Derendingen
Lichtsignalanlage soll für weniger Stau im Dorfzentrum sorgen

Längerfristig sollte ein Autobahn-Halbanschluss in Richtung Zürich den Kreuzplatz weiter entlasten. Mittelfristig soll auf dem Kreuzplatz ein Kreisel oder eine zeitgemässe Lichtsignalanlage realisiert werden

Rahel Meier
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In den Stosszeiten staut sich der Verkehr rund um den Kreuzplatz.

In den Stosszeiten staut sich der Verkehr rund um den Kreuzplatz.

Hanspeter Bärtschi

Wie kann der Kreuzplatz während der Stosszeiten vom Stau befreit erden? Eine Arbeitsgruppe studierte Varianten. Aus den anfangs über 30 Vorschlägen blieben am Schluss zwei übrig, die eine Lösung bieten könnten (wir berichteten). In einer ersten Etappe soll das Verkehrsmanagement Luzernstrasse im Rahmen des Agglomerationsprogrammes 2. Generation umgesetzt werden. Mittefristig soll auf dem Kreuzplatz entweder ein Kreisel mit einem Bypass oder eine zeitgemässe Lichtsignalanlage realisiert werden. Langfristig steht zudem ein neuer Autobahnanschluss zur Diskussion.

Im Weiteren hat der Rat

-die Schlussabrechnung Industriegebiet, südlich Gutenbergstrasse, genehmigt. Für den Bau der Strasse waren total 1,33 Mio. Franken budgetiert. Ausgegeben wurden 1,253 Mio.;
- einen Vertrag mit dem Astra (Bundesamt für Strassen) für den Unterhalt der Überführung Sängelmatt verabschiedet. Dieser regelt die Aufgaben der Gemeinde, die vor allem für den Strassenbelag zuständig ist;
- zur Kenntnis genommen, dass ein Projekt vorliegt, welches es den Eigentümern im Elsässli ermöglichen würde, künftig Autounterstände zu bauen. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz erstellt. Die Bewohner werden nun involviert und informiert. Sollte die Idee auf Gegenliebe stossen, dann müsste der Gestaltungsplan für das Elsässli geändert werden;
- Jacqueline Santangeli als Ersatz für Esther Reinhard (beide CVP) als Delegierte in den Zweckverband Alters- und Pflegeheim Derendingen/Luterbach gewählt.

Weniger Verkehr im Dorfzentrum

Der Gemeinderat Derendingen musste sich nun zum Abschluss dieser Vorstudien äussern. Die Gemeinde will in den nächsten Jahren die Hauptstrasse umbauen und ein eigentliches Dorfzentrum schaffen. «Die vom Kanton vorgeschlagene Kreisellösung mit dem Bypass steht diesen Absichten genau konträr gegenüber», so Roger Spichiger (Vizegemeindepräsident und Leiter Bau und Planung) in der Sitzung am Donnerstag.

Mit dem Bypass würde relativ viel Verkehr am Kreisel vorbei direkt in die Hauptstrasse geführt. «So käme es garantiert mitten im Dorf zu einem Stau.» Computersimulationen hätten zudem aufgezeigt, dass eine moderne Lichtsignalanlage, welche lastgesteuert ist, die besten Ergebnisse für den Kreuzplatz bringen würde.

Halbanschluss an die Autobahn?

Der Gemeinderat Derendingen möchte deshalb, dass als Erstes das neue Verkehrsmanagement an der Luzernstrasse umgesetzt wird. Danach solle die heutige Lichtsignalanlage durch eine moderne ersetzt werden. «Wichtig ist es auch, dass der öffentliche Verkehr bevorzugt werden kann, ohne dass damit der ganze restliche Verkehr zum Erliegen kommt.» Langfristig tendiert der Gemeinderat Derendingen auf einen weiteren Autobahnanschluss. «Ein Halbanschluss von und nach Zürich würde absolut genügen», so Spichiger. Berechnungen hätten gezeigt, dass der Kreuzplatz damit um 7200 Fahrzeuge, die Luzernstrasse um rund 3000 Fahrzeuge entlastet werden könnte.

Ein Halbanschluss wäre zudem auch technisch machbar, meinte Spichiger. Ein Halbanschluss brauche weniger Platz und eine allfällige Temporeduktion bis hin zur Verzweigung Luterbach würde die Bereiche für Beschleunigung, Manövrieren, Einfädelung und für die Verkehrsneutralisation verkürzen.

Wenn sich alle betroffenen Gemeinden geäussert haben, wird der Kanton ein Vorprojekt erarbeiten, das dann wieder in die Vernehmlassung geht.

Vor allem Mehreinnahmen: Budgetieren ist immer schwierig

Die Rechnung für das Jahr 2012 sieht erfreulich aus. Statt eines Defizits von knapp 0,5 Mio. Franken kann ein Ertragsüberschuss von 1,7 Mio. Franken vermeldet werden. Dieses Ergebnis sei zurückzuführen auf einen Minderaufwand von total 408 150 Franken und Mehreinnahmen von 1,821 Mio. Franken. So flossen unter anderem weit mehr Steuern als erwartet aus den Jahren 2010 und 2011 in die Kasse. Aber auch die Beiträge waren höher als budgetiert. «Ein Gemeindebudget zu erstellen ist immer schwierig», machte Gemeindepräsident Kuno Tschumi eingangs des Traktandums klar. «Es heisst nicht, dass wir nicht rechnen können, auch wenn wir so weit neben dem Budget liegen.»
Finanzverwalter Peter Weibel machte darauf aufmerksam, dass es weitere gute Rechnungsabschlüsse brauche. Immerhin sei die Verschuldung von 30 Mio. Franken im Jahr 2006 auf 15 Mio. Franken (Ende 2013) heruntergekommen. Das Eigenkapital könne mit dem Abschluss des letzten Jahres auf 3,5 Mio. Franken aufgestockt werden.
Als Wermutstropfen musste der Gemeinderat einen Nachtragskredit für die Sozialhilfe in der Höhe von 1,262 Mio. Franken zur Kenntnis nehmen. Grund für die höheren Kosten seien vor allem die Platzierungskosten. So wurden im Jahr 2012 für Erwachsene in stationären Einrichtungen 729 532 und für Kinder 654 462 Franken aufgewendet.
Auch die Rechnung der Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen (EWD) wurde genehmigt. Der Wasserverkauf hat leicht zugenommen dank neuen Kunden in grossen Überbauungen. Ansonsten sei eher ein Rückgang zu verzeichnen. Da gleichzeitig hohe Ersatzinvestitionen vorzunehmen seien, führe dies zu einer Erhöhung der Wasserpreise. Die Strom- und Netzpreise blieben demgegenüber stabil. Der Weiterausbau des Glasfasernetzes gehe zügig voran. Die Rechnung der Wasserversorgung schliesst ausgeglichen ab. Der Einwohnergemeinde Derendingen kann eine Abgeltung von 45 000 Franken ausbezahlt werden, dazu kommt eine Verzinsung des Dotationskapitals von 90 000 Franken. Auch die Rechnung des Elektrizitätswerkes ist ausgeglichen. Hier sind es 135 000 Franken, die der Gemeinde ausbezahlt werden, zuzüglich 210 000 Franken Verzinsung des Dotationskapitals. Netto wurde in beiden Werken zusammen 2,575 Mio. Franken investiert.

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