Mausefalle
«Montags ist sie nie da»: Drei Freunde duellieren um ein Frauenherz

Mit «Montags ist sie nie da» zeigt das Teatro Mobile in der Mausefalle die Uraufführung eines von den Darstellern Remo Streit und Christoph Stapfer selber geschriebenen Bühnenstückes.

Helmuth Zipperlen
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Christoph Stapfer, Johnny Sollberger und Remo Streit (v.l.) alias Tim, Spence und Rob: Bierselige Gemütlichkeit ist eine flüchtige Sache.

Christoph Stapfer, Johnny Sollberger und Remo Streit (v.l.) alias Tim, Spence und Rob: Bierselige Gemütlichkeit ist eine flüchtige Sache.

Zur Verfügung gestellt

Obwohl sich die beiden Schauspieler ihre Rollen auf den Leib geschrieben haben, könnte das Werk «Montags ist sie nie da» durchaus von anderen Bühnen nachgespielt werden. Dramaturgisch solide gestaltet, entbehrt es nicht einer gewissen Spannung an zwischenmenschlichen Beziehungen.

Im Grunde ist es ein klassisches Dreieckstück und solche vermögen seit jeher das Publikum in ihren Bann zu schlagen.

Kurze Szenen, starke Wirkung

Drei Schauplätze sind angedeutet, an welchen simultan gespielt wird. Eine Bar und die Wohnungen von Rob und Tim. Es sind, fast filmisch gestaltet, kurze Szenen, die in flüssiger Reihenfolge die Geschichte transportieren. Eine Qualität des Stückes liegt darin, dass es nicht zerredet wird. So sind einzelne Szenen ohne Dialog und in anderen wird zwischen den Texten Raum für mimische Gestaltung gelassen.

Die Technik in den Händen von Jana Zimmermann ist gefordert, die Lichtbestimmung und die Musikeinlagen präzise zu bestimmen, um die Handlung wirkungsvoll zu unterstützen. Trotz des einfach gehaltenen Bühnenbildes ist die Bühne reichlich möbliert, da sie ja zwei Wohnräume umfassen muss. Die Farbe bei den Kulissen dokumentiert die Abgrenzung, die spielerisch schon mal überschritten wird. Spence feiert Geburtstag und lädt dazu auch Leute ein, die sich vorher nicht kannten. Er ist mit dem Cartoonisten Tim befreundet, aber auch mit Rob, einem Managertyp, welcher sich für die Rockband von Spence einsetzt.

Während Spence und Tim beisammen sitzen, kommt Rob, bringt eine E-Gitarre als Geschenk und geht gleich wieder. Tim wird von ihm als Freund von Spence kaum zur Kenntnis genommen. Am nächsten Morgen empfängt Rob die Journalistin Michelle zu einem Interview. Er möchte auch bei ihr nichts anbrennen lassen und spielt ihr den charmanten Verführer vor.

Mit der Zeit könnte aber durchaus eine ernsthafte Beziehung daraus werden. Tim entwirft für eine Gratiszeitung Comics und tauscht sich darüber mit Michelle aus, welche für die gleiche Zeitung arbeitet. Sie wird für ihn zur Muse, er verliebt sich in sie, kann es ihr aber nicht recht sagen. Unterhaltsam und witzig schreitet die Handlung voran. Da trifft eines Tages Spence Michelle bei Tim an. Als er dann später die gleiche Frau bei Rob antrifft, wird ihm klar, dass seine beiden Freunde von der gleichen Frau schwärmen. Handgreifliche Auseinandersetzungen, gegenseitige Schuldzuweisungen und eine auf Zeit spielende Michelle sind die Folgen. Sie wird sich für einen der beiden Liebhaber entscheiden müssen.

Ein Jahr Arbeit steckt dahinter

Dominique Lysser vermag die Zerrissenheit dieser Figur sehr gut zur Geltung zu bringen. Ko-Autor Remo Streit hat seine Bühnenfigur Rob mit Oberflächlichkeit, Nonchalance und etwas Tiefgang ausgestaltet. Eher als Träumer und etwas entrückter Künstler sieht Ko-Autor Christoph Stapfer seine Bühnenfigur Tim. Allen gemeinsam ist das überzeugende nonverbale Spiel. Die Figur des Spence hätte leicht zum Stichwortträger werden können, doch Johnny Sollbergers hervorragendes Spiel lässt sie zeitweise zum Mittelpunkt werden.

Ein ganzes Jahr lang haben Remo Streit und Christoph Stapfer an dieser Tragikomödie gearbeitet, die Story entwickelt und verfeinert. Das Resultat darf sich sehen lassen.

Nächste Aufführungen Fr./Sa., 4./5. Oktober, je 20 Uhr; So., 6. Oktober, 17 Uhr.

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