Roggwil
Mix aus Tradition und Moderne in der ehemaligen Kaltenherberge

In der Roggwiler Bromer Art Collection harmonieren Bergmalerei und zeitgenössische Kunst. Dass in der ehemaligen Kaltenherberge zwei Kunstwelten aufeinandertreffen, wird dem Besucher beim Betreten der Eingangshalle sofort klar.

Carla Stampfli
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Besitzer René Brogli (l.) mit Kurator Christian Herren.

Besitzer René Brogli (l.) mit Kurator Christian Herren.

Hansjörg Sahli

Rechts das Werk von Johann Gottfried Steffan «Klöntalersee im Abendlicht» aus dem Jahr 1854, links die Bilderserie von Gerhard Richter «Neun Objekte» aus dem Jahr 1969.

Die Bromer Art Collection wird ab Frühling 2013 Kunstwerke zum Thema Bergmalerei und zeitgenössische Kunst in einem neuen Licht präsentieren. Initiant und Besitzer René Brogli überlässt die kreative Leitung dem 20-jährigen Berner Galeristen und Kurator Christian Herren.

Er stellt die Werke zusammen und prägt mit unkonventionellen Ideen die Sammlung und die Wechselausstellungen der Bromer Art Collection.

Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne

Im Fokus steht die Geschichte der Bergmalerei im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Auf 1500 Quadratmetern finden klassische Künstler wie Cuno Amiet, Ferdinand Hodler oder Waldemar Fink und zeitgenössische Künstler wie Daniel Hauptmann, Valentin Rorschacher oder Sabine Hertig Einklang.

Die urbane Museumsarchitektur im ländlichen, traditionellen Roggwil passt zum Grundgedanken der Sammlung: die Verbindung von Tradition und Moderne.

«Unser Ziel ist es, ein breites Publikum aus dem In- und Ausland anzusprechen und trotzdem stark verwurzelt zu bleiben», erklärt René Brogli.

Das Leitmotiv der Bromer Art Collection ist Ausdruck der Schweizer Identität und durch die Leidenschaft von Brogli zur Bergmalerei entstanden.

Alpen-Landschaft ist Vorlage vieler Bilder

Keine andere Landschaft hat eine vergleichbar reiche Produktion von Bildern hervorgerufen wie die Alpen. Bis vor 300 Jahren galten sie als bedrohlich und wurden nur aus der Ferne skizziert.

«Erst im 18. Jahrhundert, im Rahmen der grossen Transformation, sind die Alpen für die Künstler interessant geworden», erklärt Kurator Christian Herren.

Früher widmeten sich Künstler wie Giovanni Segantini oder Alexandre Calame mit Pinsel und Farbe dem Bergthema. Heute wird mit unterschiedlichsten Techniken gearbeitet.

Von der Fotografie über Videoarbeiten, Installationen, Assemblagen von Objekten bis hin zur Performance. «Es ist spannend aufzuzeigen, wie das klassische Leitmotiv des Berges für die Kunst eine unerschöpfliche Inspirationsquelle bietet», sagt Kurator Christian Herren.

Mit seinem Spürsinn für die Kunst will er junge Künstler sowie verschiedenste Kunstformen in ein neues Blick- und Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne stellen.

Die Bromer Art Collection will nicht nur Kunst anbieten. Das museumseigene Restaurant bietet innovative Gerichte unter der Leitung des Punktekochs Roc Greisler. «Der Weg nach Roggwil soll zu einem sinnlichen Erlebnis werden», erklärt René Brogli. Ein Ort, wo Kunst und Gastronomie harmonieren.