«Wir müssen einfach mehr Einnahmen haben», lautete die Feststellung im Rat. Doch dem Antrag von Finanzressortleiter Urs Affolter, die Steueranlage von jetzt 115 auf 120 Prozentpunkte anzuheben, mochte denn doch niemand folgen. Auch wenn Affolter warnte, dass man von der «Hand in den Mund» lebe und über keinerlei Reserven für Unvorhergesehenes verfüge. Mit dem Blick auf 50 neue Einwohner im Verlauf von 2014 und mit der Aussicht auf weiteren Bevölkerungszuwachs durch Neubauten auf den Grundstücken der Bürgergemeinde in den kommenden Jahren verzichtete der Rat vorerst auf eine Steuerfussänderung, die im kommenden Jahr einen Mehrertrag von rund 95 000 Franken erbracht hätte. «Aber wenn sich unsere Einnahmesituation nicht verbessert, müssen wir der Gemeindeversammlung den Antrag zur Anhebung im nächsten Jahr stellen», unterstrich Gemeindepräsident Roger Siegenthaler die Stossrichtung.

Budgetiert sind Gemeindesteuern im Umfang von 2,31 Mio. Franken. Schon jetzt wird der bis Ende 2016 laufende Pachtvertrag für das Elektranetz gekündigt, um durch dessen Verkauf den durch defizitäre Rechnungen angehäuften Bilanzfehlbetrag zu tilgen. Erwogen wurden auch Mehreinnahmen durch die Einführung eines Netzdurchleitungsrappens pro Kilowattstunde. Mit noch kleinen Streichungen wurde schliesslich der Voranschlag 2015 verabschiedet, der zur Hoffnung Anlass gibt, dass 2015 bei Ausgaben der laufenden Rechnung von 3,94 Mio. sogar ein Ertragsüberschuss von 37 000 Franken erwartet werden darf. Denn wie zu hören war, wird die Rechnung 2014 mit ziemlich roten Zahlen abschliessen. Investiert werden, ausgeglichen durch entsprechende Einnahmen, nur 175 000 Franken.

Nur ein eintägiges Dorffest

Wie sich an einer der rätlichen Zusammenkunft vorangehenden OK-Sitzung herausstellte, wird der «Festsamstag» am 30. August 2015 an die Stelle des eigentlich geplanten Dorffestes treten. An diesem Samstag soll nämlich das neu geschaffene Dorfbuch mit einer öffentlichen Vernissage vorgestellt werden. Am gleichen Tag gelangt der Film der 5./6. Klasse mit dem Titel «Schule Lüterkofen einst und heute» zur Aufführung.

Und gleichzeitig ist für diesen Tag eine breite Beteiligung der Vereine zugesichert. Da der «Dorfbuch»-Anlass über ein eigenes Konto verfügt, strich der Rat die im Budget vorhandene Position von 3200 Franken für das Dorffest und reduzierte im gleichen Atemzug auch die Jungbürgerfeier auf 1000 Franken. Auf eine Bundesfeier wird auch verzichtet. Enthalten sind im Voranschlag aber 12 000 Franken für die Umstellung auf das Rechnungsmodell HRM2.

Ein Zeichen setzen

So ohne weiteres ist die Gemeinde nicht bereit, das Budget des regionalen Spitexvereins Bucheggberg zu akzeptieren. Stattfinden soll, um ein deutliches Zeichen zu setzen, eine nochmalige Besprechung mit den Spitex-Verantwortlichen, wie sie auch Buchegg angeregt hat, damit die Kostenlage transparent dargestellt wird.

Der Rat stiess sich vor allem an der Höhe der Pro-Kopf-Pauschalen, die mit 78 Franken deutlich über dem kantonalen Durchschnitt mit 53 Franken liegen. «2015 sollte tendenziell schon weniger Ausgaben aufweisen, und 2016 sollte gemäss klaren Sparvorgaben budgetiert werden», befand der Rat. Als Spitex-Delegierten benannte er Ratsmitglied Reto Allemann, der zuvor die neue Leistungsvereinbarung zwischen den Gemeinden und der Spitex kurz erläutert hatte. Der Rat entschied sich einstimmig im Sinne der Abrechnungsmodalitäten für die Pro-Kopf-Pauschale.