Gemäss des Leitbildes befindet sich die für den Bau des Marti Recycling Centers (MRC) benötigte Reservezone nun ausserhalb der Siedlungsbegrenzungslinie.

Der Bau der Anlage am westlichen Dorfrand in der geplanten Form ist vom Tisch. Ob die Marti AG in Bellach am Ball bleibt, das Projekt redimensioniert und allenfalls auf den Bau eines Verwaltungsgebäudes verzichtet, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden.

Deutliches Resultat

418 Bellacherinnen und Bellacher wollten am Dienstagabend an der Gemeindeversammlung ihre Stimme abgeben. Das ist rekordverdächtig - zumindest für eine Rechnungsgemeindeversammlung.

418 Bellacherinnen und Bellacher waren an der Gemeindeversammlung.

418 Bellacherinnen und Bellacher waren an der Gemeindeversammlung.

Der Schlussabstimmung, bei der das räumliche Leitbild deutlich mit 283 gegen 106 Stimmen angenommen wurde, ging ein Antrag des Gewerbevereins voraus, gar nicht erst auf das Geschäft einzutreten.

Ein anderer Antrag forderte eine Urnenabstimmung über das MRC. Beide Anträge wurden abgelehnt.

«Nicht mehr so abgerundet»

Die Gegner der Bodenwaschanlage zeigen sich in einer ersten Reaktion erleichtert über die Annahme des räumlichen Leitbildes. «Ich bin total erleichtert und zufrieden über den Entscheid», sagt Miriam Lüthi von der IG Lebenswertes Bellach. «Wir hoffen, dass der Gemeinderat das Ja zum Leitbild auch als Nein zur Bodenwaschanlage akzeptiert.»

Enttäuscht zeigt man sich bei der Marti AG. «Mit diesem demokratischen Entscheid ist das ‹gute› Recycling Center, bei dem wir auf alles Rücksicht genommen haben, gestorben», sagt Geschäftsführer Christoph Müller. Die Marti AG sei aber motiviert weiterzumachen. «Falls das Projekt kommt, wird es sicher nicht mehr so abgerundet sein wie geplant. Wir haben genug Industrieland, auf dem man eine solche Anlage bauen kann.» In den nächsten Tagen wisse man mehr.