Die gute Nachricht: Der Schaden für die Natur hielt sich glücklicherweise in Grenzen. Das konnte das kantonale Amt für Umwelt drei Wochen nach dem Vorfall bekannt geben. Wesentlich zur Schadensbegrenzung beigetragen hatte gemäss Angaben der Polizei die Feuerwehr Welschenrohr, die sehr schnell eine Ölsperre einrichten konnte.

Der Vorfall geschah laut Polizeibericht beim Umfüllen von Heizöl. Im Keller des betroffenen Wohnhauses ist unterdessen die Anlage aufgerüstet und vom Amt für Umwelt als vorschriftsgemäss abgenommen worden, so ist es von Roland Burren, Leiter Fachstelle Anlagensicherheit, zu erfahren. Noch nicht kontrolliert worden ist durch die örtliche Baukommission der Abfluss, über den das Öl auf direktem Weg in die Dünnern gelangen konnte.

Angaben gehen weit auseinander

Hängig ist der Fall auf der juristischen Seite. Das Amt für Umwelt hat Strafanzeige eingereicht, die Staatsanwaltschaft Strafuntersuchung wegen Verstosses gegen die Gewässerschutzgesetzgebung eröffnet. Der beschuldigte, 88-jährige Mann, der in Welschenrohr mehrere Grundstücke und Häuser besitzt, ist sich dessen bewusst, sagt aber: «Wann und wie etwas geschehen soll, weiss ich nicht, denn ich bin nicht informiert.» Sicher aber ist, dass sich seine Angaben zur Menge Heizöl, die in die Dünnern gelangt ist, sehr stark von jenen von Feuerwehr beziehungsweise Polizei unterscheiden.

Diese hatte in einer ersten Meldung von 200 bis 400 Litern berichtet. In der Folge wurde die Menge nach unten korrigiert, eine definitive Angabe konnte jedoch auch später nicht mehr gemacht werden, da wie erwähnt, keine relevanten Spuren mehr gefunden wurden. Man ging letztlich davon aus, dass der grösste Teil des aus dem Tank ausgeflossenen Öls im betonierten Keller zurückgeblieben sei. «Das habe ich ja schon immer gesagt. Denn der Abfluss, von wo aus die Leitung zur Dünnern ging, liegt erhöht», sagt denn auch der Beschuldigte.

Abgeschöpftes Öl mitgenommen

«Es könnten also höchstens einige Deziliter Öl in die Dünnern gelangt sein.» Aus Sicht des Beschuldigten sind gut 130 Liter ausgelaufen. Diese habe er mit einer Schaufel aufgenommen und in Kanister gefüllt. «Und diese Kanister», sagt der Beschuldigte genervt, «haben die Feuerwehrmänner mitgenommen. Dabei hätte ich doch das Öl noch brauchen können.» Er findet, dieser Schaden müsse ihm ersetzt werden. «Überhaupt wärs mir noch so recht, wenn man die Sache abschliessen könnte. Bis jetzt hat sie mich nämlich rund 20000 Franken gekostet.»