Bildband
Luterbacher sammelten Bilder aus 100 Jahren Dorfgeschichte

Mit einem Fotoalbum für die ganze Gemeinde wird die «Reihe Luterbach» fortgesetzt. Impressionen von 1880 bis 1996 vermitteln ein lebendiges Bild vergangener Tage.

Christoph Neuenschwander
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Bilder aus Luterbachs Vergangenheit
4 Bilder
1952 - Ansicht vom Dach der Landihalle gegen Holzplatz - Attisholz
1956 - Schärer Hans, Gemüsehändler
Der alte Kanal der AEK

Bilder aus Luterbachs Vergangenheit

Fritz Balmer

Hebt man den Buchdeckel, so präsentiert sich einem ein Luterbach, wie es sonst nur noch in den Erinnerungen alteingesessener Dorfbewohner existiert: ein historischer Bahnhof, eine ländlich aussehende Cellulose Attisholz, ein alter Kirchturm; Menschen, die an Edith Piaf oder James Dean erinnern.

Die Rede ist vom zweiten Band der «Reihe Luterbach», der diese Woche erschienen ist. «Luterbach – ein Dorf in Bildern» heisst das Buch, und es hält, was der Titel verspricht. Impressionen von 1880 bis 1996 finden Platz darin und vermitteln ein lebendiges Bild vergangener Tage. «Wir haben wild durch die Zeit hindurch schöne Fotografien ausgewählt», fasst Gemeindepräsident Michael Ochsenbein, der als Mitglied des Vereins Historisches Erbe Luterbach am Bildband mitgewirkt hat, das Konzept zusammen.

Archiv soll alte Fotos erhalten

Doch das Buch ist mehr als eine Collage aus hundert Jahren Dorfleben und Architektur. «Unsere Gemeinde hatte bisher gar kein Bildarchiv», erklärt Ochsenbein. Durch die Arbeit am Bildband habe man nun begonnen, private Fotosammlungen im ganzen Dorf zu plündern und zu digitalisieren, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Viele Einwohner haben zum Werk beigesteuert, allen voran Fritz Balmer, der bereits in den Fünfzigerjahren damit angefangen hatte, systematisch Veränderungen im Dorfbild zu fotografieren.

Mit der Veröffentlichung von «Luterbach – ein Dorf in Bildern» ist die Sammelarbeit aber mitnichten abgeschlossen. Man nehme weiterhin gerne alte Fotos des Dorfes entgegen, sagt der Gemeindepräsident, sei es für das Archiv oder gar für einen zweiten oder dritten Bildband. Denn das Ziel des Vereins ist es letztlich, die Bilder zu sichern, bevor sie verloren gehen oder weggeworfen werden. «Wir sind überzeugt, dass wir damit sehr wertvolle Arbeit leisten.»

Viele Ideen, noch nichts Konkretes

Während man beim ersten Band der «Reihe Luterbach» – einer von Armin Gugelmann verfassten Schulchronik – etwas gar optimistisch 1000 Ausgaben gedruckt hatte (wovon bis dato 300 verkauft sind), wird der Bildband eine Auflage von 500 Stück haben. «Wir gehen davon aus, dass die Bücher über die Jahre hinweg immer wieder Interessenten finden und bis in zehn Jahren vergriffen sind», gibt sich Michael Ochsenbein zuversichtlich.

Ein dritter Band ist noch nicht in Planung. Man habe viele Ideen, einige skizzierte Projekte, aber noch nichts Konkretes, berichtet der CVP-Kantonsrat. «Spannend wäre die Kirchengeschichte des Dorfes. Man könnte auch Post, Bahnhof oder Landwirtschaft und Industriegeschichte ins Auge fassen.» Alles stehe und falle aber mit den Personen, die bereit sind, sich eines Bandes anzunehmen.

Ob man wiederum binnen Jahresfrist einen nächsten Band zustande bringe, wisse er nicht. «Das ist wohl etwas ehrgeizig, aber es wäre natürlich schön. Dann hätten wir in zehn Jahren eine ordentliche Sammlung beisammen.»

Der Bildband kann für 28 Franken auf der Gemeindeverwaltung oder in der Molki gekauft werden.

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