Kriegstetten
Manfred Küng hätte «Freude an der Arbeit» als Gemeindepräsident

Der Weinbauer Manfred Küng kandidiert in Kriegstetten für das Gemeindepräsidium. Als Anwalt sieht er sich insbesondere als Interessensvertreter für andere.

Urs Byland
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Manfred Küng schneidet in seinem Garten die Reben.

Manfred Küng schneidet in seinem Garten die Reben.

Hanspeter Bärtschi

Blauer Himmel, knallende Sonne und Rebstöcke, aber nicht so weit die Augen reichen. Da ist «nur» ein Garten voller Rebstöcke. Das Rebgut mitten in einem biederen Quartier von Kriegstetten gehört Manfred Küng. Dem Weinbauern und Rechtsanwalt, wie er sich gerne selber nennt, sowie neuerdings und wieder Kandidaten fürs Gemeindepräsidium gefallen die Reben.

«Rasen gibt mehr Arbeit als Reben»

Er wolle sich nicht jeden Samstagmorgen am Rasenmäherkonzert beteiligen und sowieso: «Rasen gibt mehr Arbeit als Reben.» Das ist nicht sofort nachvollziehbar, aber man glaubt es dem braun gebrannten, erfolgreich wirkenden Mittfünfziger sofort. Er hat Niederlassungen seiner Anwaltsfirma in fünf Städten sowie den Hauptsitz in Kriegstetten. «Für jeweils regionale Räume betreibe ich Profitcenter mit Standortleitern.» Konkret coache er. «Die Knochenarbeit machen meine Anwälte.»

Mitteilungsbedürftig

Küng bewegt sich mit der Juristerei in einer für viele Menschen trockenen Materie, aber er hat Humor und ist mitteilungsbedürftig. Am Gartenhag hat er Infotafeln zum Hobby Weinreben angebracht. Der Kantonsrat hat ein Buch zu Weine und Reben im Kanton Solothurn geschrieben. In seinem Büchergestell stehen etliche juristische Schriften mit seinem Autorennamen. In den letzten 25 Jahren habe er jedes Jahr mindestens ein Buch herausgegeben. «Ich mache es wirklich gern»

Aber für viele Bücher hat es nur einen engen Markt. Der Verkaufsrenner war das 1992 erschienene ‹Repetitorium für Völkerrecht›, berichtet Küng. Am Anfang des Buches habe eine Fehlbeurteilung der Lage gestanden. «Ich und mein Kollege dachten, dass der EWR kommt.» Dennoch wurde das Buch ein Erfolg. In Deutschland hatten Offiziere der Bundeswehr eine Prüfung im Völkerrecht zu absolvieren. Zum Repetieren kauften sie Küngs Buch.

Schon ein «Bisheriger»

Auch auf seinem Wahlflyer hält er sich nicht zurück. Seine momentane Stellung im Dorf bezeichnet er mit «bisheriger Gemeindepräsident a.i.». Gemeindepräsident wollte er schon vor vier Jahren werden. Damals unterlag er Hans Ernst (CVP) klar. Nicht zuletzt wegen Küngs Beschwerden beim Regierungsrat zu Gemeinderatsbeschlüssen demissionierte aber Ernst nach einigen Monaten.

Zur SVP gestossen ist er nach einer Auseinandersetzung mit den solothurnischen Gerichtsbehörden. Küng kritisierte in einem Beitrag die Praxis des Zürcher Obergerichts zu den Anwaltskörperschaften. Wegen dieser Meinungsäusserung wurde gegen ihn ein Disziplinarverfahren eröffnet. Das Disziplinarverfahren habe er im Übrigen gewonnen. Er betreibe keine Ein-Mann-Show in Kriegstetten. «Wir haben viele Menschen nicht nur in Kriegstetten auch im Kanton, die SVP wählen, aber sich nicht getrauen sich zu outen, weil sie Repressionen am Arbeitsplatz befürchten.» Im Hintergrund würden viele Leute mitwirken und ihm helfen.

«Konsequente Folge»

Das Streben nach dem Gemeindepräsidium bezeichnet Manfred Küng als «konsequente Folge» seines 15-jährigen politischen Wirkens. «Ich denke, ich kann diese Arbeit. Und ich habe Freude an dieser Arbeit.» Er sei seinerzeit für die Finanzkommission angefragt worden, nicht weil andere nicht wollten, sondern weil man ihm das Amt zutraute. «Das tönt vielleicht etwas arrogant, aber es gehört zu unserem System, dass diejenigen, die es können, sich zur Verfügung stellen.» Er sei nicht nur Weinbauer, sondern eben auch Anwalt und damit Interessenvertreter für andere. In dem Sinne hoffe er nicht auf Sympathie aber auf Einsicht der Kriegstetter.

Finanzielle Situation von Kriegstetten

Hauptaugenmerk würde er auf die künftige finanzielle Situation von Kriegstetten halten. Kurzfristiges Wohl für die Gemeinde sieht er im Verkauf der gemeindeeigenen Grundstücke und damit mittelfristig bei den Neuzuzügern. «Man kann natürlich Steuererhöhungen vornehmen, aber dann sinkt das Interesse von Investoren und gute Steuerzahler ziehen weg. Die juristischen Personen können nicht mit der Hand abstimmen, sie stimmen mit den Füssen ab und gehen einfach.»

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