Obergerlafingen
Lindenhof-Solaranlage wird wegen Pfusch wohl neu installiert

Die Firma Mitholz-Energie hat bei der grössten Fotovoltaikanlage im Kanton gepfuscht. «Bis nächsten Sommer muss wohl die ganze Anlage neu installiert werden, um grössere Schäden zu vehindern», so Lindenhof-Besitzer Urs Steiner.

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Gegen 4000 Quadratmeter bedeckt die Anlage heute auf dem Reithof.

Gegen 4000 Quadratmeter bedeckt die Anlage heute auf dem Reithof.

Zur Verfügung gestellt

Es war eine Zusammenarbeit, die wohl von Anfang an unter einem schlechten Stern gestanden hatte: Urs Steiner, Besitzer des Reiterhofs Lindenhof in Obergerlafingen, beauftragte die Firma Mitholz Energie AG aus Dürrenroth (mit offiziellem Sitz in Luterbach) mit dem Bau der grössten Solaranlage des Kantons auf seinem Dach (wir berichteten). Solarbauer Werner Zürcher von Mitholz Energie wiederum beauftragte die Elektrofirma Etavis mit der Installation der Anlage; vor einem Jahr wurde das Werk vollendet.

Zufrieden ist indes niemand. «Etavis» beschuldigte im vergangenen Herbst Zürcher, er habe weniger bezahlt als vereinbart und zudem einen Teil der Installationen ohne Bewilligung selbst vorgenommen. Zürcher behauptete, er habe die Bewilligung und beschuldigte seinerseits Steiner, ihm Geld schuldig zu sein. Und Urs Steiner gab zu, einen Teil des Preises für die Anlage absichtlich zurückzuhalten, weil Zürcher auf seinem Dach gepfuscht habe.

Das Eidgenössische Starkstrominspektorat (Esti) hat die Firma Mitholz-Energie jetzt angeklagt. Das Bundesamt für Energie ermittelt gegen den Solarbauer.

Geld reicht nicht aus

Währenddessen hat Urs Steiner mit seiner Anlage zu kämpfen. Die versprochene Stromproduktion werde nicht erreicht; die Module seien unfachmännisch befestigt und teils defekt, sagt er. «Bis nächsten Sommer muss wohl die ganze Anlage neu installiert werden, um grössere Schäden zu verhindern.»

Das Geld, das er zurückbehalten habe, reiche dafür nicht aus. «Ich habe Werner Zürcher nun aufgefordert, mir den Schaden zu bezahlen. Sonst werde ich ihn verklagen müssen.» Zürcher selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.