Weil tote Fische bis zur Lättmühle in Mühledorf gefunden wurden, orten die zuständigen Fachstellen dort den Beginn der Gewässerverschmutzung. «Mühledorf ist nicht sehr gross, der Kreis von möglichen Schuldigen noch kleiner», sinniert Hermann Sahli. Der langjährige Chef des Solothurner Hotels Ambassador und des «Wirthen»-Zunfthauses ist seit 15 Jahren Obmann der Pächter-Gruppe.

Ausgeschlossen sei bisher einzig eine Verschmutzung mit Gülle, sagt Sahli. Gülle hätte geringere Folgen gehabt, als die unaufgeklärt gebliebene Fischvergiftung vom Juni 2011 und ganz besonders als die jetzige. «Diese Taten grenzen an Mutwilligkeit oder sie wurden grobfahrlässig begangen», ist Sahli überzeugt.

Alles Leben vernichtet

«Wer das Gift ins Wasser gekippt hat, musste wissen, dass es den ganzen Bach ‹reinigt›.» Alles Leben sei im Mülibach vernichtet worden, also auch alle Bachforellen, Groppen und Krebse. Zu den von den Behörden geschätzten 1000 vergifteten fangreifen Forellen seien auch die 5000 Brütlinge zu zählen, die der Kanton letztes Jahr als Folge der damaligen Gewässerverschmutzung ausgesetzt habe. «Als mich die kantonale Fischereiaufsicht über das Fischsterben informierte, fuhr ich an eine Stelle, wo ich tote Fische vermutete. Der Eindruck war so verheerend, dass ich nicht mehr weiterschauen mochte.»

Die Pacht koste jährlich 580 Franken. Der Mülibach werfe normalerweise einen Ertrag von ungefähr 150 Forellen pro Jahr ab. «Wir haben uns freiwillig eine Mindestfanggrösse von 25 Zentimetern auferlegt», informiert Sahli. Vorgeschrieben seien 23 Zentimeter.

Ruhe und Aufenthalt in der Natur

Mindestens einmal im Jahr würden sie den Mülibach entrümpeln. «Wir nehmen alles raus, was die lieben Mitmenschen reinwerfen.» Das seien hauptsächlich Picknick-Reste wie Plastikbesteck, Dosen und Flaschen. Zu ihren Aufgaben gehöre auch das Ausreisen von Neophyten. Sahli nennt den Japanischen Knöterich und das Springkraut. «Keiner von uns fischt nur wegen der Forellen. Das Fischen bedeutet für uns Ruhe und Aufenthalt in der Natur.»

Aus Sicht der Kantonspolizei gebe es derzeit keine neuen Erkenntnisse, sagte Polizeisprecher Andreas Mock am Freitag auf Anfrage.