«Ist diese Bevölkerungsumfrage überhaupt repräsentativ?» Bevor die Diskussionen in Luterbach begannen, stellte einer der Anwesenden diese absolut ernst gemeinte Frage. Projektleiter Stephan Käppeli gab zu, dass mehr Leute, die sich am Meinungsbildungsprozess beteiligen, wünschenswert wären.

«Aber aus Erfahrung wissen wir, dass die wichtigen Punkte auch bei einer eher geringen Beteiligung aufgeworfen werden.» Es sei wie bei einer Gemeindeversammlung. «Wer sich interessiert, der kommt.»

Nur mit Solothurn

«Was, wenn Solothurn Nein sagt zur Fusion?» Auch diese Frage beantwortete Käppeli knapp und klar. «Ohne Solothurn würde die hier angedachte Fusion keinen Sinn machen. Denn es geht hier um eine strategische Fusion.» Es sei denkbar, dass sich beispielsweise Luterbach und Zuchwil in einem späteren Zeitpunkt zusammenschliessen würden. «Aber das wäre dann ein anderes Projekt.»

Wie in den vier vorangegangenen Workshops auch, wurden die Anwesenden danach in Gruppen eingeteilt und diskutierten vier verschiedene Themenbereiche. Dabei tauchte kein wesentlich neues Themenfeld auf. Auch die Luterbacher fürchten um ihren Dorfnamen, ihre Identität, das rege Vereinsleben, das politische Mitspracherecht und haben Angst, dass sie zu «Zweit-Klass-Solothurnern» werden.

Befürchtet wird zudem, dass Luterbach mit dem Attisholz-Areal zur reinen Industriezone werden könnte. Die Luterbacher möchten die Primarschule im Dorf behalten und einen Ansprechpartner in der Verwaltung vor Ort haben. Damit könnte auch vermieden werden, dass die einzelnen Individuen in der Anonymität einer grossen Gemeinde verschwinden.

Information ist wichtig

Die Luterbacher haben auch Forderungen. Sie möchten, dass ihr Dorf anteilmässig angemessen in den Gremien der neuen Gemeinde vertreten ist. Das heisst auch, dass sie bereit sind, im Fall einer Fusion aktiv mitzuarbeiten und sich dafür einzusetzen, dass aus dem neuen Gebilde eine Gemeinde wird.

Dafür brauche es Kompromisse von allen Seiten und die Bereitschaft altes Denken abzulegen. «Es muss offen und so häufig wie möglich informiert werden. So können Ängste abgebaut werden», meinte man in einer der Gruppen. Wichtig sei auch, dass Versprechen, die im Fusionsvertrag gegeben werden, eingehalten würden.

Daneben stellte man praktische Fragen. Beispielsweise die, ob es eine neue Sozialregion brauche im Fall einer Fusion. Oder ob auch Friedhöfe zusammengelegt würden.