Lommiswil

Mobilfunkbetreiber versuchen in Lommiswil erneut Fuss zu fassen

Die Profilstange in der Mitte weist auf den Standort der Antenne hin.

Die Profilstange in der Mitte weist auf den Standort der Antenne hin.

Sie sind unsichtbar, man kann sie weder hören noch riechen. Und sie machen vielen Leuten Angst: Die Strahlen, die von den Mobilfunkantennen ausgehen. In Lommiswil wehren sich die Anwohner gegen die Mobilfunkantenne – die Strahlung sei zu hoch.

Landesweit stehen Tausende Mobilfunkantennen, dank denen man fast ungehindert mit dem Handy telefonieren kann. Nicht in Lommiswil: dort hat sich ein Teil der Bevölkerung bisher erfolgreich gegen eine Antenne gewehrt. So lange sämtliche gesundheitlichen Bedenken nicht ausgeräumt sind, werde bei ihnen keine Mobilfunkanlage in die Höhe gezogen, so der Tenor.

Nun hat Orange einen neuen Anlauf genommen – überzeugt, dass die Kundschaft in der Leberberger Gemeinde unterversorgt ist. Ein Bauprofil mitten im Dorf weist auf den prominenten Standort hin. Rund 13 Meter hoch und 30 Zentimeter im Durchmesser. Eher klein im Vergleich zu anderen Antennen. «Eine Kompaktanlage» in den Augen von Experten. Daneben auf dem Dach der Firma Lagras, wo früher das Coop war, stehen die Profile für eine Richtstrahlanlage.

Grenzwerte vorgängig senken?

Trotzdem hat sich gegen die Baubewilligung Opposition von Anwohnern formiert. Drei Parteien, darunter die Gemeindepräsidentin Erika Pfeiffer, monieren die zu hohe Strahlung, die von der Anlage ausgeht. Gestern musste sich das Verwaltungsgericht mit dem Fall beschäftigen. Dabei interessierte sich Verwaltungsgerichtspräsident Beat Stöckli vor Ort auch für die Rolle der Grundeigentümer, die auf dem benachbarten Gelände ein Schild mit der Aufschrift «Zu verkaufen» aufgestellt haben.

Denn würde der Grund direkt neben der Antenne abparzelliert und darauf ein Gebäude erstellt, hätte dies einen Einfluss auf den Strahlungs-Grenzwert von 6 Volt pro Meter, sind die Beschwerdeführer überzeugt. «Dieser Wert wäre dann zu hoch. Deshalb muss die Baubewilligung aufgehoben werden», sagt Cornelia Lüthi, rechtliche Vertreterin der Antennengegner. Sie beruft sich auf ein Urteil, dass das Bundesgericht im Zusammenhang mit einem Fall in Hägendorf gefällt hat.

Demnach genüge es bei unüberbauten Grundstücken nicht, die vorsorgliche Begrenzung der Strahlung auf den Zeitpunkt der Überbauung der Parzellen zu verschieben. «Vielmehr müssen schon im Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Mobilfunkanlage die Grenzwerte eingehalten werden, die im Falle einer zonen- und baurechtskonformen Überbauung der Parzellen gelten würden.» Damit solle sichergestellt werden, dass die bewilligte Anlage auch nach der Überbauung noch den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Martin Eggen, Vertreter von Orange, hält entgegen, dass die Richtstrahlung in neun Metern Höhe über die angrenzenden Häuser hinwegzielen würde. «Und falls nötig, könnten wir die Leistung immer noch anpassen.»

Entscheid in drei Wochen

Neben der zu hohen Strahlung werde auch das geschützte Ortsbild beeinträchtig, führen die Beschwerdeführer ins Feld. Das Grundstück wird vom Ortsbildschutz überlagert. Gerichtspräsident Stöckli stellte nach einer Begehung jedoch fest, dass sich ohnehin von keiner der Einfallsstrassen ein uneingeschränkter Blick auf die geschützte Zone mit dem Steinkreuz und den prächtigen Bäumen bietet.

Der Rechtsdienst des Baudepartements beantragt, die Beschwerde gegen das Baugesuch abzuweisen. Wenn aber das Gericht zum Schluss komme, dass die Absicht des Grundeigentümers genügend konkret sei, um eine Abparzellierung vorzunehmen, müsse die Bewilligung neu beurteilt werden. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts wird in drei Wochen erwartet.

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