RBS
Längste Schmalspurweiche der Schweiz liegt in Lohn-Ammannsegg

28 Meter lang und 40 Tonnen schwer war das erste Stück der neuen Weiche, die in Lohn-Ammannsegg eingebaut wurde. Dafür entfernte man rund 120 Meter alte Geleise. Die Arbeiten begannen in der Nacht auf Samstag.

Rahel Meier
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Von Hand und mit der Wasserwaage wird der Schotter abgezogen
23 Bilder
Zwischen Lohn und Solothurn fahren dieses Wochenende Busse
Schotter für unter die Geleise
Propangas braucht es auch, um die Weichen zu erwärmen und ineinanderzupassen
Schön zu sehen, das vorbereitete Trasse für das zweite Gleis
Weicheneinbau
Nächstes Wochenende ist der Bahnübergang in Biberist gesperrt
Mit Schnur und Doppelmeter wird die Weiche eingepasst
Mit dem Doppelspurausbau wird die Linie auch begradigt
Lastwagen, Bagger, Krane wohin das Auge blickt
Langsam kommt Nervosität auf
Kran und Weiche stehen bereit
Jeder hat seine genau definierte Aufgabe
Hier sind die Spezialisten am Werk
Heute sind die Eisenbahnschwellen aus Beton
Eisenbahnromantik
Gleich beim Bahnübergang an der Bernstrasse in Biberist wird eine normal grosse Weiche eingebaut
Eisenbahnromantik (2)
Eisenbahnromantik (3)
28 Meter lang und 40 Tonnen schwer ist dieses Teil
Alle helfen mit beim millimetergenauen Einpassen
Die Gleise sind verwaist
Das erste Weichenteil ist drin, jetzt geht es weiter

Von Hand und mit der Wasserwaage wird der Schotter abgezogen

Isabel Mäder

Es ist die längste Weiche, die der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) je eingebaut hat und sogar die längste Schmalspurweiche der Schweiz, wie Fabienne Thommen (Medienverantwortliche) recherchiert hat. Total 80 Meter lang, in vier Stücke zerlegt, lag die Weiche am Samstagmorgen neben den Geleisen – ungefähr auf der Höhe der früheren Haltestelle Ammannsegg. Der Bahnverkehr musste dafür unterbrochen werden. Eine zweite Weiche, aber eine normal grosse, wurde gleichzeitig in Biberist, zwischen Bahnhof und Bahnübergang Bernstrasse, eingebaut.

48 Stunden Arbeit am Stück

Bis Mitternacht fuhr der RBS nach Fahrplan. Kaum war der letzte Zug durch, wurde mit der Arbeit begonnen. Rund 40 Leute arbeiten in diesen 48 Stunden rund um die Uhr durch. Denn heute Sonntagabend, kurz vor Mitternacht, müssen die Züge nach Solothurn fahren können. Damit der RBS am Montagmorgen wieder fahrplanmässig unterwegs ist.

Auf der Baustelle ist es kalt, und eine steife Bise weht. So sind der warme Kaffee, die Servela und das Stück Brot am Samstagmorgen kurz nach neun Uhr allen willkommen. Obwohl es kleine zeitliche Verzögerungen gab, ist Bahnmeister Erich Rothenbühler zufrieden. Ein Kran konnte nicht wunschgemäss aufgestellt werden. Das blockierte dann die nachfolgenden Arbeiten. «Vermutlich haben wir die verlorene Zeit schon am Mittag wieder aufgeholt», meint er.

28 Meter lang und 40 Tonnen schwer

Tatsächlich konnte der erste Teil der Weiche noch vor der Znünipause verlegt werden. Das 28 Meter lange und 40 Tonnen schwere Stück wurde mit einem Spezialkran auf das Bahntrassee gehievt. Bereits in der Nacht wurden die alten Geleise auf einer Länge von rund 120 Metern entfernt. Danach fuhren die Bagger auf. Weil 2007, beim letzten Streckenumbau, bereits ein Koffer eingebaut wurde, musste jetzt nur noch der Schotter aufgezogen werden.

«Arbeit im Millimeterbereich»

Der RBS befördert zwischen Solothurn und Bern über vier Millionen Fahrgäste pro Jahr. Die Züge fahren im Halbstundentakt, das Rollmaterial ist topmodern. «Wir arbeiten hier im Millimeterbereich», erklärt Rothenbühler. Trotzdem wird vor Ort auf eine Wasserwaage und den Doppelmeter vertraut. «Die Gleissicherungspunkte wurden vorgängig vermessen und angezeichnet.» Vom einen zum anderen Punkt wurde eine Schnur gespannt, das Weichenteil danach Zentimeter um Zentimeter abgesenkt und schliesslich Millimeter um Millimeter an den richtigen Ort geschoben. Die weiteren Teile wurden im Verlauf des Samstags ebenfalls noch eingepasst. Damit sich die Teile nahtlos aneinanderfügen, werden die Schienen mit Propangas erwärmt. So wird verhindert, dass es Verwerfungen und damit im Extremfall Entgleisungen gibt, erklärt Rothenbühler den zuhörenden Laien etwas vereinfacht.

Nächstes Wochenende wird der Busverkehr zwischen Biberist und Lohn unterbrochen. Dann werden weitere Arbeiten beim Bahnübergang an der Bernstrasse in Biberist nötig. Der Übergang wird deswegen auch für Autos gesperrt. Eine Umleitung wird signalisiert.

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