Leise gleitet das Shuttle 4 über die Monoschiene, fast geräuschlos. Nur bei der Andockstation rattert es. Michael Koch runzelt die Stirn: Da hat der Ästhet noch Verbesserungspotenzial entdeckt. Aber grundsätzlich ist er zufrieden. Sehr zufrieden, sogar. Das Shuttle, das mit seiner kleinen Ladefläche über das Transportsystem «Montrac» flitzt, hat immerhin zwei internationale Designpreise abgeräumt: den «Good Design Award 2012» (Chicago) sowie den «international Forum Product Design Award 2013» (Hannover).

34 Preise gewonnen

Eigentlich nichts Neues. Michael Koch hat 1984 die Firma «i Design AG» gegründet und inzwischen 34 Preise gewonnen. Dass er sich Nummer 33 und 34 mit dem Shuttle des «Montrac» verdient hat, freut ihn aber besonders. Denn das sogenannte Intralogistik-System, das in Lagern und Produktionshallen verschiedenster Firmen genutzt wird, ist das Produkt der Gerlafinger «Montratec AG» (wir berichteten), die vor zwei Jahren aus dem Unternehmen «Montech» heraus entstanden ist. Und für die «Montech» hat Koch vor 29 Jahren seinen ersten Auftrag überhaupt ausgeführt. Er gestaltete damals ein Einlegegerät – und dieses wurde 1987 ebenfalls mit einem Designpreis ausgezeichnet.

Zu Besuch mit den Lions

«Ich bin stolz, dass unsere Kunden bei uns bleiben», kommentiert Michael Koch. Auch schon die ersten drei Shuttle-Typen des «Montrac» habe seine Firma gestaltet. Der Entwicklungsprozess sei dabei immer ein Zusammenspiel zwischen Designer und Produzent. Ein Beispiel? «Ursprünglich hätte das Shuttle vier Arme haben sollen, aber so kam es nicht richtig um die Kurve. Wir haben dann vorgeschlagen, das Gefährt mit nur zwei Armen zu bauen», erklärt Koch.

Diese Woche hat der Industrial Designer und Präsident des Lions Club Bucheggberg-Wasseramt anlässlich der Auszeichnung mit seinen Klubmitgliedern die «Montratec AG» besucht. Das Transportsystem ist dabei auf grosses Interesse gestossen, nicht nur des Designs, sondern auch der Technik wegen, die darin steckt. «Es ist ein selbststeuerndes System», so die Beschreibung des Geschäftsführers Christof Ackermann. Das Shuttle wird per Computer mit einer Zieladresse versehen und gelangt durch das Stellen von Weichen unterwegs selbstständig zum gewünschten Standort.