Der Durchschnitts-Schweizer hat ein geregeltes Leben. Von der Ausbildung bis hin zu der Altersvorsorge läuft das meiste in geregelten Bahnen. Bei rund dreiviertel aller Schweizer ist dagegen der letzte Wille nicht geregelt – und dann kommt der Verteilschlüssel zum Einsatz. Dies führt oft zu Erbstreitigkeiten und Familienzwist.

Die Luzerner Firma Moribono, mit der in Lohn-Ammannsegg aufgewachsenen Gründerin und Geschäftsführerin Nicole Strausak, will diesem Problem Abhilfe schaffen. 

Die Idee zum Online-Testament

«Die Lebensformen haben sich verändert. Die klassische Form der Ehe mit Kindern ist nach wie vor wichtig, wird aber mit vielen weiteren Formen ergänzt. Die gesetzliche Erbfolge wird den neuen Lebensformen oft nicht gerecht», erklärt Nicole Strausak ihre Motivation. Sie selber lebe im Konkubinat und habe versucht ein Testament zu verfassen, sei jedoch schnell an ihre Grenzen gestossen.

«Bei Diskussionen in meinem näheren Umfeld habe ich bemerkt, dass es auch anderen oft so geht. Der Wille ein Testament aufzusetzen ist vorhanden, man möchte dies aber ohne Notar machen und auch ohne zu viel Zeit in die Recherche von Formulierungen und Rechtsgrundlagen zu investieren.»

Dass sie mit ihrem Bedürfnis nach einer einfachen Online-Hilfe zur Erstellung eines Testaments nicht alleine da steht, schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Der Dienst ist jetzt gut einen Monat online und gut besucht, wie Strausak verrät: «Wir haben viele Besucher, die den Sofort-Check benutzen. Wir konnten aber auch schon verschiedenen Kunden helfen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben.»

Strausak: «Ein Testament ist wie eine Versicherung»

Der Service von Moribono bietet einen kostenlosen Sofort-Check, bei dem mit wenigen Klicks ermitteln werden kann, ob überhaupt Bedarf für ein Testament besteht, oder ob der gesetzliche Verteilschlüssel völlig genügt.

Wer mit der gesetzlichen Verteilung nicht zufrieden ist, kann für 90 Franken sein individuelles Online-Testament erstellen. Nach der Anmeldung erscheint eine Schrittführung, bei der man die gesetzlichen Erben erfasst – so wird gleich die verfügbare Quote für weitere Erben errechnet.

Aufgrund aller Angaben entsteht ein Testament, das von A bis Z rechtsgültig ausformuliert ist. Dieses Testament muss aber noch von Hand abgeschrieben, datiert und unterschrieben werden, damit es auch wirklich rechtsgültig ist.

Weil sich die Lebenssituation der Menschen stetig ändert, kann man für eine weitere jährliche Gebühr von 15 Franken jederzeit sein Testament anpassen und erhält aktuelle Informationen zum Erbrecht, erklärt Nicole Strausak. «Im Grunde sollte man ein Testament, gleich wie eine Versicherung oder Krankenkasse, jedes Jahr überprüfen und sich fragen: ‹Ist mein Testament meiner aktuellen Lebenssituation angepasst?›»

Konsumentenschutz: «Billige und einfache Alternative»

Sara Stalder, Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), äusserte sich auf Anfrage positiv über die Möglichkeit eines Online-Testaments: «Die Site gibt an, dass der Datenschutz in vollem Umfang gewährleistet wird. Wenn das der Tatsache entspricht, bietet ein Online-Testament sicherlich eine einfache und billige Alternative. Besonders, wenn im Verlauf der Zeit inhaltliche Anpassungen notwendig sind.» Beim Eingeben von privaten Daten in einen Internetdienst bleibe aber trotz allem, ein gewisses Restrisiko.

Das weiss auch Geschäftsführerin Strausak und garantiert darum: «Der Datenschutz hat höchste Priorität, die Homepage ist nach neusten Sicherheitsstandards umgesetzt. Wenn ein Kunde die Daten nicht Online speichern will, kann er sie auch lokal auf seinem eigenen Computer aufheben.»

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