Wer kennt die Geschichte des «Rütschelisteins», der am Waldrand nahe des Schlosses Waldegg liegt? Laut einer Legende sollen dort Frauen mit Kinderwunsch heruntergerutscht sein, in der Hoffnung, danach schwanger zu werden. Diese Annahme geht allem Anschein nach auf den jungsteinzeitlichen Glauben zurück, wie einer Infobroschüre zu entnehmen ist. Tatsächlich sieht der Stein auch so aus, als wäre er nur zum Rutschen gemacht: relativ gross, mit einem Neigungswinkel von 45 Grad und einer breiten Fläche, wie von Menschenhand geschaffen.

Rundweg über 13 Stationen

Bei besagtem Stein handelt es sich um einen sogenannten Megalith, also um einen grossen, unbehauenen Steinblock. Megalithe sind das Thema des neuen Rundweges, der bald beim Schloss Waldegg beginnen soll und zu 13 Stationen führen wird. Ein Projekt, welches von Benjamin Fässler aus Feldbrunnen konzipiert wurde und vom Steinmuseum Solothurn und dessen Trägergesellschaft, dem Verein «Solothurner Steinfreunde», realisiert wird.

Die Findlinge, welche auf dem Boden der Gemeinden Feldbrunnen und Rüttenen liegen, stammen aus den Walliser Alpen und wurden im Laufe der letzten Eiszeit vom Rhone-Gletscher in die Region transportiert. «Manche Steine wurden für kultische Zwecke gebraucht, andere für astronomische Beobachtungen und mache sind einfach imposant, was ihre Gestalt betrifft», erklärt Dieter Bedenig, Leiter des Steinmuseums und damit Bauherr des Megalithweges. So führen die einzelnen Stationen neben dem «Rütschelistein» beispielsweise auch zum Findling mit dem Namen «Schildchrott», welcher durch seine gewaltige Dimension imponiert, zu einem «Schalenstein», der vermutlich Opferzwecken diente, oder auch zum sogenannten «Chli Matterhorn».

Baugesuch ist noch am Laufen

Der geplante Rundweg soll 4½ Stunden dauern. Diesen könne man aber auch sehr gut in zwei Etappen aufteilen, erklärte Bedenig. Im Moment ist das Baugesuch betreffend der Infotafeln, welche aufgebaut werden sollen, noch am Laufen. Schon bald werde der Weg aber öffentlich zugänglich sein und für ein breites Publikum, von Wanderfreudigen bis zu Schulklassen, ein ideales Ausflugsziel sein, sagt Bedenig.