Als Nicole Irman vor einigen Jahren im Helferteam an der Basler Tattoo feststellte, dass sich in der Schweiz niemand um das Blasmusikinstrument Dudelsack kümmert, hat die gelernte Blasmusik-Instrumentenbauerin gehandelt: In Riehen, im Baselbiet, hat sie nicht nur eine eigene Blasmusikwerkstatt, sondern auch den ersten Bagpipe-Shop in der Schweiz eröffnet.

Ursprünglich wollte sie nur mit dem Instrument Dudelsack arbeiten. Lange habe es aber nicht gedauert, da sei auch die Nachfrage nach Kilts, Taschen, Hüten und weiterem Zubehör sei gestiegen. «Das Geschäft ist immer weiter gewachsen», sagt Irman. Aufgrund der Euro-Krise und der Lage nahe an der Grenze sind die Verkaufszahlen aber rapide gesunken. Schliesslich wurde die Notbremse gezogen: Irman und Anliker schlossen das Geschäft in Basel und eröffneten Anfang April in einem leer stehenden Ladenlokal in Aeschi erneut.

Bagpipe-Geschäft boomt

«Im Moment läuft der Laden sehr gut. Nicht nur Dudelsackliebhaber, sondern die ganze Mittelalterszene ist froh, dass sie bei uns vorbeikommen kann», freut sich Irman.

Was ihr sehr am Herzen liegt, ist die Qualität der einzelnen Waren. Sie legt Wert darauf, dass die Materialien, die für den Dudelsackbau oder für den Verkauf zur Verfügung stehen, in Handarbeit angefertigt werden. 90 Prozent der Einzelteile, die für die Herstellung eines Dudelsacks notwendig sind, stammen direkt aus Schottland. So etwa die Drohnen - hölzerne Rohre, aus denen die Töne erklingen - Blowpipes, Mundstücke, oder auch die Luftsäcke, die sogenannten Bags. Erst in der eigenen Instrumentenwerkstatt werden die Einzelstücke dann zusammengesetzt. Zudem stammen auch die meisten Kleidungsstücke direkt aus dem Ursprungsland Schottland. Stolz zeigt sich Irman darüber, dass sie sämtliche Geschäfte und Lieferanten von alljährlichen Reisen persönlich kennt.

Dass sich die hochstehende Qualität sowohl bei den Bagpipes als auch in der Blasinstrumentenwerkstatt im Preis widerspiegelt, ist für Nicole Irman klar. Sie ist sich jedoch sicher: «Über die Jahre wird sich die Qualität definitiv auszahlen.»