Langenthal

«Lose, Lisme und Lafere» ist in Langenthal wieder in Mode

Den Frauen gefällt es sichtlich, gemeinsam in der Regionalbibliothek Langenthal zu stricken.

Den Frauen gefällt es sichtlich, gemeinsam in der Regionalbibliothek Langenthal zu stricken.

«Stricken ist trendy», sagte sich das Team der Regionalbibliothek Langenthal und lud zu«3 mou L» – «Lose, Lisme und Lafere» – ein. Nach zaghaftem Anfang sind es schon mal ein gutes Dutzend Frauen, die mitmachen.

Es ist der letzte Montagmorgen im März. Für einmal ist die Bibliothek in Langenthal geöffnet. Ab neun Uhr treffen Frauen ein, setzen sich an die vorbereiteten Tische und beginnen zu stricken und zu plaudern.

«Die Idee dazu kam uns an einer Teamsitzung», erzählt Monika Hirsbrunner Alder, Leiterin der Regionalbibliothek Langenthal. «Wir fanden das witzig, hatten aber keine Ahnung, ob es funktioniert.» Den ersten Anlass im November 2013 besuchten drei Frauen. Nach der Pause im Dezember kamen im Januar bereits einige mehr, am 31. März waren es schon deren zwölf.

«Eigentlich wäre der Anlass für alle gedacht, Frauen und Männer, Junge und Ältere», hält Monika Hirsbrunner fest. Bisher sind es eher ältere Frauen, Männer fehlen gänzlich. «Es wäre schön, wenn sich das noch ändern würde.»

Das Personal wechselt sich für den «3 mou L»-Morgen – was nichts anderes bedeutet als «Lose, Lisme und Lafere» – ab. Eine Mitarbeiterin schenkt Kaffee, Tee und Mineralwasser aus, eine liest Geschichten vor. Henriette Leuenberger vom Bibliotheksteam hat im März ein Buch von Lorenz Marti ausgesucht. Früher war es zum Beispiel ein Band von Bänz Friedli. «Es sollen lustige oder nachdenkliche Kurzgeschichten sein», findet Monika Hirsbrunner.

Zwischendurch wird viel gesprochen, oder die Frauen tauschen Tipps aus, Strickhefte zirkulieren. «Ich bin bereits zum dritten Mal hier», sagt Annegret Müller aus Langenthal. «Ich stricke gerne und schätze die Gesellschaft», gibt sie als Grund an. Silvia Pauli aus Langenthal hat das Inserat gelesen und gedacht: «Das ist doch interessanter, als alleine zu stricken.» Zudem könne sie Ideen sammeln. «Ich wollte mal schauen, wie das so ist», sagt Ruth Hunziker aus Langenthal. Sie ist, wie Silvia Pauli, zum ersten Mal in der Runde dabei. Beiden gefällt es gut.

Gestrickt werden Pullover, Socken, Plätzli für eine Decke, ein Rundhalstuch und vieles mehr. Mittendrin taucht Monika Hirsbrunner mit einem Buchwagen auf, dessen Seiten bestrickt sind. «Die Idee ist, hier weiterzustricken», ruft sie den Frauen zu. «Wer Lust hat, kann mitmachen.»

Das neue Angebot «3 mou L» war im Vorfeld bis April 2014 geplant. «Da es gut ankommt, machen wir weiter», hält die Bibliotheksleiterin fest. «Falls es schönes Wetter ist, setzen wir uns im Juli vielleicht sogar nach draussen.» Einzig der Dezember ist lismerfreie Zeit.

Das erweiterte Angebot ist eine Folge der Öffnung der Bibliotheken als «dritter Ort», was so viel heisst wie inszenierte Lebensräume, in denen man sich vorübergehend aufhält. Damit entfernt sich die Bibliothek von der reinen Hol-und-Bring-Institution. «Schön wäre es, wenn wir zum Beispiel in der Bibliothek ein öffentliches Café einrichten könnten», sinniert Monika Hirsbrunner, wohlwissend, dass dies in den gegebenen Örtlichkeiten nicht möglich ist. Bis dahin, und solange die Anlässe besucht werden, heisst es aber weiter: «Lose, Lisme, Lafere».

Daten: Morgen Montag heisst es wieder «3 mou L». Weitere Daten, jeweils von 9 bis ca. 11 Uhr: 26. Mai, 30. Juni, 28. Juli, 25. August, 29. September, 27. Oktober und 24. November. www.bibliothek-langenthal.ch. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Ausleihe ist während dieser Zeit für die Strickenden offen.

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