Die Diskussion über die Erhöhung der Stellenprozente für die Gemeindepräsidentin Jasmine Huber zog sich im Gemeinderat lange hin. Dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Warten auf den Entscheid hat sich zumindest für die ebenfalls teilweise ausgeschlossene Gemeindepräsidentin gelohnt. Ihr Pensum soll um 10 Prozent auf 30 Prozent erhöht werden. Das Begehren wird auch an der Gemeindeversammlung zur Sprache kommen. Die Erhöhung der Stellenprozente wird der Versammlung im Rahmen der Überarbeitung der Dienst- und Gehaltsordnung vorgelegt.

Vielleicht steht dort aber irgendwer auf und beantragt eine zusätzliche Erhöhung der Stellenprozente für die Gemeindepräsidentin, ohne die angespannte finanzielle Lage der Gemeinde zu berücksichtigen. Denn den effektiven Aufwand sieht die Gemeindepräsidentin bei 40 Stellenprozenten. Seit Amtsbeginn haben sich 250 Überstunden angehäuft, wobei diverse Zusatzarbeiten nicht aufgeschrieben wurden. Die Sitzungsliste ergibt seit Dezember über 80 zusätzliche Sitzungen. Als Gründe für die Mehrbelastungen wird die Zunahme von Geschäften genannt, wobei diese aufwendiger und komplexer geworden seien. Mit der Fusion ist Riedholz zu einer mittelgrossen Gemeinde mit 2300 Einwohnern gewachsen. Die Bautätigkeit hat zugenommen. Die Gemeindeentwicklung und die Führung der Geschäfte würden in der heutigen Zeit einen Mehr- sowie einen flexiblen Arbeitszeitaufwand verlangen.

Das Thema ist nicht neu. Vorgänger Peter Kohler hatte ein Stellenpensum von 20 Prozent als unzureichend befunden und eine Erhöhung auf die neue Legislatur gefordert. Die neue Gemeindepräsidentin verzichtete auf einen Antrag um Erhöhung der Stellenprozente im ersten Jahr, auch weil sie an ihrer ersten Gemeindeversammlung dem Souverän eine Steuererhöhung beantragen musste.

In den Vorgesprächen habe der Finanzkommissionspräsident das Pensum bei 35 Prozent angesiedelt. Die Gemeindepräsidentin wiederum begnügte sich nun beim Antrag mit einer Erhöhung um 10 Stellenprozente.

Schulraummiete neu berechnen

An der Gemeinderatssitzung wurde Michael Järmann (Ressort Bildung) instruiert, welche Ziele er im GSU-Vorstand bei einer Überarbeitung des Reglements Miete, Liegenschaftsunterhalt und ICT-Struktur anstreben soll. In Riedholz ist man unzufrieden mit dem aktuell geltenden Reglement. So zahle Riedholz mit Abstand am meisten der angeschlossenen Gemeinden in die GSU ein, in Sachen Miete sei der Rücklauf aber im Vergleich geringer. Flumenthal erhält beispielsweise aktuell für die vom Zweckverband gemieteten Räume und Turnhalle 130 000 Franken, Günsberg 175 000 Franken, Hubersdorf 125 000 Franken und Riedholz inklusive Ortsteil Niederwil 217 500 Franken.

Die Miete berechnet sich aufgrund des bestehenden Raumangebots in den Gemeinden. Diskutiert wurde im Gemeinderat aber auch eine Mischvariante, wonach nicht nur die Räume bewertet werden sollen, sondern auch die Anzahl der Schüler, die an den verschiedenen Schulstandorten beschult werden. Michael Järmann wiederum brachte eine Variante ins Spiel, mit der die Schulstandorte einen Basisbeitrag erhalten sollten. «Die Flexibilität der GSU muss gewährleistet sein», verlangte Vizegemeindepräsident Marcel Eheim. Damit waren alle einverstanden, und dass eine Mischform bei der Berechnung der Miete angestrebt wird.