Balsthal
Kurt Gasser: «Ich bin stolz, mein Dorf zu vertreten»

Der 56-jährige Kurt Gasser wurde erst vor drei Jahren wieder so richtig vom Leichtathletik-Virus befallen. An sogenannten Masters-Meetings hat er in dieser kurzen Zeit aber bereits 20 Medaillen erobert.

Peter Wetzel
Drucken
Teilen
Der 56-jährige Kurt Gasser am Masters-Meeting in Bellinzona: 3. Rang im Weitsprung.

Der 56-jährige Kurt Gasser am Masters-Meeting in Bellinzona: 3. Rang im Weitsprung.

Zur Verfügung gestellt

«Wenn ich eine rote Laufbahn sehe, kribbelt es mich in allen Gliedern», schildert Kurt Gasser seine ungewöhnlich späte Liebe zur Leichtathletik. Sein Talent entdeckte er allerdings schon früher. In der Oberstufe erreichte er als Schüler den Titel des «Schnellsten Balsthalers». Verletzungsbedingt wurde aber dann seine sportliche Laufbahn immer wieder unterbrochen.

Erst vor etwa vier Jahren sei er auf die verschiedenen Angebote von Senioren-Meetings in der Schweiz und im Ausland aufmerksam geworden und habe deshalb ein intensives Training aufgenommen. Die Leichtathletik habe ihn schon immer gefesselt, berichtet der sportliche Senior. Er habe an den Wettkämpfen schon einige Sportgrössen kennen gelernt und er sei jeweils stolz, sich als Vertreter Balsthals vorzustellen.

Erfolgreiches Wettkampfjahr

Im Frühling dieses Jahres wurde Gasser an den Hallen-Schweizermeisterschaften in Magglingen im 60-m-Sprint mit 8,74 Sekunden Schweizermeister in seiner Altersklasse (55–59 Jahre). Gasser bestreitet auch Mehrkämpfe, wie zum Beispiel am Internationalen Masters-Meeting in Bellinzona im September dieses Jahres. Mit 68,58 Sekunden wurde er Sieger im 400-m-Lauf.

Dort beteiligte er sich auch am 100-m-Lauf sowie im Hoch- und Weitsprung. In den beiden Sprungdisziplinen gab es für den Senior zwei weitere Podestplätze. Er liebe den Sport sehr und schätze die Kontakte zu den jüngeren Teilnehmern. Als Lokomotivführer bei der OeBB sei es für ihn klar, jeweils mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an die Wettkämpfe im In- und Ausland zu fahren.

Limiten müssen erreicht werden

Natürlich könnten die Senioren-Meetings nicht mit den grossen und bekannten Leichtathletik-Anlässen verglichen werden. Die Teilnehmerzahlen in den verschiedenen Alterskategorien seien nicht sehr hoch. «Die Leistungen der Leichtathletik-Senioren sind aber nicht zu unterschätzen», betont Gasser. «Es müssen nämlich gewisse Limiten erreicht werden, um überhaupt in die Ränge zu kommen.»

Und genau diese Limiten seien es, die viele Senioren abhalten, an solchen Wettkämpfen teilzunehmen. Um diese Mindestanforderungen zu erreichen und um natürlich weiterhin viele Medaillen für sich und Balsthal zu erkämpfen, wird Kurt Gasser auch in Zukunft drei- bis viermal pro Woche beim Trainieren anzutreffen sein.

Aktuelle Nachrichten