Lagerhäuser unerwünscht
Luterbach will innovative Dienstleistungsbetriebe unterstützen

Luterbachs Ortsplanung wird gesamt revidiert. Das als erstes ausgearbeitete Teilleitbild Arbeiten konkretisiert die Absichten des Gemeinderates und geht nun in die Mitwirkung.

Rahel Meier
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55 Hektaren Land, das für Industrie und Gewerbe geeignet wäre, liegen im «Attisholz Süd».

55 Hektaren Land, das für Industrie und Gewerbe geeignet wäre, liegen im «Attisholz Süd».

Oliver Menge

Das räumliche Leitbild ist die wichtigste Grundlage für die Gesamtrevision der Ortsplanung. Weil mit der Schliessung der Borregaard ein riesiges brachliegendes Industrieareal innerhalb der Gemeinde liegt, entschloss sich der Gemeinderat Luterbach, als Erstes ein Teilleitbild Arbeiten zu erstellen, das nun in die Mitwirkung geht. Neben dem Areal «Attisholz Süd» (ehemals Borregaard) wird der Fokus auch auf das «Schoeller-Areal» und den «Ruchacker» gerichtet.

Bedeutende Industrielandreserve

Das Areal «Attisholz Süd» umfasst 55 Hektaren Bauzonenfläche, drei Teilzonen- und Gestaltungspläne für geplante und nicht realisierte Vorhaben sind in Rechtskraft. Für den Kanton ist das Gebiet eine der bedeutendsten Industriereserven. Die Nähe zur Autobahn und der Industriegeleiseanschluss sind weitere Pluspunkte. Ein Masterplan, der durch den Kanton erarbeitet wurde, ist für die Gemeinde ein übergeordnetes und wegleitendes Steuerungsinstrument.

Auf dem Areal «Attisholz Süd» soll eine industrielle und gewerbliche Nutzung ermöglicht werden. Die Grösse des Areals zwingt zu einer langfristigen Perspektive, welche den üblichen Planungshorizont sprengt. Es wird von einem Zeitraum von 30 bis 50 Jahren gesprochen.

Gewerbezone mit Wohnnutzung

Das Areal «Ruckacker» liegt grösstenteils in der Gewerbezone mit beschränkter Wohnnutzung. Die nördlichste Parzelle im Areal liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Auf dieser befindet sich das Mehrzweckgebäude. Der «Ruchacker» ist günstig gelegen, kompakt und zusammenhängend. Es besteht eine gute arealinterne verkehrliche Erschliessung durch die Industriestrasse, welche wiederum an die Derendingenstrasse angebunden ist.

Westlich des Areals bestehen Landreserven, die eine theoretische Ausdehnung für die Gewerbezone möglich machen. In den kommenden 15 Jahren soll aber das unüberbaute Gebiet innerhalb der heute bereits eingezonten Fläche aktiviert werden.

Nutzung durch Logistiker

Das «Schoeller-Areal» liegt in der Industriezone. Das Areal ist heute zur Hälfte überbaut mit Nutzungen im Bereich der Logistik und die Eigentümerin (DHL Logistics Schweiz AG) beabsichtigt auch, dies beizubehalten. So liegt ein neuer Gestaltungsplan vor, der die weitere Nutzung und den Neubau einer Halle regelt. Die Entwicklung des Areals ist limitiert durch die heutige verkehrliche Anbindung an den Kreuzplatz, welcher während gewisser Tageszeiten an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit kommt.

Das Schoeller-Areal wird bereits seit fast 150 Jahren von der Industrie genützt und gehört zu den prioritären Gebieten in Bezug auf Umstrukturierung und Arbeitsplatzentwicklung in der Region Solothurn. Besonders ist die Tatsache, dass das Areal zu zwei Dritteln auf Luterbacher und zu einem Drittel auf Derendinger Boden liegt. Mit dem Areal eng verbunden sind zudem die wertvollen und erhaltenswerten Siedlungsstrukturen des «Elsässli».

Mitwirkung: «Jetzt muss sich die Bevölkerung äussern»

Im aktuellen Leitbild der Gemeinde Luterbach steht: «Die bestehende industriell-gewerblich geprägte Wirtschaftsstruktur soll durch hochwertige und hochpreisige Industriezweige weiter gestärkt und durch Zuzug von Betrieben anderer Sparten ergänzt werden. Reine Lagerhäuser sind nicht erwünscht.

Die Ansiedlung und Entwicklung von Dienstleistungsbetrieben soll unterstützt werden, vor allem von solchen mit ‹innovativem› Angebot. Die Standortbedingungen für das lokale Gewerbe sind zu verbessern, besonders die Attraktivität der Verkaufsgeschäfte.» Diese Grundsätze gelten insbesondere auch für das Teilleitbild Arbeiten, das zurzeit in der Mitwirkung ist.

Eine Mitwirkungsveranstaltung stiess laut Jürg Nussbaumer (Präsident Planungskommission) auf grosses Echo. «Es ist wichtig, dass sich die Bevölkerung jetzt meldet und ihre Wünsche und Ideen einbringt», erklärt er. Das Leitbild werde abschliessend von der Gemeindeversammlung genehmigt. Danach sei es behördenverbindlich und lege die Marschrichtung für die Zukunft fest.

«Es wurden Fragen nach der Anzahl der Arbeitsplätze gestellt, die dereinst auf den drei Arealen angeboten werden könnten. Aber auch Gebäudehohen und die künftige Zonierung waren ein Diskussionspunkt.»

Ganz wichtig sei dem Gemeinderat, dass es auch künftig keine Ansiedlung von Dienstleistungsnutzungen, welche die funktionalen Dorfzentren konkurrenzieren gibt. Auch publikums- oder güterverkehrsintensive Nutzungen sollen ausgeschlossen werden. (rm)

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