1.Mai

Maitannli zersägt, als die Stäcklibuebe schlafen gingen - der Täter ist ein Etziker

Die umgesägte Maitanne in Subingen. Werkhofmitarbeiter mussten die einzelnen Stücke der 28-Meter-Tanne von Strasse und Trottoir räumen.

Die umgesägte Maitanne in Subingen. Werkhofmitarbeiter mussten die einzelnen Stücke der 28-Meter-Tanne von Strasse und Trottoir räumen.

Die Haupttannen in Subingen, Aeschi, Oekingen und Halten sind in der Nacht auf den 1.Mai umgesägt worden. In Aeschi wurden zudem schon im Vorfeld die Tannli für die Mädchen zersägt. Der Übeltäter ist bekannt.

Die Subinger Maitanne liegt in Rugeln am Boden. Einzelne Namensschilder liegen herum, einige davon zerbrochen. Lange stand der Maibaum nicht. Bereits in der Nacht wurde der Baum umgesägt.

«So werden unsere Traditionen kaputt gemacht! Wofür?», fragt sich Peter Glutz. Der Subinger hat am Donnerstagmorgen mitbekommen, dass die Maibuben wiederum Sachen verschleppt haben. Da wollte er sich anschauen, was sich auf dem Dorfplatz denn genau ansammelt.

Doch eine Maitanne fand er nicht vor. «Ich habe gesehen, dass sie zerstückelt am Boden liegt», so Glutz. Dass heuer die Tradition so mit Füssen getreten wird, kann er nicht verstehen. «Das muss einfach nicht sein. Das ist schrecklich.»

Auch Subingens Gemeindepräsident hält nichts von der Aktion. «Das ist absolut gefährlich, die 28 Meter hohe Tanne umzusägen», meint Hansruedi Ingold. Der Baum hätte ein Haus, Auto oder einen Menschen treffen können.

Die Tanne musste im unteren Bereich zersägt worden und danach in einen Buchsbaum gefallen sein, vermutet er. Anschliessend muss der Sägende die Tanne weiter zerstückelt haben. Die Holzrugel wurden einfach liegengelassen. «Die Werkhofmitarbeiter haben die ‹Sauerei› am Morgen von Strasse und Trottoir weggeräumt.»

Auch in Aeschi und Oekingen fehlen die Tannli

Nicht nur in Subingen hat es ein Maitannli erwischt. Auch in Oekingen, Halten und Aeschi fielen die Haupttannen in der Nacht auf den 1.Mai.

Letztere Gemeinde hat es besonders hart getroffen: Dort waren die Tannli, die die Stäcklibuebe für die Mädchen vorbereiteten, schon im Wald zersägt worden. Etwa drei Stunden hatten die Aescher am Samstagmorgen fürs Schälen der grossen und der sechs kleineren Tannen aufgewendet. Schon am Abend hätten sie aber gewusst, dass den Tannen etwas geschehen sei, so der verantwortliche Jahrgänger Pascal Sommer.

Als die Jahrgänger am Montag einen Augenschein nahmen, stellten sie fest: Die kleineren Tannen waren zwei Mal durchtrennt. Die grosse hatten die Missetäter aber wohl nicht gesehen, denn sie war noch ganz. «Die Enttäuschung war gross», erinnert sich Sommer zurück. Die Zeit hätte dann schlichtweg gefehlt, neue Tannli für die Mädchen vorzubereiten.

In der letzten Nacht haben die Jungs die einzig übrig gebliebene Haupttanne gut bewacht. Schon um 2 Uhr seien einige Jungs mit dem Auto vorgefahren, dann aber schnell verschwunden, als sie die Aescher Jahrgänger bei der Tanne sahen. Um etwa 4 Uhr in der Früh, räumten diese dann ihren Posten.

Kurz danach schlug der Übeltäter zu. Ein Kollege von Pascal Sommer, der ganz in der Nähe des Platzes wohnt, hörte kurz nach 4 Uhr verdächtige Geräusche.

Die Aescher und die Haltener wissen, wer ihre Haupttanne umgelassen hat - ein junger Etziker Forstwart. Dieser soll auch in Subingen zugeschlagen haben, als dort die Stäcklibuebe ihre Wache aufgaben. Ob er auch für die gefallene Tanne in Oekingen verantwortlich ist, ist nicht bekannt.

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