiluft-Klangzauber.

Die gesangliche Leistung ist ausgezeichnet, insbesondere bei den Frauenstimmen. Auch die ins Geschehen eingefügten Chorlieder gelingen und gefallen, weil atmosphärisch passend.

Berührend ist der abschliessende Blick auf alle Mitwirkenden, denen das Premierenpublikum mit freudigem Beifall für die grosse Teamleistung dankte.