Dornach

Manchmal kommt so ein Unfall doch ganz gelegen ...

Ein Auto beschädigte den sanierungsbedürftigen Herrenbrunnen.

Ein Auto beschädigte den sanierungsbedürftigen Herrenbrunnen.

Ein deutscher Autofahrer hat den ramponierten Brunnen in Dornach gerammt. Das kommt der Gemeinde ganz gelegen. Denn jetzt zahlt die Versicherung.

Schon 1999 holte der damalige Bauverwalter der Gemeinde Dornach eine Offerte für die Sanierung des Herrenbrunnens ein. Das hätte 44 250 Franken gekostet. Aus nicht bekannten Gründen verzichtete man damals auf die Renovation des rund 250 Jahre alten Brunnens.

Am 2. Dezember des letzten Jahres kriegte ein deutscher Autofahrer auf der Hauptstrasse an der Ecke Kohliberg die Kurve nicht richtig und donnerte in das denkmalgeschützte Objekt. «Vielleicht war er im Vorweihnachtsstress?», mutmasste Gemeindepräsident Christian Schlatter an der Gemeinderatssitzung vom Montag. Wie auch immer, das Unglück kommt der Gemeinde durchaus gelegen. Denn jetzt ist die Wiederherstellung des arg ramponierten Brunnens ein Versicherungsfall und Dornach erhält die Renovation fast geschenkt.

Die 44 388 Franken für die Arbeiten werden der Versicherung des fehlbaren Automobilisten belastet. Hinzu kommen eine neue Betonbodenplatte und die Sanierung des Brunnenstocks und Überlaufbrunnens für 19 188 Franken, die die Gemeinde selbst berappen muss. Die Arbeiten am denkmalgeschützten Objekt sind aufwendig. Dafür musste eine Bildhauerei und Steinwerk-Firma beauftragt werden, die vom Kanton eine Zulassung hat, denkmalgeschützte Bauwerke instand zu stellen. «Mit hoher Fachkompetenz können die vorhandenen Schäden am Brunnenobjekt wieder saniert werden», schreibt das Unternehmen in seiner Offerte.

Aus dem Dokument ist auch ersichtlich, dass der Laufner Kalkstein, der zum Bau anno 1764 verwendet wurde, heute nicht mehr erhältlich ist, weil der Ursprungssteinbruch im Dezember 2014 geschlossen wurde. Dieser wurde von der Newroc AG bewirtschaftet, die kurz vor Weihnachten ihre Bilanz deponieren musste.

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