Gut besucht war die Gemeindeversammlung im Konzertsaal. Verantwortlich dafür waren nicht nur die 50 Stimmberechtigten, sondern auch 52 Schülerinnen und Schüler der
9. Klassen. Sie besuchten die Gemeindeversammlung im Rahmen ihrer Projektwoche zum Thema «Wie funktioniert meine Gemeinde?».

«Es war ein Hardcore-Einstieg, aber die Schülerinnen und Schüler haben ihre Sache sehr gut gemacht», berichtet Gemeindepräsident Hans-Peter Berger. Traktandiert waren die Rechnung 2013 sowie Informationen zu den Sparbemühungen des Gemeinderates.

Die Rechnung schliesst bei einem Aufwand von 19 Mio. Franken ausgeglichen. Dafür verantwortlich waren aber Sonderfaktoren wie der Verkauf der ehemaligen Musikschullokalität ans Alters- und Pflegeheim Ischimatt sowie Nachsteuern.

In der Rechnung 2013 wurde zudem eine Rückstellung von 1,16 Mio. Franken wegen der Ausfinanzierung der kantonalen Pensionskasse und der drohenden Gemeindebeteiligung getätigt.

Dieser Punkt wurde an der Versammlung denn auch diskutiert. «Die Rückstellung macht aber Sinn, weil wir Anschlussgemeinde sind und neben der Lehrerschaft auch das Gemeindepersonal bei der kantonalen Pensionskasse versichert ist», so Berger.

Für das Gemeindepersonal wird für Langendorf sicher ein Betrag von 750 000 Franken fällig. Zusammen mit dem eventuell fälligen Betrag für die Lehrerschaft müsste Langendorf im schlimmsten Fall mit 2,5 Mio. Franken rechnen.

«Wenn es nur beim Beitrag für das Gemeindepersonal bleibt, haben wir mit der Rückstellung genug Geld und werden den Rest der Rechnung 2015 gutschreiben.» 250 000 Franken würde der Aufwandüberschuss der Rechnung 2013 betragen, wenn man die Sonderfaktoren abzieht, wie Gemeindeverwalter Kurt Kohl der Versammlung aufzeigte. Die Gemeindeversammlung genehmigte die Rechnung.

Ebenso genehmigt hatte sie Ende 2013 das Budget 2014 mit einem voraussichtlichen Minus in der laufenden Rechnung von 750 000 Franken genehmigt. Damals aber mit dem Mahnfinger an den Gemeinderat, Sparbemühungen zu unternehmen.

Der Gemeinderat nahm sich dies zu Herzen und hat die freiwilligen Leistungen der Gemeinde unter die Lupe genommen. Mit ein Grund ist auch der Steuerfuss, der mittelfristig dem finanziellen Druck nicht standhalten kann, wie der Gemeindepräsident prognostiziert.

«Wir wollen uns bei einem allfälligen Antrag auf Steuererhöhung nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, der Gemeinderat hätte bisher nichts unternommen.» Der Steuerfuss dürfte schon bei den Budgetverhandlungen für 2015 zum Thema werden.

Der Gemeinderat informierte an der Gemeindeversammlung über einige Einsparungen. Die Abschaffung der Kulturkommission, die Kündigung des Vertrages mit dem Verein Tagesmütter, die Kürzung der Beiträge an Kinderhort und Kinderkrippe Sunneschyn, ebenso die Kürzung des Beitrages an den Seniorenausflug und eine allfällige Kürzung des Beitrages an das Alte Spital - dieser Entscheid steht noch aus - erbringen total Einsparungen von rund 75 000 Franken. Dies bei freiwilligen Leistungen der Gemeinde in der Höhe von insgesamt 562 000 Franken.