Zuchwil
Martin Zurbuchen geht nach 36 Jahren als Zuchwiler Raiffeisen-Chef in Pension

Ende März geht der Bankleiter Martin Zurbuchen in Pension. Raiffeisen begleitete den Bankleiter eigentlich das ganze Leben. Eine Grossbank zu werden, strebte er nie an, die Verankerung im Dorf war ihm wichtig.

Agnes Portmann-Leupi
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Im Dorf verankert: Der scheidende Vorsitzende der Bankleitung der Raiffeisenbank Zuchwil Martin Zurbuchen (l.) mit seinem Nachfolger Christian Pletscher.

Im Dorf verankert: Der scheidende Vorsitzende der Bankleitung der Raiffeisenbank Zuchwil Martin Zurbuchen (l.) mit seinem Nachfolger Christian Pletscher.

apb

«Lieber ein grosser Kleiner, als ein kleiner Grosser», sagt Martin Zurbuchen, Vorsitzender der Bankleitung der Zuchwiler Raiffeisenbank, mit Nachdruck. Der Genossenschaftsgedanke habe bei ihm immer im Vordergrund gestanden, nicht der finanzielle Nutzen. «Der Kunde muss zufrieden sein, dann geht es der Bank gut.» Dieses Motto hat sich der scheidende Bankleiter stets auf die Fahne geschrieben. Eine Grossbank zu werden, strebte er nie an, die Verankerung im Dorf war ihm wichtig.

Raiffeisen begleitete Martin Zurbuchen eigentlich das ganze Leben. Als die Darlehenskasse Zuchwil 1955 eröffnet wurde, war er gerade vier Jahre alt. Sein Vater Christian führte kurz nach der Gründung die Geldgeschäfte in der Wohnstube an der Dammstrasse im Nebenerwerb. Waren es zu Beginn 18 Personen, die die schriftliche Beitrittserklärung ausgefüllt hatten, zählte die Kasse fünf Jahre später bereits 87, bei seinem Stellenantritt 252 und heute 2600 Mitglieder. Die Bilanzsumme betrug damals 13,9 und heute 243,6 Millionen Franken.

Standort mit Potenzial

1961 wurde das Elternhaus mit Kassenräumlichkeiten erweitert. Sohn Martin, der gelernte Bauzeichner, half seinem Vater oft bei der Arbeit. «Zinstabellen und Rechenmaschinen gehörten zu den Hilfsmitteln, eingetragen wurde alles von Hand in grosse Bücher», erinnert er sich.

25-jährig war Martin Zurbuchen, als er einen Arbeitsvertrag von der Raiffeisenkasse erhielt – als Angestellter seines Vaters – und mit der Auflage, den ersten Buchungsautomaten einzuführen. Nur zwei Jahre später demissionierte sein Vater als Verwalter und wurde so zu seinem Angestellten.

Das Zuchwiler Unternehmen «Raiffeisen» florierte. Der junge Martin liess sein Beziehungsnetz spielen. Mit dem Umzug ins erste eigene Banklokal am Kosciuszkoweg im Jahr 1980 konnte die Raiffeisenkasse ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Am heutigen Standort ab 1998, an zentraler Lage im Karlihof, profitiert die Bank auch von Laufkundschaft.

1 und 1 ergibt 2, meint der Bänker

«Jeder Tag war für mich ein Highlight», blickt Martin Zurbuchen zurück und seine Aussage überzeugt. Er erwähnt mit viel Achtung und Seriosität die guten Kundenkontakte. Er habe immer sehr viel Glück gehabt, wunderbare Zeiten mit viel Aufschwung erlebt, nie sei die Bank in etwas Schwerwiegendes verwickelt gewesen. «1 und 1 hat eben schon immer 2 gegeben», meint er vielsagend. Die Selbstständigkeit zu bewahren, bedeutete Martin Zurbuchen viel. Er ist überzeugt, dass die Bank mit heute 8,4 Stellen noch immer Entwicklungspotenzial hat.

Mit Zahlen wird sich der Pensionär – als grosser Fussballfan – auch weiterhin befassen, und zwar als Finanzchef im kantonalen Fussballverband. Vision ist aber die Zahl 3000. So viele Kilometer umfasst nämlich das Bahnstreckennetz der SBB, welches er abfahren will. Der entsprechende SBB-Plan liegt bereits zu Hause.