Bellach
Mit so vielen negativen Einflüssen lässt sich nur schwer «Waldbau» betreiben

Zur Generalversammlung des Verbandes Forstpersonal Region Solothurn konnte Präsident Patrik Mosimann im Klubhaus des Fussballklubs Bellach 27 Mitglieder und acht Gäste willkommen heissen.

Irmfriede Meier
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V. l.: Patrik Mosimann, Walter Christen, Meinrad Lüthi sowie die neuen Mitglieder Markus Kaufmann und Hans Zwahlen.

V. l.: Patrik Mosimann, Walter Christen, Meinrad Lüthi sowie die neuen Mitglieder Markus Kaufmann und Hans Zwahlen.

Irrmfriede Meier

Seinen Jahresbericht 2013 leitete Patrik Mosimann (Grenchen) ein mit der Bemerkung, dass neun Jahre als Präsident des Verbandes Forstpersonal Region Solothurn zwar eine lange, doch meist eine schöne Zeit gewesen sei. Der Waldbau, die wichtigste Aufgabe als Betriebsleiter und Forstangestellter, werde heute kaum mehr geschätzt.

«Viel mehr zählen die positiven Abschlüsse, welche oft dazu führen, Massnahmen im Wald zu tätigen, hinter denen wir nicht voll stehen können.» Mosimann nannte beispielsweise Holznutzungen im Sommer, «wo wir mit einem höheren Holzerlös geködert werden»; die Nutzungsart «Vollbaummethode» zugunsten des Energieholzes, damit mehr Masse genutzt werden kann zu deutlich günstigeren Rüstkosten; vermehrte Holznutzungen in wertvolleren Beständen; allgemeiner Verzicht auf Arbeiten, welche nicht kostendeckend ausgeführt werden können. Das sei langfristig keine positive Entwicklung für den Wald.

Er stelle fest, dass sein grüner Beruf ins Büro gewechselt hat. Das sei schade, denn jede produktive Stunde im Wald bewirke langfristig mehr Zusammenarbeit mit dem angestellten Forstpersonal und einen besseren Bezug zur praktischen Tätigkeit.

Negative Einflüsse

Echte Sorgen bereite aber Präsident Patrik Mosimann, wie er heute mit so vielen negativen Einflüssen «Waldbau» betreiben soll. So beobachte er, dass die ältesten Weisstannen reihenweise sterben (Misteln, Hallimasch und Weisstannenborkenkäfer, ein Ulmensterben (grössere Ulmen kann er mit einer Hand abzählen), die Buchennekrose (Pilzerkrankung), dass die Fichte gefährdet ist durch Trockenheit, Sturm und Borkenkäfer, den asiatische Laubholzborkenkäfer, der alle Laubbaumarten gefährdet. Zusätzlich schade das Schalenwild (Reh, Gams und bald der Hirsch) bei der artenreichen Verjüngung.

Wahlen und Ehrungen

Die 19. GV des Verbandes Forstpersonal Region Solothurn genehmigte einstimmig den Jahresbericht des Präsidenten, die vom Kassier Michael Bühlmann erläuterte positiv abschliessende Jahresrechnung 2013 und das Budget 2014.

Gutgeheissen wurden auch die Mitgliederbeiträge und das Tätigkeitsprogramm. Als neue Mitglieder gewählt wurden Markus Kaufmann, Forstwart (Deitingen) und Hans Zwahlen, Forstwart Forstbetrieb Wasseramt AG (Etziken).

Gebührend geehrt wurden Walter Christen (Solothurn) für 35 Dienstjahre, Meinrad Lüthi (Bettlach) für 30 Dienstjahre, Hannes Aeberhard (Hessigkofen) für 25 Dienstjahre und Jonas Walther (Hessigkofen) für 10 Dienstjahre. Der Verband des Forstpersonals zählt aktuell insgesamt 52 Mitglieder.