Geht es nach Michael Rätz, dann war es einfach wieder einmal fällig. «Messen war 1993 und 2003 Ausrichter des Regionalturnfestes», berichtet der OK-Präsident. «Das Fest hat Tradition bei uns. Es ist wie zu einem Generationenanlass geworden. Diejenigen, die nicht mehr so heftig turnen, helfen das Turnfest organisieren und geben ihr Wissen weiter.

So können die Jungen ihre erste Erfahrung machen.» Und vielleicht in zehn Jahren das nächste Turnfest in Messen organisieren. Doch das sagt Michael Rätz nicht. Er ist seit acht Jahren Präsident des lokalen Turnvereins und weiss, wie der Laden läuft. «Ein Fest in dieser Grössenordnung ist aber schon einmalig.»

Hinter dem Restaurant Sonne erstreckt sich leicht abfallend eine grosse Kuhweide. Auf dieser wird der grösste Teil des Fest- und Turngelände eingerichtet. Insgesamt werden rund 12 Hektaren Kulturland für das Turnfest benötigt. Das Land gehört drei Landwirten. «Vor und nach dem Fest wird der Bauernverband das Land bewerten und so die zu bezahlenden Schäden eruieren.»

«Hier haben wir das Glück, dass alles sehr zentral liegt. Insbesondere die Wettkampfanlagen und das Festgelände», erklärt Michael Rätz die Infrastruktur. Auf der Weide wird die Turnerfamilie die Leichtathletik-Disziplinen sowie Fit-und-Fun-Übungen und die Stafetten absolvieren. Etwas weiter entfernt liegen die Parkplätze und der Zeltplatz. Einzig das Geräteturnen, Gymnastik und Aerobic wurden ausgelagert und finden in der Turnhalle Utzenstorf statt, das mit einem Shuttle-Dienst erreichbar ist.

1000 buchten einen Zeltplatz

Momentan sieht man noch etliche Maulwurfhügel und mitten auf der Weide einen hellgrünen Streifen Land. «Das ist die 100-Meter-Bahn. Diese präparieren wir schon seit dem letzten Herbst, mähen das Gras und walzen.»

Und damit die Rennstrecke auch bei schlechtem Wetter so gut wie möglich hält, haben die Turner die Bahnen schon mal vorgespurt, sprich mit Spurts den Boden verfestigt. «Wir machen, was möglich ist, nach bestem Wissen und Gewissen.»

Aber mit etwas Bodenunebenheiten oder fallendem Gelände müssen die Turnerinnen und Turner leben. «Sonst könnten wir hier in Messen gar nicht mehr ein Turnfest organisieren.» Der Einsatz wird goutiert.

Über 1000 Personen haben sich für die Übernachtung auf dem Zeltplatz angemeldet. «So viele wie Messen Einwohner hat.» Sie wollen den Festakt am Sonntagmorgen nicht verpassen und am Abend zuvor unbeschwert festen.

Wobei laut 120-seitigem Festführer im Dorf selber schon um 22 Uhr Nachtruhe einzuhalten ist. Einzig auf dem Festgelände wird bis nach Mitternacht gefeiert. Das Budget ist mit rund 300 000 Franken «viel höher» als beim letzten Turnfest in Messen.

«Dazugekommen sind etwa der Sicherheitsdienst, ein Arzt, eine Putzequipe und so weiter.» Wenn das Wetter einigermassen mitspielt, fällt aber für den Turnverein Messen ein rechter Gewinn ab.

Viele Vereine aus der Ostschweiz

Erwartet werden am Samstag zirka 2000 Erwachsene und am Sonntag zirka 1000 Kinder und Jugendliche, die alle ihr Programm turnen. Mit dabei sind etliche Gastvereine. «Erstaunlicherweise keine aus den anderen solothurnischen Regionalturnverbänden sondern aus der ganzen Schweiz.

Etliche Ostschweizer sind beispielsweise anzutreffen. Etwa 450 Personen helfen mit Einsätzen am Turnfest mit. An vieles musste und müssen Rätz und sein Team denken, damit die Turnerfamilie für ein Wochenende unbeschwert auf der Weide turnen kann.

Das reicht von A wie Alkohol – Abgabe von verschiedenfarbigen Armbändern entsprechend den Altersstufen an die Vereine – bis Z wie Zentrale Meldestelle. Diese befindet sich beim Infotower auf dem Gelände, der schon eine Woche zuvor am Schwingfest als Kassenhäuschen Verwendung findet.

Das Regionalturnfest Solothurn und Umgebung findeto von 13. bis 15. Juni in Messen statt. Weiter Informationen finden Sie unter www.rtf2014messen.ch.