Vier Männer beschliessen, nach einem ziemlich feucht-fröhlichen Abend, mit viel Wortwitz, Prahlerei, aber auch Frustrationen, der Frauenwelt ein Jahr lang zu entsagen. So lange wollen sich Ruedi (Roland Graf), Kevin (Lukas Linsi), Urs (Max Neuenschwander) und Beat (Jerry Lergier) von Frauen fernhalten.

Sie vereinbaren feierlich, jeglicher Liebes- oder geschlechtlich-motivierter Annäherung zu entsagen. Alle vier sind Kadermitarbeiter der fiktiven Berner Volksbank, die in Kürze in Fusionsverhandlungen mit der ebenfalls fiktiven Berner Sparkasse treten soll.

Dumm nur, dass ihre Verhandlungspartner ausgerechnet alles Frauen sind (Nathalie Keusen, Sylvia Ernst, Martina Inniger und Eveline Schlapbach-Weisskopf), die jedem der vier Frauen-Verschwörer umso attraktiver erscheinen, als dass eben jeglicher nähere zwischenmenschliche Kontakt verboten ist.

So nimmt das «Drama» seinen Lauf und jeder der vier verliebt sich in eine der Kolleginnen. Schlimmer macht die Sache noch der Umstand, dass jede der Damen schon mit einem dieser vier Herren in einer mehr oder weniger engen Beziehung stand.

Nun aber scheinen sich die passenden vier Paare gefunden zu haben. SMS-Botschaften helfen da gewaltig, die Techtelmechtel zunächst geheim zu halten. Doch was, wenn eine bestimmte Nachricht einer falschen Dame in die Hände gerät?

Die Verwirrung ist gross und Rachegefühle kommen auf, umso mehr die Frauen, als sie von dem einjährigen Abstinenzversprechen der Herren erfahren. Sie legen sich nun einen Racheplan zurecht: Ein Maskenball soll den soooo verliebten Männern die Augen öffnen.

Diesem extra für die Remise Bühne geschriebenen Stück von Andreas Berger liegt die Shakespeare-Komödie «Vergebliche Liebesmüh’» aus dem Ende des 16. Jahrhunderts zugrunde.

Regisseur und Stückeschreiber Berger hat den Stoff in unsere moderne, von Handys und SMS geprägte Business-Leistungswelt verlegt. Intrigen, Verwechslungen, Rivalitäten, Leidenschaften und Liebe existieren im 21. Jahrhundert immer noch, auch wenn sich die Hilfsmittel und die Ausdrücke dafür enorm gewandelt haben.

Das Stück lebt von viel Situationskomik, rasanten Dialogen, gutem Gespür für Pointen und einem tollen Bühnenbild – SMS-Nachrichten für die Zuschauer lesbar inklusive. Andreas Berger hat dem 13-köpfigen Schauspielerteam die richtigen Charaktere zugeordnet. Ein unterhaltsamer Theaterabend der Remise Bühni Jegenstorf mehr.

Weitere Spieldaten: 10., 15., 16., 17., 20., 27., 28., und 29. Mai sowie 3., 4. (Zusatzvorstellung), 5. und 6. Juni. Infos und Vorverkauf: www.remise.ch