Lüterkofen

Lüterkofen hat mit einem Steuerdefizit zu kämpfen

Kein promptes Begleichen von Rechnungen: Firmen oft mit schlechter Zahlungsmoral (Symbolbild)

«Die Steuern werden bei uns alle bezahlt, das Geld fliesst einfach nicht mehr in grossen Schläuchen», meinte Gemeindepräsident Siegenthaler an der Versammlung. (Synbolbild)

Kein promptes Begleichen von Rechnungen: Firmen oft mit schlechter Zahlungsmoral (Symbolbild)

An der Gemeindeversammlung in Lüterkofen wurde darüber diskutiert, wie mit der stetigen Verschuldung der Gemeinde umgegangen werden soll. Die Rechnung 2013 wurde schliesslich trotz des Defizits einstimmig angenommen.

Der Aufwandüberschuss der Gemeinde Lüterkofen beträgt laut Rechnung des Jahres 2013 rund 575 000 Franken. In den vorherigen drei Jahren sah es nicht besser aus. Am Aufwand kann es nach Gemeinderat Urs Affolter jedoch nicht liegen, denn dieser habe sich in den letzten Jahren verringert.

Es liege an den Steuereinnahmen, die seit dem Jahr 2010 eingebrochen sind. Aus der Gemeindeversammlung heraus ertönt die Frage, aus welchem Grund denn die Steuereinnahmen laufend sinken. Roger Siegenthaler, Gemeindepräsident von Lüterkofen, antwortete darauf: «Wir haben mehrere gute Steuerzahler verloren, die zum Teil einen sechsstelligen Steuerbetrag bezahlten».Er wolle jedoch keine Namen nennen, obwohl sich wohl viel denken könnten, um wen es sich handelt.

Gute Steuerzahler vergrault

Der Grund, wieso einer der genannten Steuerzahler das Dorf verliess, sei eher unangenehm. Er wollte in Lüterkofen Land kaufen, wobei Einspruch erhoben wurde und ein langes Hin- und her entstand.

Die betroffene Person hatte dieses Spiel nach einer gewissen Zeit satt und entschied sich dafür, wegzuziehen. «Eine weitere Erklärung für die tiefen Steuereinnahmen könnte die Erbschaftssteuer sein», meint Siegenthaler. Es gäbe Leute, die ihr Geld frühzeitig verschenken würden um diese Erbschaftssteuer zu umgehen, womit das Geld nicht mehr in Lüterkofen versteuert werden würde.

Das Budget sei auf den Erfahrungen der vorangehenden Rechnungen erstellt worden. «Obwohl der Steuerfuss in den letzten zwei Jahren um 30 Punkte von 85 Prozent auf 115 Prozent erhöht wurde, ist keine Besserung ersichtlich», so Urs Affolter. Dies sei bedenklich und man müsse sich nun überlegen, wie man dieses Loch stopfen könne.

Aufruf nach Lösungsansätzen

Am 25. August 2014 findet im Gemeindesaal Lüterkofen ein Diskussions- und Informationsanlass statt, um gemeinsam nach Lösungen zur Behebung dieses Problems zu suchen. Der Gemeinderat gab diese Frage jedoch auch schon an der Gemeindeversammlung in die Runde und erläuterte mögliche Ideen.

Für den Rat sei klar, dass eine Steuererhöhung alleine den Fehlbetrag nicht abbauen könne. Man müsse sich wohl oder übel mit dem Gedanken befassen, einen Teil des Gemeindeguts versilbern zu müssen.

«Die Steuern werden bei uns alle bezahlt, das Geld fliesst einfach nicht mehr in grossen Schläuchen», fügt Gemeindepräsident Siegenthaler an. «Ich bin optimistisch und hoffe darauf, in drei Jahren wieder schwarze zahlen schreiben zu dürfen», meint Urs Affolter. Trotz der schlechten Bilanz wurde die Rechnung 2013 von den zahlreich erschienenen Einwohnern einstimmig angenommen.

Diverse Erschliessungspläne

Gemeinderat Heinz Ochsner präsentierte den Anwesenden die Erschliessungspläne des Dägelackers Ost sowie der Bläumatt und dem Ribiacker. Für die Erschliessung des Dägelackers Ost beantragte der Gemeinderat einen Kredit in der Höhe von 90 000 Franken.

Die Einnahmen aus den Grundeigentümerbeiträgen betragen 70 000 Franken. Für den Erschliessungs- und Gestaltungsplan wurde ein Kredit von 60 500 Franken beantragt. Beide wurden von der Gemeinde einstimmig gewährt.

Zum Schluss machte der Gemeindepräsident die Leute darauf aufmerksam, dass sie doch auf dem Nachhauseweg die neuen LED-Lampen genauer betrachten sollen und sich eine Meinung darüber bilden.

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