Er sei jetzt einer der besseren Rapper. Ganz unbescheiden rappt Mickey Bounce diesen Anspruch auf dem neuen Album «Telepathie» in die Welt hinaus. Doch er nennt auch den Preis dafür: immer wieder an den eigenen Texten zweifeln zu müssen.

Es sind ehrliche Zeilen, die sich die Zwillingsbrüder Michael (Mickey Bounce) und Pascal André Bucher (P.A.B.) alias «Panadox» auf ihrem kürzlich erschienenen Werk zusammengereimt haben. Zeilen, mitten aus dem Leben, bei denen es auch immer wieder um das Rappen geht – als Leidenschaft und als Therapie.

Gut gelaunt sitzen die Lommiswiler Mickey und P.A.B. mit ihrem Manager und Ex-Bandmitglied Thomas Nagel an der Bar. Auf die Frage, ob sie sich auf ihrem Album gegen Anfeindungen anderer Rapper wehren, schütteln alle drei den Kopf. «Wir haben einen sehr guten Kontakt zu anderen Musikern», sagt Michael Bucher. «Es herrscht vielleicht manchmal eine Art Kantönli-Geist oder noch eher ein Städtli-Geist. Aber man kennt sich, geht an Konzerte von anderen Rappern, man tauscht sich aus.»

Wenn jemand «hatet», ergänzt Pascal Bucher, dann die Konsumenten. Da gebe es schon die «Standard-Haters», die jedes Video auf Youtube gleich mit einem «gefällt mir nicht» versehen. Aber das sei normal.

«Ziemlich übertrieben»

Videos von «Panadox» gibt es mittlerweile einige auf Youtube. Wenn man sich die Musik-Clips anschaut, fällt unweigerlich die hohe Qualität auf. Die Zwillinge arbeiten mit Profis zusammen – und nicht nur wenn es ums Filmen geht: Auf «Telepathie» haben Mickey Bounce und P.A.B. gleich mehrere Features mit internationalen Grössen wie etwa M.O.P oder Afu-Ra, aber auch mit Schweizer Kollegen verwirklicht.

(Quelle: youtube/PoetAmBurne)

Panadox mit «Fesh»

Features, die – wie die Videos – wohl nicht ganz ohne finanzielle Mittel zustande gekommen wären. Fragt man, ob so etwas rentiert, lacht Pascal Bucher schelmisch. «Nein, tut es nicht. Wir haben ziemlich übertrieben. Wenn wir das Geld, das wir ins Album gesteckt haben, wieder rausholen möchten, müssten wir mit der Scheibe schon Goldstatus erreichen.» So werden die kommenden Alben wohl wieder eher Low Budget sein, sagen die Zwillinge. Aber es sei nun mal eine Leidenschaft – bestimmt kein Nebenerwerb.

«Ausserdem war es cool, einmal mit einem deutschen Rapper, also mit D-Flame, zusammenzuarbeiten», erzählt Mickey Bounce. Der habe übrigens – genau wie P.A.B. – zur Zeit der Aufnahmen Beziehungsprobleme gehabt. So liess sich schnell ein gemeinsamer Nenner für einen Song finden.

Während der zweijährigen Produktionsphase von «Telepathie» haben die «Panadox»-Jungs insgesamt 40 Lieder aufgenommen. 14 davon haben es auf die neue Platte geschafft. «Wir haben die besten und abwechslungsreichsten Songs ausgewählt», sagt Michel Bucher. Und sein Bruder ergänzt: «Wir haben aber schon darauf geschaut, dass die Songs zueinander passen und einen stimmigen Klangteppich schaffen.»

(Quelle: youtube/PoetAmBurne)

Panadox feat. S-Dee mit «Passion»

Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass die Lommiswiler Rapper für das Album mit zehn verschiedenen Produzenten zusammengearbeitet haben. Das Resultat ist ein Album, das kommerzieller ist als der Vorgänger, wie Thomas Nagel sagt. Aber es sei für jeden Geschmack etwas dabei.

Der Trick der Zwillinge

Was mit den übrigen Songs geschieht, wissen «Panadox» noch nicht. Einige werden gratis zum Download angeboten, andere schaffen es vielleicht auf ein Mix-Tape. Vorerst freuen sich die Rapper nun aber auf Liveauftritte. «Das ist das, was uns am meisten Spass macht», sagt Michael Bucher. Während der Album-Produktion haben sich die Brüder von Bühnen ferngehalten. «Nun haben wir einige geile Shows in Aussicht», so Pascal Bucher. «Wir werden gut gebucht. Das zeigt uns auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Denn das Musikbusiness ist kein einfaches. Heute habe praktisch jeder die Möglichkeit, Musik zu machen und sie über irgendeine Plattform zu veröffentlichen, sagen die beiden. Dadurch sei der Markt übersättigt. «Wenn man herausstechen will, muss man schon etwas Spezielles machen», sagt P.A.B. und lacht. «Also dachten wir, wir geben uns als Zwillinge aus.»

Plattentaufe: Samstag, 19. Oktober, im Kofmehl, Solothurn.