Die 1832 gegründete und in Saint-Imier domizilierte Firma gehört heute zur Swatch Group. Es handelt sich bei der Uhr laut einer Mitteilung des Unternehmens um ein Einzelstück aus der 2005 lancierten Linie «The Longines Master Collection». Der Zeitmesser werde nicht verkauft, sondern werde die umfangreiche historische Kollektion des Longines-Museums ergänzen, das sich im Stammhaus des Unternehmens befindet.

Von Anfang an Buch geführt

Wie weiss man, dass es sich um 50 Millionen Uhren handelt, welche in den 187 Jahren seit der Firmengründung produziert wurden? Laut der Mitteilung der Firma hat jede Uhr eine eigene Seriennummer erhalten, bis 1969 zunächst in den Etablissage-Büchern registriert, anschliessend während der 1970er- und 1980er-Jahre auf Mikrofichen bzw. Kassetten, bevor schliesslich das digitale Zeitalter anbrach. So sei jede einzelne Uhr jederzeit authentifizierbar.

Inzwischen vereinen die «Longines Electronic Archives» (LEA) alle existierenden Archive in Verbindung mit jeder Seriennummer. Auf diese Weise könne Longines auch allen Kunden und Markenliebhabern über jeden der 50 Mio. bis heute hergestellten Zeitmesser Auskunft geben. Diese lückenlose Rückverfolgbarkeit erleichtere nicht nur die Authentifizierung jedes Modells von Longines, sondern ermögliche auch, die Entwicklung der Produktion im Detail nachzuvollziehen.

Vom Atelier zum Konzern

Longines ist heute nach eigenen Angaben in über 150 Ländern vertreten und engagiert sich als Zeitnehmer bei verschiedenen Sportarten, namentlich beim Pferdesport und beim Ski-Weltcup. 1832 von Auguste Agassiz, dem Bruder des Naturforschers, gegründet, übernahm ab 1852 dessen Neffe Ernest Francillon nach und nach die Leitung des Familienunternehmens und baute 1867 eine erste Fabrik an einem Ort mit dem Flurnamen «les longines». Ein neu entwickeltes Uhrwerk wird an der Weltausstellung in Paris ausgezeichnet. Erstmals wird das Logo mit der geflügelten Sanduhr verwendet.

Jacques David, technischer Direktor, entwickelte nach 1876 die Industrialisierung der Uhrwerkherstellung weiter und war damit wegweisend für die Ausbreitung der industriellen Uhrmacherkunst in der Westschweiz. 1888 wird der erste beglaubigte Chronometer (speziell genaue Uhr) entwickelt.

Am eidgenössischen Turnfest 1912 wird die erste elektromechanische Zeitmessung bei einer Sportveranstaltung eingesetzt. Es folgen weitere technische Entwicklungen für Aviatik, Navigation und Sportzeitmessung, so 1954 eine Zielfilmkamera. In den 1960er- und 1970er-Jahren war man zusammen mit der Ebauches SA und Texas Instruments an der Entwicklung der Quarzuhr beteiligt.

Eigenes Museum

1983 wird Longines Teil der SMH. 1992 eröffnen Nicolas G. Hayek und Longines-Chef Walter von Känel das Longines Museums anlässlich des 160-jährigen Bestehens der Firma. Nach der Jahrtausendwende profitiert man generell vom Wiederaufschwung der mechanischen Uhr auf dem Weltmarkt. Ab 2011 engagiert sich die Marke stark im Pferdesport und fordert damit Platzhirsch Rolex heraus. 2012 wurde das Museum neu gestaltet.

Aus Anlass des Produktionsjubiläums wird eine Sonderedition produziert mit einem 40-mm-Gehäuse aus Roségold und dem neuen Automatikkaliber L897 (entwickelt in Zusammenarbeit mit der Grenchner Uhrwerklieferantin ETA), das über eine Gangreserve von 64 Stunden sowie eine Jahreskalenderanzeige verfügt. Die Zeiger über einem silberfarbenen Zifferblatt mit Gerstenkorn-Prägung sind aus gebläutem Edelstahl. Der transparente Gehäuseboden mit Blick auf das Uhrwerk ist mit einer Gedenkinschrift verziert.