«Ich habe meine Katzen gesucht und sie gerufen. Gekommen sind zwei junge Füchse», berichtet Irene Roth. Sie wohnt beim Bahnhof Bellach am Blumenweg. Natürlich habe sie daraufhin nicht mehr gerufen, die jungen Füchse nicht angeschaut und versucht, die Tiere nicht anzulocken, denn eines blieb ihr zunächst hartnäckig an den Füssen.

Auch Karenina Spade vom nahen Fotostudio Jeker hat die beiden jungen Füchse schon oft beobachten können. «Manchmal setze ich mich in Pausen draussen auf die Rampe. Die Füchse kommen sehr nahe und sind überhaupt nicht menschenscheu. Aber es ist extrem unhygienisch. Sie liessen tote Tiere und Exkremente zurück.»

Reife Kirschen zum Menu

Irene Roths Versuche, die jungen Füchse nicht anzulocken, blieben ergebnislos. «Später hatten wir sie trotzdem in unserem Garten. Ich versuchte sie zu verscheuchen, hatte aber das Gefühl, die jungen Füchse wollten spielen.» Beinahe jeden Abend seien die Füchse ins Quartier gekommen.

Der von der Polizei gerufene Jagdaufseher Dino Paratore weiss warum. «Bei einem Kirschbaum hatte es reife Früchte.» Er vermute, dass die jungen Füchse ihre Mutter verloren hatten und nun froh waren um die Kirschen. Meistens seien es aber Katzengeschirre, die Füchse anlocken. «Das ist ein allgemeines Problem. Die Füchse fressen aus dem Napf der Katzen.» Es gebe auch Leute, die Füchse direkt füttern, ärgert er sich, aber machen könne er da wenig.

Von Räude geplagt

Der junge Fuchs musste erlöst werden. «Er hatte bereits fünflibergrosse Blätze mit Räudemilben», berichtet der Jagdaufseher im Revier 5 (Bellach/Selzach). «Die Tiere mit dieser Milbenerkrankung kratzen sich halb zu Tode.» Zudem ist die Räude ansteckend. «Im Quartier hat es Katzen, Hunde und Schafe. Vereinzelt können auch Menschen befallen werden.» Er nimmt an, dass es auch der zweite junge Fuchs nicht lange schaffen werde.

Wenn die Tiere Räude haben, werden sie sehr zutraulich. «Man darf sie auf keinen Fall anfassen», erklärt Dino Paratore. Bereits habe er schon wieder ein Telefon erhalten, dass in Bellach ein zutraulicher Fuchs in den Gärten wildere. Er spricht von einer aktuell übermässigen Anzahl Tiere mit Räude. Die Anzahl Füchse sei ab und zu ein Problem. Wird die Gesamtpopulation zu gross, dezimieren sich die Tiere oft selber mit übertragbaren Krankheiten. Dann ist die Dichte wieder kleiner und die Würfe werden dafür wieder grösser.