Langendorf

Langendörfer haben noch keine Vision für eine Dorfentwicklung

Das Areal Trittibachhof, das südlichste Gemeindegebiet von Langendorf, soll langfristig bebaut werden.

Das Areal Trittibachhof, das südlichste Gemeindegebiet von Langendorf, soll langfristig bebaut werden.

Der Workshop zum räumlichen Leitbild der Gemeinde Langendorf war gut besucht. Die Ideensammlung der Langendörfer wird in den nächsten Wochen noch weiter vertieft, um dann in das räumliche Leitbild einzufliessen.

Mit Referaten und in Diskussionen entstand eine Ideensammlung, wie sich Langendorf in den nächsten 15 Jahren entwickeln könnte. Das Ergebnis dieser ersten öffentlichen Mitwirkung am Leitbild der Gemeinde wird in den nächsten Wochen weiter vertieft.

«Hoffnungslos in unserem Gemeinderat»

«Wir hier in Langendorf haben eigentlich alles», fasste ein Beteiligter der acht Diskussionsgruppen zum Stärken- und Schwächen-Profil der Gemeinde die kommunale Ausstattung zusammen: ausgezeichnete öV-Erschliessung, gute Schulen, Läden, Ärzte, ein Alters- und Pflegeheim, die wichtigen Tagesbetreuungsstrukturen für Heranwachsende, gesunde Finanzen, die schöne Hangwohnlage und die Nähe zu Wald- und Erholungsgebieten.

Um Schwächen und Risiken aufzuzählen, mussten die Besucherinnen und Besucher des Anlasses schon kräftiger überlegen. Empfunden wurde, dass das Dorf durch die mit Durchgangsverkehr belastete Weissensteinstrasse geteilt sei, dass die insbesondere an Bellach grenzenden Randgebiete sich weniger mit Langendorf identifizierten, dass aus dem seit Jahren als Parkplatz benutzten Dorfplatz endlich eine Begegnungszone werden sollte, und dass in den zwar ideal zusammenhängenden Schul- und Turnanlagen aber immer zu wenig Platz in den ausgebuchten Hallen sei. Neben Fallwinden vom Jura, Lärm am Friedhof, der national bekannten Zeckenplage im Heimlisbergwald beschäftigte die Verkehrsberuhigung auf Quartierstrassen. «Aber dieses Thema ist leider hoffnungslos in unserem Gemeinderat», kritisierte ein Einwohner.

Schweizer Rekord

Gemeinderat Ivan Flury freute sich gemeinsam mit Planungskommissionspräsident Ruedi Eng sichtlich, dass das doch eher nüchterne Thema räumliches Leitbild weit über 80 Langendörferinnen und Langendörfer angesprochen hatte. «Eure zahlreiche Beteiligung ist sicher schweizweiter Rekord.» Gemeinsam mit Maren Peter und Daniel Baeriswyl, Mitarbeitenden des Raumplanungsbüros Metron, hatten sie ein interessantes Konzept erarbeitet, um eine möglichst lebendige Mitwirkung der Bevölkerung zu ermöglichen. Nach den grundsätzlichen Erläuterungen zu den Elementen der nach 10 Jahren wieder anstehenden Ortsplanungsrevision wie Bauzonenplan, Strassen- und Baulinienplanung sowie Bau- und Zonenreglement war «die Vision, wie sich Langendorf entwickeln möchte» gefragt.

Dies geschieht innerhalb der Rahmenbedingungen von Bund und Kanton wie etwa dem jetzt gerade in Vernehmlassung befindlichen Richtplan. Er ordnet das früher «lange Strassendorf» dem urbanen Agglomerationsraum rund um Solothurn zu und empfiehlt eine Verdichtung des Siedlungsraums nach innen. Laut Planern reicht die gegenwärtige Bauzonenkapazität im 3773 Einwohner umfassenden Langendorf für rund 4000 Personen. Längerfristig wäre eine Bebauung auf wenigen freien Parzellen sowie im Areal hinter dem Kirchenzentrum und im südlich gelegenen Trittibachhof auf den dortigen 5 Hektaren möglich.

Entwicklungsziele

Eng verknüpft sind diese Ziele, die konkret im künftigen Leitbild festgeschrieben werden, mit dem angestrebten Bevölkerungswachstum, das am Workshop zu angeregten Diskussionen führte. In der Diskussion wurde klar: Vor allem «ausgewogen» sollte die Bevölkerungsstruktur bleiben und keine «schwierigen Quartiere» erzeugen. Das Siedlungsbild sollte wie bisher differenziert Ein- und Mehrfamilienhäuser und Mehrgenerationsprojekte aufweisen und die Nutzung erneuerbarer Energien sei anzustreben.

Würde der günstig inmitten der Agglomeration gelegene Trittibachhof gesamthaft überbaut, ergäbe dies rund 600 Einwohnerinnen und Einwohner mehr. Darüber wird sich Langendorf noch Gedanken machen müssen. Jetzt besteht beim Trittibachhof noch kein Gestaltungsplan. Zwei Drittel des Geländes liegt in der Reservezone, ein Drittel in der Bauzone. Ein weiterer Wunsch bestünde in einer Attraktivitätssteigerung des Zentrums und in einem Verzicht auf weitere «publikumsintensive Einrichtungen».

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