Seit 1991 existieren die Langenthaler Jazz-Tage. Und seit 2009 werden die Jazz-Tage von einem Verein geführt. Inzwischen hat dieser musikalische Anlass im Kulturkalender der Stadt Langenthal seinen festen Platz. Das kleine, aber feine Festival im Oktober strahlt heute weit über die Region hinaus.

Internationale Musiker gastierten gerne in der Metropole des Oberaargaus, entsprechend gross ist der Run auf die Tickets. Das Organisationskomitee setzt auf Qualität, und wahrscheinlich ist dies das Erfolgsrezept des Festivals. Für alle Konzerte sind nur noch wenige Plätze zu haben, erklärten die Verantwortlichen letzte Woche.

Zu hören gibt es in Langenthal die unterschiedlichsten Richtungen des Jazz. Von Dixieland über New Orleans, Blues, Gospel bis Swing reicht die Palette. Ganz nach dem Motto: «The best Jazz is timeless». In diesem Jahr starten die 24. Jazztage am Dienstag, 14. Oktober, mit der «Blue Note Six» feat. Inge Pischinger.

Ihr Programm wird mit «Swinging Dixieland from Vienna» umschrieben. Am Freitag, 17. Oktober, steht ein Doppelkonzert mit Christina Jaccard und der Dave Ruosch Band sowie «Kat Baloun & the Backscratchers» auf dem Programm. Am Dienstag, 21. Oktober, heizt mit Luis Frank Arias Soneros de Verdad die «zweite Generation des Buena Vista Social Clubs» auf der Bühne ein.

Den Abschluss der Konzerte macht die Dani Felber Big Band Explosion am Freitag, 24. Oktober. Neben den Jazz-Konzerten, die alle im katholischen Kirchgemeindehaus durchgeführt werden, werden auch die beiden legendären Jazz-Filme «Buena Vista Social Club» und «Namibia Crossings» gezeigt. Vor den Konzerten gibt es jeweils im Kirchgemeindehaus ab 18 Uhr feine Snacks und Getränke zur Einstimmung auf die Konzertabende.

Im Vorfeld zu den Konzerten konnten wir uns kurz mit Bandleader Dani Felber unterhalten.

Dani Felber, seit wann sind Sie mit der Big-Band-Formation unterwegs?

Seit 12 Jahren schon. Mit der jetzigen Besetzung aber ein Jahr. Wir sind derzeit auf einer Tournee, die in München startete und durch viele Schweizer Städte geht.

Wie aktuell ist denn derzeit der Big-Band-Sound im Musikbusiness?

Dieser Sound findet immer wieder sein Publikum. Vielleicht nicht die grosse Masse, aber Interessierte, die genau diese Musik suchen. Sehen Sie beispielsweise das Swing-Album von Robbie Williams – es war sein Erfolgreichstes überhaupt. Diese Musik ist also nicht tot.

Ich denke, es ist nicht einfach, ein so grosses Orchester zusammenzustellen und zu handeln.

Tatsächlich. Es braucht ziemlich viel, ein solches Projekt durchzuziehen. Umso mehr viele der Mitglieder selbst unterschiedliche Engagements in anderen Formationen oder als Solokünstler haben. Eine solche Tournee muss mindestens ein Jahr im Voraus minutiös geplant werden. Ich bin stolz, dass in meinem Orchester ein Who’s who der Big-Band-Szene zusammengekommen ist. Auch die Musiker freuen sich sehr, diese Tournee durchzuziehen.

Nun treten Sie an den Jazz-Tagen in Langenthal auf. Keine Angst vor der Provinz?

Nein, auf keinen Fall. Wir kommen sehr gerne nach Langenthal. Die Organisatoren hier machen, dass wir uns sehr wohl fühlen. Hier stimmt alles.

Nun wird ja bei einem Auftritt in Langenthal eine Schallplatten-Aufnahme gemacht. Warum gerade dort?

Das hat mit der Grösse des Auftrittraumes zu tun. Im Kirchgemeindehaus haben wir eine richtige Club-Atmosphäre. Das ist es, was ich auf die Schallplatte bannen will. Es wird tatsächlich auch eine Analog-Aufnahme werden. Da wird nichts rausgefiltert.

Die Dani Felber Big Band Explosion hat einen bestimmten Sound. Wie würden Sie diesen beschreiben?

Energiegeladen. So könnte man das kurz beschreiben. Dann bringen wir auch Eigenkompositionen auf die Bühne und mit dem jetzigen Programm Kompositionen und Arrangements von Sammy Nestico, dem legendären Sinatra-Komponisten. Darüber freuen sich alle in der Big-Band.