Lohn-Ammannsegg
Melioration «Lohnmatten»: Aus 193 wurden 61 Grundstücke

Vor 70 Jahren starteten in Lohn die Arbeiten für die Melioration «Lohnmatten». Ziel war es, die vielen kleinen Grundstücke zusammenzulegen, die Bodennutzung zu erhöhen und die Grundstücke neu zu erschliessen.

Stefan Luterbacher
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Flugaufnahme Lohnmatten 1969 mit dem ersten Gewerbesilo, aber noch weitgehend ohne Industrie.

Flugaufnahme Lohnmatten 1969 mit dem ersten Gewerbesilo, aber noch weitgehend ohne Industrie.

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Vor und während des Zweiten Weltkriegs waren Meliorationen im Rahmen der sogenannten «Anbauschlacht» (Plan Wahlen) hoch im Kurs. In Zeiten der Nahrungsknappheit, wie es ab Kriegsausbruch 1939 der Fall war, wurden in der ganzen Schweiz Güterzusammenlegungen (GZ) von Bund und Kanton stark gefördert.

1941 gaben 61 Grundeigentümer des Landwirtschaftsgebietes Lohnmatten (auch Ey genannt) im Restaurant Neuhüsli in Lohn den Startschuss für ein Zusammenlegungswerk von 280 Jucharten (100 ha). Sie besassen total 193 Parzellen. Vom Projekt betroffen waren die beiden Gemeinden Lohn (SO) und Bätterkinden (BE) und damit die beiden Kantone Solothurn mit 65 Prozent und Bern mit 35 Prozent.

Ziel war es, die vielen kleinen Grundstücke («Hosenträger-Parzellen») zusammenzulegen, die Bodennutzung zu erhöhen und die Grundstücke neu zu erschliessen.

Die Güterzusammenlegung wurde 1943 – genau vor 70 Jahren also – durch die Verlegung des Biberenbaches erstmals in Angriff genommen. Dabei leitete man den Mülibach frühzeitig in den Biberenbach um. Gleichzeitig wurden die fünf Dorfbäche eingedolt, die von den am Hang gelegenen Dörfern Lohn und Ammannsegg das Regenwasser in vielen Krümmungen in die Ebene «Lohnmatten» leiteten und oft viel Kulturland überschwemmten.

Bund zahlte die meisten Kosten

1944 erfolgte der Wegneubau. 1945 wurden durch den neuen Besitzstand 61 neue Grundstücke (30 Prozent der damaligen Grundstücke) im Umlegungsverfahren zugeteilt. Die Kantonsgrenze, die grosse Teile der Grundstücke durchschnitt, wurde notgedrungen verlegt. Dies hatte für die Gemeinde den Vorteil, dass die Strasse vom Neuhüsli nach Lüterkofen und das untere Gebiet Hofacker/Günnikofen, sowie das südliche Bahnhofareal Lohn-Lüterkofen ganz auf Solothurner Boden zu liegen kam.

Das Gebiet, das heute das Eingangstor vom Bucheggberg in Lohn-Ammannsegg ist, wurde somit solothurnisch. Im Gegenzug trat Lohn an Bätterkinden und den Kanton Bern das weniger verkehrsfähige Land nahe beim Altisbergwald ab.

Die Einwohnergemeinde Lohn zahlte an die Gesamtkosten der Melioration von einer halben Million Franken einen Beitrag von 16 800 Franken und handelt sich gleichzeitig das Rechte in, die Gemeindekanalisation an die Drainage-Hauptleitung der Flurgenossenschaft anschliessen zu dürfen. Der Beitrag des Bundes an das Gemeinschaftswerk «Lohnmatten» betrug über 75 Prozent. 1949 wurde das Werk definitiv abgeschlossen. Ein Gedenkstein beim Biberenbach erinnert an diese Güterzusammenlegung.

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